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Mittwoch, 22.08.2018

Mitteilung

Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG|03.08.2018

PRESSEMITTEILUNG

Weißer Ring fordert von Krankenkassen, Online-Therapien zu erstatten

Osnabrück·Vorsitzende Müller-Piepenkötter: Deutschland hinkt hinterher

Angesichts langer Wartezeiten auf einen Therapieplatz fordert die Opferorganisation Weißer Ring von den Krankenkassen, flächendeckend Online-Therapien anzuerkennen und die Kosten zu erstatten. Die Bundesvorsitzende Roswitha Müller-Piepenkötter sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag): "Weite Bereiche in Deutschland sind psychotherapeutisch unterversorgt. Online-Therapien könnten das ändern und mehr Verbrechensopfer mit posttraumatischer Belastungsstörung versorgen." Gerade im ländlichen Raum würden Therapieplätze fehlen. Der Weiße Ring kritisiert die aus seiner Sicht viel zu langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz, die im Schnitt bei drei Monaten liegen. Je länger ein Opfer auf eine Therapie warten müsse, um so schlimmer sei die seelische Belastung, so Müller-Piepenkötter.

Online-Therapie ist hierzulande noch keine Regelleistung, nur einzelne Krankenkassen übernehmen die Kosten, etwa bei Programmen gegen Depressionen oder Burnout. "Deutschland hinkt hinterher", kritisierte die Vorsitzende des Weißen Rings. Die gängigste Form der Online-Therapie ist die Beratung per Videokonferenz, bei der sich Therapeut und Patient vor dem Bildschirm treffen. Daneben gibt es auch Programme, bei denen sich Patienten auf einer Plattform einloggen und sich durch auf ihr Problem zugeschnittene Therapiemodule arbeiten. Patienten können auch Mails an ihre Therapeuten schicken.

Der Weiße Ring sieht neben kürzeren Wartezeiten noch weitere Vorteile von Online-Therapien: "Menschen, die wegen einer Angststörung, wegen Krankheit oder wegen ihres Alters nicht die Wohnung verlassen können, könnten dennoch eine Behandlung bekommen", sagte Müller-Piepenkötter. Zudem seien die Kosten niedriger als die üblichen 80 Euro pro Sitzung.

Der Weiße Ring ist Deutschland größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und wurde vor mehr als 40 Jahren gegründet.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207


 

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