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Sonntag, 25.09.2016

Mitteilung

IKK classic|17.03.2016

PRESSEMITTEILUNG

Morbi-RSA muss jetzt auf die Agenda
Verwaltungsrat warnt vor Spaltung der Kassenlandschaft

Berlin·Der Verwaltungsrat der IKK classic fordert die rasche Reform des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen (Morbi-RSA). Hintergrund ist der wachsende Kostendruck in der gesetzlichen Krankenversicherung. Er hat den Krankenkassen im vergangenen Jahr ein Minus von 1,1 Milliarden Euro beschert.

"Weil das Ausgleichssystem falsch justiert ist, belastet dieser Kostendruck gegenwärtig die einzelnen Krankenkassen höchst unterschiedlich", erklärt Ulrich Hannemann, Vorsitzender des Verwaltungsrates.

"Nicht wenige Kassen schreiben wegen unzureichender Zuweisungen aus dem RSA dramatisch rote Zahlen. Gleichzeitig sammeln andere durch Zuweisungen, die über dem Bedarf liegen, beträchtliche Vermögen an. Mit fairem Wettbewerb oder gutem Versorgungsmanagement hat das nichts zu tun."

Schiefe Lastenverteilung

Der Umstand, dass im Jahr 2014 allein eine Kassenart Überzahlungen in Höhe von fast 900 Millionen Euro erhielt, während Innungs-, Betriebs- und Ersatzkassen zusammen in nahezu gleichem Umfang Unterdeckungen ausgleichen mussten, belegt nach Hannemanns Worten, dass die Mär von management-bedingten Ursachen für das alarmierende Gefälle in der GKV nicht haltbar ist.

Die vorläufigen Finanzergebnisse für das Jahr 2015 bestätigen diese Diagnose. Mit einem Ausgabenüberschuss von rund 284 Millionen Euro trug die IKK classic als weitaus größte IKK den Löwenanteil zum Negativsaldo der Innungskrankenkassen (-346 Millionen Euro) bei. Bei den Betriebs-und Ersatzkassen summierte sich das Minus auf zusammen 819 Millionen Euro, während Ortskrankenkassen und Knappschaft ein Plus von 29 Millionen Euro erzielten.

Die Bilanz der IKK classic wurde durch einen überdurchschnittlichen Anstieg der Leistungsausgaben (+6,2 Prozent) bestimmt. Kosten über dem GKV-Schnitt fielen insbesondere bei der ärztlichen Behandlung (+5,6 Prozent), bei den Zahnärzten (+4,6 Prozent), Arzneimitteln (+5,9 Prozent), Heil- und Hilfsmitteln (+4,9 Prozent) und bei Krankenhäusern (+6,3 Prozent) an. Der Einnahmeanstieg betrug demgegenüber lediglich 4,6 Prozent.

Maßnahmen für mehr Effizienz

"Die GKV steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen", betont Matthias Triemer, arbeitgeberseitiger Verwaltungsratsvorsitzender der IKK classic. "Deshalb darf die Leistungskraft der Krankenkassen nicht durch ein überkomplexes, wenig zielgenaues Finanzierungssystem behindert werden."

Als wichtigste Maßnahmen zur Anpassung des Morbi-RSA schlägt die IKK classic fünf Änderungen vor:

Einführung bundesweit verbindlicher Kodier-Regeln zur Sicherung valider ambulanter Diagnosen. Nur so erhält der RSA eine verlässliche Datenbasis.

Kein Ausgleich für Volkskrankheiten, gegen die Präventionsmaßnahmen helfen könnten. Dies würde der Idee des Präventionsgesetzes entsprechen und den RSA resistenter gegen Manipulationen machen.

Berücksichtigung regionaler Versorgungs- und Vergütungsstrukturen. Das sorgt für mehr Verteilungsgerechtigkeit und vermindert z. B. Überzahlungen in Regionen mit besonders günstigen Ausgabenstrukturen.

Wegfall der Aufwandspauschale für Teilnehmer an Disease-Management-Programmen. Diese Komponente ist seit der morbiditätsbezogenen Umstellung des RSA überflüssig. Der Verzicht darauf bedeutet weniger Bürokratie.

Gesetzliche Festschreibung einer regelmäßigen Evaluation der RSA-Auswirkungen durch unabhängige Gutachter. So können künftig Fehlentwicklungen zeitnah erkannt werden.

Der Verwaltungsrat betrachtet die umgehende RSA-Reform als zwingend notwendig, um drohende Verwerfungen in der Krankenkassenlandschaft zu verhindern. "Die Reform des Morbi-RSA gehört jetzt und nicht erst morgen auf die politische Agenda", so Hannemann und Triemer.

Pressekontakt:

Michael Förstermann
Telefon: 0351 4292-12500
E-Mail: Michael.Foerstermann@ikk-classic.de


 

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