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Dienstag, 21.11.2017

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Beitragssätze 2018

Richtwert für Zusatzbeiträge der Krankenkassen sinkt um 0,1 Prozentpunkt

02.11.2017·Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird für 2018 von 1,1 auf 1,0 Prozent gesenkt. Dies hat das Bundesministerium für Gesundheit in Berlin bekanntgegeben.

Mit der Festlegung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) erhalten die Krankenkassen einen Orientierungswert für ihre Haushaltsplanung 2018. Grundlage der Berechnung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes ist die Prognose des GKV-Schätzerkreises zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der GKV (vgl. "Links zum Thema"). Für das Jahr 2018 geht der Schätzerkreis insgesamt von Einnahmen in Höhe von 222,24 Milliarden Euro aus. Dem werden die voraussichtlichen Ausgaben der Krankenkassen von 236,15 Milliarden Euro gegenübergestellt. Die Finanzreserven der Krankenkassen fließen in die Rechnung nicht ein.

"Die gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zeigt, dass wir die notwendigen Verbesserungen für die Patienten in den letzten Jahren mit Augenmaß vorgenommen haben", sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin. Die Krankenkassen hätten damit "gute Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen", so der Minister weiter.

Entscheidung über Beitragssatz liegt bei Krankenkassen

Wie hoch der individuelle Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse für ihre Mitglieder tatsächlich ausfällt, muss diese in den nunmehr folgenden Haushaltsplanungen für 2018 selbst festlegen. Bereits am 27.10.2017 hat die erste Kasse bekanngegeben, ihren Beitragssatz ab Januar um 0,3 Punkte senken zu wollen (vgl. "Links zum Thema").

Anders als für die meisten Arbeitnehmer, Selbstständigen und Rentner ist für bestimmte Personenkreise die Anwendung des durchschnittlichen Zusatzbeitrgssatzes jedoch gesetzlich vorgeschrieben. Hierzu gehören zum Beispiel Geringverdiener, Azubis (bis 325 Euro), Frauen im Mutterschutz und Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II). Für sie hat die Festlegung des BMG direkte Wirkung.
Informationen zum GKV-Schätzerkreis
Der Schätzerkreis nach § 220 SGB V hat die Aufgabe, auf der Basis der amtlichen Statistiken der gesetzlichen Krankenversicherung, die Entwicklung der Einnahmen, Ausgaben sowie der Zahl der Versicherten und Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung des laufenden Jahres zu bewerten und auf dieser Grundlage eine Prognose über die weitere Entwicklung im jeweiligen Folgejahr zu treffen. Nach Auswertung der Ergebnisse dieser Schätzung wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz nach § 242a SGB V für das Folgejahr vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegt und jeweils bis zum 1. November eines Kalenderjahres bekannt gemacht.

Dem Schätzerkreis gehören Fachleute des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesversicherungsamtes sowie des GKV-Spitzenverbandes an. Den Vorsitz hat das Bundesversicherungsamt.
Veränderte Beitragshöhe auch in der "Gleitzone"

Die Absenkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes wirkt sich zudem auf den für die Gleitzone (Einkommen zwischen 450,01 und 850 Euro) wichtigen Berechnungsfaktor "F" aus. Dieser ergibt sich rechnerisch aus dem Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz. Sobald eine Festlegung darüber getroffen ist, ob der Beitrgssatz zur Rentenversicherung gesenkt oder beibehalten wird, kann der Faktor "F" für 2018 ermittelt und im Gleitzonenrechner (vgl. "Links zum Thema") entsprechend berücksichtigt werden.

 

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