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Dienstag, 22.01.2019

Mitteilung

pronova BKK|11.12.2018

PRESSEMITTEILUNG

pronova BKK analysiert Unterschiede nach Geschlecht: Depression - (doch k)eine Frauenkrankheit?

Leverkusen·Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur durch das biologische Geschlecht und ihre Genetik. Auch in der Medizin gibt es Verschiedenheiten. In einer Analyse befasst sich die pronova BKK mit Genderaspekten bei depressiven/psychosomatischen Störungen. Dazu wertete sie in einer Stichprobe Daten von knapp 49.000 Kundinnen und Kunden aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz aus.

Frauen sind anders krank als Männer: So weisen verschiedenartige Symptome auf Krankheiten hin und Medikamente wirken unterschiedlich. Wie zeigen sich Geschlechterunterschiede zum Beispiel bei der Diagnose Depression? Insgesamt haben zehn Prozent aller pronova BKK-Versicherten im Alter zwischen 19 und 74 Jahren in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz depressive Erkrankungen. Mehrere Studien haben bereits belegt, dass Frauen häufiger unter Depressionen leiden als Männer. Das bestätigt sich auch bei der pronova BKK: Frauen sind nahezu 1,7-mal häufiger von einer Depression betroffen als Männer. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen steigt diese mit zunehmenden Alter und ist in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre am höchsten; in der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre nimmt sie wieder ab.

Dunkelziffer: Depressionen bei Männern nicht selten unentdeckt

Warum werden Depressionen bei Frauen häufiger diagnostiziert als bei Männern? Dazu gibt es bislang nur Vermutungen: So scheuen sich etwa viele Menschen, eine ärztliche Praxis aufzusuchen oder möchten nicht über ihre Schwierigkeiten reden. Gerade Männer haben aufgrund ihres Rollenverständnisses Hemmungen, vermeintliche Schwächen zuzugeben und sich zu offenbaren. Frauen sprechen eher über ihre Ängste und Stimmungsschwankungen. Sie erhalten von Ärztinnen und Ärzten schneller die Diagnose Depression, während Männer ihre seelischen Beschwerden auf organische Ursachen und Stress schieben. Ihnen fehlt häufig ein Gefühl für das innere Wohlbefinden und sie verdrängen ihre seelische Erkrankung. Auch bei der Diagnostik depressiver Symptome über entsprechende Testverfahren wird kontrovers diskutiert, ob männerspezifische Symptommuster wie Wutausbrüche, Risikoverhalten oder Suchtmittelkonsum geeignet erfasst werden können. Dies kann ebenfalls dazu führen, dass Depressionen bei Männern oft nicht erkannt werden. Daher ist es besonders wichtig, dass das soziale Umfeld die Anzeichen depressiver Störungen bei betroffenen Männern richtig einordnet und wahrnimmt.

Geschlechterunterschied: Begleiterkrankungen

Eine Depression kann organische und psychische Erkrankungen begleiten. So können Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen mit depressiven Symptomen verbunden sein. Zu den psychischen Begleiterkrankungen gehören Angst-, Panik-, und Essstörungen. Hier zeigte die Auswertung der pronova BKK eine besondere geschlechtsspezifische Auffälligkeit: Frauen leiden nur geringfügig häufiger als Männer unter begleitenden Angst- und Schmerzstörungen. Bei Männern mit Depression tritt dagegen im Verhältnis zu Frauen 2,6-mal häufiger eine schwere Alkohol- oder Drogensucht auf. Die zunehmende Berücksichtigung dieser geschlechtsspezifischen Unterschiede kann zu einer verbesserten Diagnostik und Therapie führen. Depressive und psychosomatische Störungen sollten nicht als Frauenkrankheit betrachtet werden. Die Symptome sind bei Frauen und Männern unterschiedlich - weitere spezifische Diagnosekriterien könnten zukünftig dafür sorgen, dass Risikofaktoren bei Männern schneller erkannt werden.

Grundlagen der Analyse

Basis der Analyse sind die Daten aus 2017 der knapp 49.000 pronova BKK-Versicherten im Alter zwischen 19 und 74 Jahren mit mindestens einer Diagnose der leichten bis schweren Depression, die in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz leben.

Pressekontakt:

Annemike Gößmann
Tel.: 0214 32296 1403
annemike.goessmann@pronovabkk.de


 

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