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Dienstag, 24.05.2016

Mitteilung

Bundesverband priv. Anbieter soz. Dienste e.V.|16.02.2016

PRESSEMITTEILUNG

Krankenkasse kompetenter als der Hausarzt?
bpa kritisiert willkürlich verkürzte Verordnungen zulasten von Patienten

Brandenburg·Die Krankenkasse DAK verweigert pflegebedürftigen Menschen in Brandenburg derzeit medizinisch notwendige längerfristige Leistungen der häuslichen Krankenpflege. Darauf macht der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) aufmerksam, dessen Mitglieder zahlreiche betroffene Patienten versorgen. Stellt ein Hausarzt eine Verordnung häuslicher Krankenpflege zur Unterstützung seiner Behandlung aus, wird diese pauschal und ohne Angabe eines Grundes durch Sachbearbeiter der Kasse gekürzt und zeitlich befristet.

"Laut Gesetz entscheidet der Arzt über Inhalt, Umfang und Dauer der Behandlung und diese unterstützende Maßnahmen. Die Krankenkasse ist nicht befugt, hier einzugreifen; sie kann in Einzelfällen den Medizinischen Dienst mit der Überprüfung beauftragen", kritisiert die brandenburgische bpa-Landesvorsitzende Ellen Fährmann. "Hält der Arzt eine entsprechende Leistung längerfristig für notwendig, weil er den Patienten kennt und seinen Behandlungspflegebedarf einschätzen kann, hat die Krankenkasse dies zu akzeptieren oder den Rechtsweg einzuhalten." Die DAK bewilligt aber derzeit Leistungen, die vom Hausarzt zum Beispiel für ein Quartal verschrieben wurden, grundsätzlich nur noch für einen Monat. Anschließend fordert sie eine erneute Verordnung. "Diese Verkürzung ist eine finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen, da sie immer wieder, auch bei chronischen Dauererkrankungen, zum Arzt gehen müssen, um eine Folgeverordnung zu erbitten. Obendrein kommen dann auch noch mehrfache Zuzahlungen auf die Patienten zu", erklärt Fährmann.

Der bpa fordert die DAK auf, diese rechtlich unzulässige pauschale Leistungsverkürzung ihrer Versicherten umgehend zu beenden und ärztliche Verordnungen samt der verordneten Laufzeiten anzuerkennen. "Hier trifft es Menschen, die sich nicht gut wehren können. Wer langfristig auf pflegerische Versorgung angewiesen ist, möchte nicht ständig unnötige Termine beim Arzt wahrnehmen oder sich mit der Krankenkasse herumstreiten müssen."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon rund 300 in Brandenburg) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Sabrina Weiss
bpa-Landesreferentin Brandenburg
Tel.: 030/338 47 52 50


 

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