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Freitag, 19.04.2019

Mitteilung

Techniker Krankenkasse|03.02.2019

PRESSEMITTEILUNG

Reform der Psychotherapeutenausbildung darf Patientensicherheit nicht gefährden

Hamburg·Die Ausbildung der Psychotherapeuten soll neu geregelt werden. Damit verbunden sind weitere Vorschläge des Gesetzgebers, die die Techniker Krankenkasse (TK) kritisch sieht. Die Versicherten müssen wirksame Leistungen bekommen und vor unwirksamen geschützt werden, so die TK.

TK-Vorstand: Bewertung muss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bleiben

Der aktuelle Gesetzentwurf für die Reform der Psychotherapeutenausbildung sieht vor, dass der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) künftig entscheidet, welche Therapien Kassenpatienten erhalten dürfen. Der Beirat setzt sich paritätisch aus jeweils sechs ärztlichen und sechs Psychologischen Psychotherapeuten zusammen. Sie bewerten auf Grundlage eines eigenen Methodenpapiers. Das sieht Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der TK, kritisch: "Nicht alles, was aus der Sicht der Wissenschaft möglich ist, ist für die Patientenversorgung auch tatsächlich notwendig. Die Bewertung der Notwendigkeit muss wie bisher beim Gemeinsamen Bundesausschuss bleiben", so Ballast.

Der G-BA prüft nicht nur den therapeutischen Nutzen einer Leistung, sondern auch, ob sie medizinisch notwendig und wirtschaftlich ist. Umgekehrt können Leistungen auch explizit ausgeschlossen werden. Und so muss es laut TK auch bleiben. "Wir müssen sicherstellen, dass den Versicherten alle medizinischen Leistungen zur Verfügung stehen, die ihnen helfen. Die Versicherten müssen sich darauf verlassen können, dass alle Therapien und Behandlungen auch geprüft und sicher sind. Der G-BA nimmt dabei als Institution einer starken Selbstverwaltung eine wichtige Rolle ein", so Ballast.

Arzneimittelwissen nicht auf Kosten der Therapeutenausbildung

Darüber hinaus sieht die neue Ausbildungsreform ab 2020 den neuen Studiengang Psychotherapie vor. Die zukünftigen Therapeuten absolvieren ein fünfjähriges Bachelor-/Master-Studium und erhalten danach ihre Approbation. Aber: Während heute nur die Absolventen mit medizinischem Studium Psychopharmaka verordnen dürfen, sollen in Zukunft auch Psychotherapeuten, die einen geplanten Modellstudiengang Psychopharmaka absolvieren, Arzneimittel verordnen dürfen. "Ohne vollständige Kenntnis über multiple Krankheitsgeschehen und Wechselwirkungen von Medikamenten bei den Verordnern wird dadurch die Patientensicherheit gefährdet", erklärt der für die Versorgungsbereiche verantwortliche TK-Vorstand. Die TK kritisiert auch, dass die Studieninhalte der Pharmakologie andere Bestandteile des Curriculums verdrängen sollen. "Wir müssen sicherstellen, dass die Studierenden keine Ausbildungsdefizite haben und für die Patienten muss transparent sein, welchen fachlichen Background ihre Therapeuten haben", fordert Ballast.

Prävention gehört in den Alltag der Menschen statt in die Therapie

Auch dem Vorschlag, das Thema Prävention stärker in Ausbildung und Arbeitsalltag der Therapeuten zu verankern, steht die TK kritisch gegenüber. Die angebotenen Kapazitäten der Therapeuten würden schon heute kaum ausreichen, um genügend Therapiestunden zu erbringen. Zudem sei Prävention wirksamer, wenn sie direkt in den Lebenswelten der Menschen ansetzt. Angebote zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen müssen daher stärker in die Betriebe, in die Schulen und Hochschulen getragen werden - dorthin, wo auch die Ursachen liegen. Krankenkassen, Unternehmen und Bildungsträger haben ihr Engagement hier in den letzten Jahren deutlich verstärkt.

Ambulante Psychotherapie intelligent koordinieren

"Die Versorgung psychisch Kranker in Deutschland ist sehr gut, sie kommt nur nicht bei jedem Patienten an", so Thomas Ballast. Die Patienten müssen noch besser dabei unterstützt werden, zeitnah die zu ihrem Problem jeweils richtige Hilfe zu bekommen. Die Reform der Psychotherapierichtlinie, die im April vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, sei laut TK ein Schritt in die richtige Richtung. Es gebe aber auch noch einiges zu tun. So sei die Gruppentherapie, mit der deutlich mehr Patienten geholfen werden könnte, mit einem Anteil von knapp zwei Prozent bisher kaum relevant.

Pressekontakt:

Michaela Hombrecher
michaela.hombrecher@tk.de
040 - 69 09-22 23


 

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