Unabhängiges Informations- und Karriereportal für die gesetzliche Krankenversicherung
Sonntag, 30.04.2017

News & Meldungen

Finanzergebnisse 2016

Gesamt-Reserve der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 25 Milliarden Euro

07.03.2017·Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2016 einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro erzielt. Die Finanz-Reserven der Krankenkassen beliefen sich zum Jahresende auf mehr als 15,9 Milliarden Euro. Über weitere gut 9 Milliarden Euro Reserve verfügt der Gesundheitsfonds. Die Gesamtrücklagen der GKV betrugen damit zum Jahreswechsel rund 25 Milliarden Euro.

Insgesamt standen den Einnahmen in Höhe von rund 224,15 Milliarden Euro Ausgaben von rund 222,77 Milliarden Euro gegenüber. 2015 hatten die Krankenkassen noch einen Ausgabenüberhang von 1,13 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Finanzergebnisse der Krankenkassen haben sich damit insgesamt im Vergleich zu 2015 um rund 2,5 Milliarden Euro verbessert.

Entwicklung nach Kassenarten und im Gesundheitsfonds

Die differenzierte Betrachtung des Gesamtüberschusses von 1,38 Milliarden Euro nach Krankenkassenarten ergibt folgendes Bild: Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) erzielten einen Überschuss von rund 935 Millionen Euro, die Ersatzkassen von 321 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von rund 29 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See von 100 Millionen Euro und die landwirtschaftliche Krankenversicherung von 34 Millionen Euro. Lediglich die Innungskrankenkassen (IKKen) wiesen ein geringfügiges Defizit von rund 33 Millionen Euro aus.

Der Gesundheitsfonds verzeichnete 2016 einen Ausgabenüberhang von rund 865 Millionen Euro. Insgesamt verfügte der Gesundheitsfonds Ende 2016 über Finanzreserven von 9,1 Mrd. Euro.

Entwicklungen der Ausgaben nach Leistungsbereichen

Insgesamt stiegen die Ausgaben je Versicherten wie im Vorjahr um 3,3 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen um 3,2 Prozent je Versicherten, die Verwaltungskosten um 4,5 Prozent. Deutlich steigende Versichertenzahlen haben dazu beigetragen, dass die Ausgabenzuwächse je Versicherten um rund 1,0 Prozentpunkte niedriger ausgefallen sind als die absoluten Ausgabenzuwächse.

Arzneimittel
Nach Zuwächsen von 9,4 Prozent je Versicherten in 2014 und 4,0 Prozent in 2015 sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen 2016 je Versicherten um 3,1 Prozent gestiegen. Dies entspricht einem absoluten Zuwachs von 1,4 Mrd. Euro (4,1 Prozent). Bei der Bewertung der aktuellen Ausgabenzuwächse sei zu berücksichtigen, dass die Ausgaben für innovative Arzneimittel zur Behandlung der Hepatitis C 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 0,5 Mrd. Euro niedriger ausfielen. Die Erlöse durch Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmen steigen 2016 um 7,8 Prozent auf rund 3,85 Milliarden Euro.

Ambulante Behandlung
Die Ausgaben für die ärztliche Behandlung stiegen je Versicherten um rund 3,4 Prozent (absolut um rund 4,3 Prozent bzw. 1,52 Mrd. Euro). Bei den darin enthaltenen Ausgaben für ambulante psychotherapeutische Versorgung gab es einen Zuwachs um rund 223 Millionen Euro (12 Prozent); die Ausgaben für Hochschulambulanzen stiegen um rund 75 Millionen Euro (13,6 Prozent). Für zahnärztliche Behandlung gaben die Krankenkassen je Versicherten 3,1 Prozent (absolut 4,0 Prozent) mehr aus, beim Zahnersatz gab es je Versicherten einen Rückgang von -1,3 Prozent.

Stationäre Behandlung
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung stiegen 2016 je Versicherten um 2,8 Prozent (absolut um 3,8 Prozent). Insgesamt erhielten die Krankenhäuser allein von den gesetzlichen Krankenkassen 2016 rund 2,66 Milliarden Euro höhere Finanzmittel als im Jahr 2015.

Krankengeld
Die Krankengeldausgaben sind mit 2,9 Prozent je Versicherten (3,9 Prozent absolut) gestiegen. Nach einer zuvor über mehrere Jahre stark steigenden Ausgabenentwicklung mit zum Teil zweistelligen Zuwachsraten ist seit 2015 wieder eine deutliche Abflachung zu verzeichnen. Der Anstieg des Jahres 2016 ist der niedrigste seit 2006.

Vorsorge
Im Bereich der Präventionsleistungen nach §§ 20 ff. SGB V stiegen die Ausgaben 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 172 Millionen auf rund 485 Millionen Euro (55 Prozent). Die Ausgaben für Leistungen zur primären Prävention nach dem Individualansatz stiegen von 201 auf 217 Millionen Euro (7,8 Prozent), für betriebliche Gesundheitsförderung von 75 auf 143 Millionen Euro (89 Prozent) und für die Prävention in nichtbetrieblichen Lebenswelten (z.B. in Kitas, Schulen) von 37 auf 125 Millionen Euro (240 Prozent). Auch für die Förderung von Selbsthilfegruppen stiegen die Ausgaben der Krankenkassen von rund 45 auf rund 71 Millionen Euro (56 Prozent).

Hospiz- und Palliativversorgung
Für die Förderung der Hospize wurden 2016 rund 45 Millionen Euro (+ 27,6 Prozent je Versicherten) für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung rund 73 Mio. Euro (+21,5 Prozent je Versicherten) mehr ausgegeben als im Jahr 2015. Das BMG bewertet die Mehrausgaben positiv. Mit dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Hospiz- und Palliativgesetz seien wichtige Weichenstellungen zur Verbesserung der Versorgung vorgenommen worden.

Verwaltungskosten

Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen stiegen 2016 mit 4,5 Prozent je Versicherten (5,5 Prozent absolut) nach insgesamt niedrigen Veränderungen in den Vorjahren stärker als die Leistungsausgaben. Der überproportionale Zuwachs sei darauf zurückzuführen, dass eine Reihe größerer Krankenkassen bei einer positiven Finanzentwicklung vor allem im 4. Quartal deutlich stärkere Zuführungen zu den Rückstellungen für die zukünftige Altersversorgung ihrer Beschäftigten vorgenommen hat als im vergangenen Jahr. 2015 betrug das Gesamtvolumen der Zuführungen zu diesen Rückstellungen rund 420 Millionen Euro; 2016 rund 797 Millionen Euro. Ohne diese - nicht zur Deckung laufender Verwaltungsausgaben erfolgenden - Zuführungen zu den Rückstellungen, die auch vor dem Hintergrund des niedrigen Zinsniveaus zu sehen seien, läge der Anstieg der Netto-Verwaltungskosten laut BMG deutlich unterhalb des Anstiegs der Leistungsausgaben.

 

Immer aktuell - der kostenfreie GKV-Newsletter:

GKV-Newsletter

Info|Hilfe|Datenschutzerklärung


Termine

Terminhinweis zu den Themen Krankenkasse, Gesundheitspolitik und Karriere in der GKV:

Termine
Weitere News

Hohe Rücklagen

Sozialversicherung investiert Milliarden in Wertpapiere

Die bundesunmittelbaren Sozialversicherungsträger haben im Jahr 2015 insgesamt 62,1 Milliarden Euro angelegt. Gut 16 Prozent davon wurden in Wertpapiere oder...

 

Mehr Pflegebedürftige

Medizinische Dienste ziehen erste positive Bilanz zu neuer Pflegebegutachtung

Seit Januar 2017 wird die Pflegebedürftigkeit eines Menschen nach der verbliebenen Selbstständigkeit bemessen. Im Mittelpunkt des Begutachtungsverfahrens stehen dabei die...

 

Sozialwahl 2017 startet

51 Millionen Kranken-, Rentenversicherte und Rentner erhalten ihre Wahlbriefe

Ab Dienstag, dem 25.04.2017, werden die Wahlunterlagen für die Sozialwahl 2017 verschickt. Über 51 Millionen Rentenversicherte, Rentner und Krankenkassenmitglieder sind...

mehr News...