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Freitag, 27.05.2016

News & Meldungen

Kassen geraten ins Minus

Defizit von 1,2 Milliarden Euro in 2015 - DAK plant Fusion zur Jahresmitte

02.03.2016·Die offiziellen Zahlen durch das Bundesgesundheitsministerium stehen noch aus - das Gesamtdefizit der Krankenkassen im Jahr 2015 wird jedoch bei 1,2 Milliarden Euro liegen. Das größte Einzeldefizit erzielte offenbar die DAK - sie plant zur Jahresmitte eine Fusion.

Steigende Gesundheitskosten und teure Reformen nagen an den Reserven der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro verbuchten die Krankenkassen für das Gesamtjahr 2015 ein deutliches Minus. Die Rücklagen der Kassen schmolzen bis Ende 2015 um eine Milliarde Euro auf 14,5 Milliarden Euro ab. Dies geht aus Vorabberichten zur offiziellen Bekanntgabe der Zahlen durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hervor.

Unterschiede nach Kassenarten

Glimpflich davongekommen sind offenbar die Ortskrankenkassen (AOK). Mit einem Fehlbetrag im einstelligen Millionenbereich schnitten sie am besten ab. Das Minus der Ersatzkassen (TK, Barmer GEK, DAK, KKH, hkk, HEK) wird insgesamt auf 532 Millionen Euro beziffert, das der Innungskrankenkassen (IKK) auf 346 Millionen Euro und das der Betriebskrankenkassen (BKK) auf 290 Millionen Euro. Das höchste Einzeldefizit entfiel demnach mit 340 Millionen Euro auf die DAK-Gesundheit. Vor allem die Betriebskrankenkassen kritisieren seit Jahren Ungerechtigkeiten im gemeinsamen Finanzausgleich der Kassen, dem Risikostrukturausgleich (RSA). Während die AOK bundesweit eine Überdeckung erziele, ergebe sich bei den Ersatz, Betriebs- und Innungskrankenkassen eine Unterdeckung (vgl. "Links zum Thema").

DAK plant Fusion mit BKK Beiersdorf

Erste Konsequenz der DAK war zum Jahreswechsel die Anhebung des Zusatzbeitragssatzes um 0,6 Punkte auf 1,5 Prozent. Der Gesamtbeitragssatz der Kasse beträgt damit aktuell 16,1 Prozent. Zum 01.07.2016 plant sie nun eine Fusion mit der BKK Beiersdorf. Das berichtet die "Ärztezeitung" unter Berufung auf einen Sprecher der Kasse. Die Verwaltungsräte beider Kassen würden hierüber am 22. und 23.03.2016 beraten. Die BKK Beiersdorf (Beitragssatz ebenfalls 16,1 Prozent) ist bislang auf die Beschäftigten des Unternehmens sowie deren Angehörige begrenzt und zählt rund 10.000 Versicherte.

 

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