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Samstag, 23.02.2019

News & Meldungen

Finanzergebnis zum 3. Quartal 2018

Krankenkassen steigern Rücklagen auf rund 21 Milliarden Euro

05.12.2018·Die gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. bis 3. Quartal 2018 einen Einnahmenüberschuss von rund 1,86 Milliarden Euro erzielt. Damit hat sich der Überschuss im Vergleich zum 1. Halbjahr, in dem die Krankenkassen ein Plus von 720 Millionen Euro verbuchten, mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr sei mit einem Überschuss von rund 2,5 Milliarden euro zu rechnen. Dies hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 05.12.2018 in Berlin mitgeteilt.

Insgesamt sind die Betriebsmittel und Rücklagen der Krankenkassen bis Ende September 2018 auf einen Wert von rund 21 Milliarden Euro gestiegen. Im Durchschnitt, so das Ministerium, entspreche dies etwa 1,1 Monatsausgaben und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Vor diesem Hintergrund sollten die Kassen für das kommende Jahr "alle Spielräume konsequent nutzen, um ihre Zusatzbeiträge zu senken", so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Erste Kassen haben sich hierzu bereits für 2019 festgelegt (vgl. Liste unter "Links zum Thema").

Bis Ende September standen den Einnahmen in Höhe von rund 180,6 Milliarden Euro Ausgaben von rund 178,7 Milliarden Euro gegenüber. Bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von rund 0,8 Prozent wuchsen die Einnahmen der Krankenkassen demnach mit 3,4 Prozent etwas schwächer als die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten (+3,8 Prozent). Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz lag bei 1,07 Prozent und damit um 0,04 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahreszeitraums.

Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten

Alle Krankenkassenarten konnten ihre Finanzergebnisse zum Halbjahr in den Monaten Juli bis September nochmals verbessern: Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) verzeichneten im 1.-3. Quartal einen Überschuss von rund 920 Millionen Euro, die Ersatzkassen von 534 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKn) von 190 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKKn) von 122 Millionen Euro und die Knappschaft von 101 Millionen Euro. Lediglich die Landwirtschaftliche Krankenversicherung, die nicht am Risikostrukturausgleich teilnimmt, habe ein geringes Defizit von 2 Millionen Euro erzielt.

Ergebnis des Gesundheitsfonds

Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2018 über eine Liquiditätsreserve von rund 9,1 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete im 1.-3. Quartal 2018 ein Defizit von rund 3,26 Milliarden Euro. Dieses sei jedoch saisonal bedingt, so das BMG. Während die Ausgaben des Gesundheitsfonds als monatlich gleiche Zuweisungen an die Krankenkassen gezahlt würden, unterlägen die Einnahmen unterjährig erheblichen Schwankungen - z. B. bei der Verbeitragung der Weihnachtsgeldzahlungen.

Moderate Ausgabenzuwächse

Der Ausgabenzuwachs von 3,8 Prozent bei steigenden Versichertenzahlen (+0,8 Prozent) bewege sich im Rahmen der Erwartungen des Schätzerkreises, der im Oktober für das Gesamtjahr 2018 von einem ähnlichen Anstieg ausgegangen war, so das BMG. Die Leistungsausgaben stiegen um 3,7 Prozent, die Verwaltungskosten um 5,2 Prozent.

Entwicklungen in den größeren Leistungsbereichen

Stationäre Behandlung
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sind im 1.-3. Quartal 2018 um 2,9 Prozent und damit unterdurchschnittlich gestiegen. Bei Preisabschlüssen zwischen 2,5 und 3 Prozent deute alles darauf hin, dass die Mengenentwicklung in den Krankenhäusern wie im Vorjahr moderat verlaufe.

Arzneimittel
Die Arzneimittelausgaben stiegen um 3,5 Prozent. Hierbei spiele weiterhin die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel eine zentrale Rolle. Bei den Rabattvereinbarungen zwischen Kassen und pharmazeutischen Unternehmern gab es eine deutliche Erhöhung des Erstattungsvolumens um rund 9 Prozent.

Ambulante Behandlung
Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben um rund 2,7 Prozent. Bei den Ausgaben für ärztliche Behandlung sei zu beachten, dass es bereits im Jahr 2017 bei einer Reihe von Kassenärztlichen Vereinigungen mit vergleichsweise niedrigen Leistungsausgaben auf Grund der sog. "Konvergenzregelung" zu höheren Vergütungsabschlüssen gekommen ist. Diese hätten dazu geführt, dass der Ausgabenzuwachs im vergangenen Jahr mit 4,3 Prozent deutlich höher lag. Erhebliche Zuwächse verbuchten dabei die Hochschulambulanzen, deren Vergütungen um rund 20 Prozent gestiegen sind sowie die psychotherapeutischen Leistungen, deren Ausgaben um rund 10,8 Prozent stiegen.

Bei den Ausgaben für zahnärztliche Behandlung betrug der Anstieg 2,5 Prozent, beim Zahnersatz 1,1 Prozent.

Heilmittel
Deutlich überproportional sind die Ausgaben für Heilmittel (10,0 Prozent) gestiegen. Bei Heilmitteln machen sich vor allem die schrittweise erfolgten Honorarerhöhungen auf Grund des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (vgl. "Links zum Thema") bemerkbar, die zu einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Heilmittelerbringer beitrügen. Der Zuwachs bei Hilfsmitteln betrug laut BMG 4,9 Prozent

Verwaltungskosten

Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen sind nach deutlich unterproportionalen Anstiegen in den Vorjahren im 1. bis 3. Quartal 2018 um 5,2 Prozent gestiegen. Rechnet man die erhöhten Zuführungen zu den Alterungsrückstellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum heraus, lag der Anstieg der Netto-Verwaltungskosten bei rund 3,9 Prozent.

 

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