Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.|03.09.2026
PRESSEMITTEILUNG
IT-Fachkräftemangel hat sich in den letzten drei Jahren halbiert
Berlin (kkdp)·03.09.2026
In Deutschland fehlen 79.000 IT-Fachkräfte. Damit hat sich die Zahl der unbesetzten IT-Stellen im Vergleich zu 2023 fast halbiert: Damals lag sie bei 149.000, 2025 bei 109.000. Trotz des Rückgangs bleibt die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt angespannt. 78 Prozent der Unternehmen beobachten derzeit einen Mangel an IT-Fachkräften. Lediglich 14 Prozent bewerten das Angebot als ausreichend, 5 Prozent sehen ein Überangebot. Mit Blick auf die kommenden Jahre erwarten 76 Prozent, dass sich der IT-Fachkräftemangel weiter verschärfen wird. 15 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Mangel, 8 Prozent mit einer Abnahme. Das sind Ergebnisse der neuen Studie "Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte" des Digitalverbands Bitkom auf Basis zweier repräsentativer Befragungen von 853 bzw. 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland. "Gut qualifizierte IT-Fachkräfte bleiben auch in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage gefragt", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
4 von 10 IT-Teams setzen KI ein
Künstliche Intelligenz beeinflusst den IT-Arbeitsmarkt bislang nur am Rande. 42 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen KI bereits in ihrer IT-Abteilung oder bei der Arbeit ihrer IT-Fachkräfte ein. Weitere 36 Prozent planen den Einsatz, 13 Prozent diskutieren ihn. Für nur 7 Prozent ist KI in der IT derzeit kein Thema. Wo KI bereits eingesetzt wird, geschieht das bislang meist noch nicht systematisch. 43 Prozent nutzen die Technologie nur vereinzelt, 46 Prozent in einigen Bereichen und 7 Prozent in fast allen Bereichen. Ein flächendeckender Einsatz findet bislang noch nicht statt.
"KI kann in der IT zu einem echten Produktivitätstreiber werden", so Wintergerst. "Sie kann Routineaufgaben übernehmen, Prozesse beschleunigen und IT-Fachkräfte entlasten, so dass mehr Zeit für komplexe und strategische Aufgaben bleibt."
Jedes zweite Unternehmen sucht keine neuen KI-Experten
KI könnte die Nachfrage nach KI-Spezialisten zumindest vorübergehend erhöhen. So erwartet die Hälfte der Unternehmen mit IT-Stellen (49 Prozent), dass der Einsatz von KI in der IT zu einer verstärkten Nachfrage nach IT-Fachkräften mit KI-Wissen führen wird. 19 Prozent gehen davon auf jeden Fall aus, weitere 30 Prozent eher. 48 Prozent erwarten hingegen keinen zusätzlichen Bedarf, davon 17 Prozent auf keinen Fall und 31 Prozent eher nicht. Wintergerst: "Auch wenn die Nachfrage nach KI-Experten derzeit noch zurückhaltend ist, erwartet die Hälfte der Unternehmen einen zusätzlichen Bedarf. Je stärker KI in den IT-Teams Einzug hält, desto wichtiger werden Spezialistinnen und Spezialisten, die damit umgehen können."
Mehrheit erwartet keine Verluste von IT-Jobs durch KI
Von den Unternehmen, die KI in ihrer IT bereits einsetzen, haben dadurch nur 10 Prozent vereinzelt IT-Stellen abgebaut. Einen vermehrten Stellenabbau gab es bei keinem der befragten Unternehmen. 85 Prozent haben bislang keine IT-Stellen durch KI abgebaut. Mit Blick auf die Zukunft erwarten zwar 32 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen einen Stellenabbau durch KI. 11 Prozent gehen auf jeden Fall davon aus, dass sie IT-Stellen abbauen werden, weitere 21 Prozent eher schon. 65 Prozent erwarten jedoch keinen Stellenabbau, darunter 24 Prozent eher nicht und 41 Prozent auf keinen Fall.
"KI ist eine disruptive Technologie. Sie wird Berufsbilder und Tätigkeiten verändern - und auch Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt erzeugen", erklärt Wintergerst. "KI übernimmt zwar einzelne Aufgaben, gleichzeitig entstehen neue Anforderungen und Tätigkeitsfelder. Ein Abbau an der einen Stelle kann deshalb mit zusätzlichem Bedarf an anderer Stelle einhergehen."
KI füllt Lücken im IT-Team
KI kommt u.a. dort zum Einsatz, wo sich Stellen aktuell nicht besetzen lassen. In mehr als einem Drittel (35 Prozent) der Unternehmen, die bereits Stellen abgebaut haben oder damit rechnen, ersetzt KI freie IT-Stellen, für die sie niemanden mehr finden können oder wollen. In Einzelfällen könnten auch IT-Jobs von einem Stellenabbau betroffen sein. 47 Prozent der Unternehmen, die entsprechend verfahren, bauen Stellen erfahrener IT-Fachkräfte ab. In 30 Prozent der Unternehmen sind Führungskräfte im IT-Bereich betroffen und in 25 Prozent Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.
Mehr Produktivität, neue Rollen: So wird KI die IT verändern
KI verändert IT-Berufsbilder und die Arbeit in IT-Abteilungen. 74 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die strategische Steuerung und Kontrolle von KI für IT-Fachkräfte an Bedeutung gewinnen werden. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten. 63 Prozent gehen davon aus, dass KI-Kenntnisse und -Tools künftig in allen IT-Berufen benötigt werden. 61 Prozent rechnen zudem damit, dass IT-Fachkräfte stärker unter Druck stehen werden, sich fortlaufend weiterzubilden.
Auch die Aufgabenprofile dürften sich verändern. 61 Prozent erwarten, dass Routineaufgaben und 55 Prozent, dass klassische Einstiegsaufgaben zunehmend wegfallen werden. 38 Prozent rechnen damit, dass KI einzelne IT-Berufe und Berufsbilder weitestgehend ersetzt. Gleichzeitig verbinden Unternehmen mit dem KI-Einsatz auch Chancen. 31 Prozent erwarten eine steigende Produktivität, 30 Prozent eine höhere Qualität der Arbeitsergebnisse. Neben technischen Kenntnissen könnten zudem andere Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen. 29 Prozent gehen davon aus, dass Soft Skills für IT-Fachkräfte künftig wichtiger sein werden als fachliche Kompetenzen.
Wintergerst: "KI kann Aufgaben übernehmen, die bislang etwa von Entwicklerinnen und Entwicklern erledigt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass IT-Fachkräfte überflüssig werden. KI verändert ihre Aufgaben und die gefragten Kompetenzen - und schafft zugleich neue Tätigkeitsfelder."
Bei diesen Aufgaben ist KI in der IT relevant
Wenn es um die konkreten Aufgaben geht, bei denen KI in der IT eingesetzt wird oder ihr Einsatz geprüft wird, stehen das Wissensmanagement und die interne Informationssuche an erster Stelle. 21 Prozent setzen hier bereits KI ein. Von den Unternehmen, die KI noch nicht in der IT einsetzen, überlegen dies 37 Prozent. Auch bei der IT-Sicherheit sind KI-Anwendungen für Unternehmen relevant. Aktuell nutzen zwar nur 3 Prozent der Unternehmen die Technologie, 36 Prozent erwägen jedoch den Einsatz. Für die Automatisierung von Routineaufgaben in der Datenanalyse und Auswertung nutzen 9 Prozent KI, 27 Prozent überlegen einen Einsatz. Bei Softwaretests und Fehleranalysen setzen ebenfalls 9 Prozent KI ein und bei 16 Prozent gibt es Überlegungen für einen KI-Einsatz in diesem Bereich.
Unter den Unternehmen mit vakanten IT-Stellen suchen 12 Prozent Fachkräfte für den Bereich KI. Am häufigsten werden jedoch ganz klassisch Fachkräfte für IT-Administration und Systembetrieb gesucht (26 Prozent), gefolgt von Softwareentwicklung und -architektur (17 Prozent) sowie Cloud und Infrastruktur (14 Prozent). Dahinter folgen IT-Sicherheit mit 11 Prozent, IT-Beratung mit 9 Prozent, Data Science mit 7 Prozent, Qualitätssicherung und Testing mit 6 Prozent sowie IT-Projektmanagement und -koordination mit 4 Prozent.
97 Prozent haben Probleme, IT-Stellen zu besetzen
Doch die gesuchten IT-Fachkräfte zu finden, bleibt für viele Unternehmen schwierig. 97 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen haben Schwierigkeiten, diese zu besetzen. Bei 33 Prozent erfüllen Bewerberinnen und Bewerber die Anforderungen an Kenntnisse neuester Technologien nicht. "Gerade in der IT verändern sich die gefragten Kompetenzen besonders schnell", sagt Wintergerst. "Deshalb ist entscheidend, dass Beschäftigte ihr Wissen kontinuierlich weiterentwickeln und Unternehmen die nötige Weiterbildung ermöglichen." Gleichzeitig fehlt es vielen Unternehmen an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten: 31 Prozent erhalten praktisch keine Bewerbungen auf ihre offenen IT-Stellen. Weitere Hürden sind unter anderem fehlende Deutschkenntnisse (47 Prozent), eine zu geringe fachliche Qualifikation (43 Prozent) und fehlende Soft Skills (32 Prozent).
Ein Fünftel deckt Fachkräftebedarf auch mit KI
Um ihren IT-Fachkräftebedarf zu decken, setzen die Unternehmen auf ein breites Portfolio an Maßnahmen - darunter auch KI. 19 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen verstärkt KI ein, um ihren Fachkräftebedarf zu decken. Häufiger genannt werden bislang klassische Instrumente: Jeweils 34 Prozent setzen auf Weiterbildungsprogramme und die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, 31 Prozent kooperieren mit Universitäten, 28 Prozent betreiben Nachwuchsförderung im IT-Bereich und 22 Prozent arbeiten mit Schulen zusammen.
Daneben setzen 20 Prozent auf Programme, um ältere Beschäftigte länger im Job zu halten, 18 Prozent bemühen sich um externe IT-Fachkräfte und 17 Prozent unterhalten Programme für den Quereinstieg. 15 Prozent nutzen Rekrutierungs- und Fördermaßnahmen für Frauen, 10 Prozent Diversitäts- und Inklusionsprogramme und 6 Prozent rekrutieren verstärkt aus dem Ausland. Nur 4 Prozent tun derzeit nichts, um ihren IT-Fachkräftebedarf zu decken. Im Durchschnitt setzen die Unternehmen drei dieser Maßnahmen ein.
So kann die Politik Unternehmen unterstützen
Die Unternehmen fordern aber auch Unterstützung durch die Politik. 64 Prozent der Unternehmen sind der Auffassung, eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit würde ihnen helfen, ihren Bedarf an IT-Fachkräften zu decken. 58 Prozent nennen eine stärkere Förderung der Fachkräfteeinwanderung, 52 Prozent den Erhalt der Vertrauensarbeitszeit und 49 Prozent eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige. Im Bildungssektor wünschen sich 47 Prozent eine Stärkung der Hochschulen als Ort der beruflichen Weiterbildung. 46 Prozent fordern ein bundesweites Pflichtfach Informatik, 45 Prozent eine stärkere Berufsorientierung an Schulen und 40 Prozent den Ausbau früher MINT-Bildung als hilfreiche Maßnahmen.
"Fachkräftesicherung ist eine gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft und Politik", sagt Wintergerst. "Deutschland muss für Unternehmen und qualifizierte Fachkräfte attraktiver werden. Dazu gehören flexible Arbeitsbedingungen und mehr Handlungsfreiheit für das Management ebenso wie gute Weiterbildungsmöglichkeiten und Nachwuchsförderung."
79.000 IT-Fachkräfte fehlen aktuell in Deutschland
Mehrheit erwartet keine Verluste von IT-Jobs durch KI
97 Prozent der Unternehmen haben Probleme, IT-Stellen zu besetzen
In Deutschland fehlen 79.000 IT-Fachkräfte. Damit hat sich die Zahl der unbesetzten IT-Stellen im Vergleich zu 2023 fast halbiert: Damals lag sie bei 149.000, 2025 bei 109.000. Trotz des Rückgangs bleibt die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt angespannt. 78 Prozent der Unternehmen beobachten derzeit einen Mangel an IT-Fachkräften. Lediglich 14 Prozent bewerten das Angebot als ausreichend, 5 Prozent sehen ein Überangebot. Mit Blick auf die kommenden Jahre erwarten 76 Prozent, dass sich der IT-Fachkräftemangel weiter verschärfen wird. 15 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Mangel, 8 Prozent mit einer Abnahme. Das sind Ergebnisse der neuen Studie "Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte" des Digitalverbands Bitkom auf Basis zweier repräsentativer Befragungen von 853 bzw. 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland. "Gut qualifizierte IT-Fachkräfte bleiben auch in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage gefragt", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
4 von 10 IT-Teams setzen KI ein
Künstliche Intelligenz beeinflusst den IT-Arbeitsmarkt bislang nur am Rande. 42 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen KI bereits in ihrer IT-Abteilung oder bei der Arbeit ihrer IT-Fachkräfte ein. Weitere 36 Prozent planen den Einsatz, 13 Prozent diskutieren ihn. Für nur 7 Prozent ist KI in der IT derzeit kein Thema. Wo KI bereits eingesetzt wird, geschieht das bislang meist noch nicht systematisch. 43 Prozent nutzen die Technologie nur vereinzelt, 46 Prozent in einigen Bereichen und 7 Prozent in fast allen Bereichen. Ein flächendeckender Einsatz findet bislang noch nicht statt.
"KI kann in der IT zu einem echten Produktivitätstreiber werden", so Wintergerst. "Sie kann Routineaufgaben übernehmen, Prozesse beschleunigen und IT-Fachkräfte entlasten, so dass mehr Zeit für komplexe und strategische Aufgaben bleibt."
Jedes zweite Unternehmen sucht keine neuen KI-Experten
KI könnte die Nachfrage nach KI-Spezialisten zumindest vorübergehend erhöhen. So erwartet die Hälfte der Unternehmen mit IT-Stellen (49 Prozent), dass der Einsatz von KI in der IT zu einer verstärkten Nachfrage nach IT-Fachkräften mit KI-Wissen führen wird. 19 Prozent gehen davon auf jeden Fall aus, weitere 30 Prozent eher. 48 Prozent erwarten hingegen keinen zusätzlichen Bedarf, davon 17 Prozent auf keinen Fall und 31 Prozent eher nicht. Wintergerst: "Auch wenn die Nachfrage nach KI-Experten derzeit noch zurückhaltend ist, erwartet die Hälfte der Unternehmen einen zusätzlichen Bedarf. Je stärker KI in den IT-Teams Einzug hält, desto wichtiger werden Spezialistinnen und Spezialisten, die damit umgehen können."
Mehrheit erwartet keine Verluste von IT-Jobs durch KI
Von den Unternehmen, die KI in ihrer IT bereits einsetzen, haben dadurch nur 10 Prozent vereinzelt IT-Stellen abgebaut. Einen vermehrten Stellenabbau gab es bei keinem der befragten Unternehmen. 85 Prozent haben bislang keine IT-Stellen durch KI abgebaut. Mit Blick auf die Zukunft erwarten zwar 32 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen einen Stellenabbau durch KI. 11 Prozent gehen auf jeden Fall davon aus, dass sie IT-Stellen abbauen werden, weitere 21 Prozent eher schon. 65 Prozent erwarten jedoch keinen Stellenabbau, darunter 24 Prozent eher nicht und 41 Prozent auf keinen Fall.
"KI ist eine disruptive Technologie. Sie wird Berufsbilder und Tätigkeiten verändern - und auch Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt erzeugen", erklärt Wintergerst. "KI übernimmt zwar einzelne Aufgaben, gleichzeitig entstehen neue Anforderungen und Tätigkeitsfelder. Ein Abbau an der einen Stelle kann deshalb mit zusätzlichem Bedarf an anderer Stelle einhergehen."
KI füllt Lücken im IT-Team
KI kommt u.a. dort zum Einsatz, wo sich Stellen aktuell nicht besetzen lassen. In mehr als einem Drittel (35 Prozent) der Unternehmen, die bereits Stellen abgebaut haben oder damit rechnen, ersetzt KI freie IT-Stellen, für die sie niemanden mehr finden können oder wollen. In Einzelfällen könnten auch IT-Jobs von einem Stellenabbau betroffen sein. 47 Prozent der Unternehmen, die entsprechend verfahren, bauen Stellen erfahrener IT-Fachkräfte ab. In 30 Prozent der Unternehmen sind Führungskräfte im IT-Bereich betroffen und in 25 Prozent Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.
Mehr Produktivität, neue Rollen: So wird KI die IT verändern
KI verändert IT-Berufsbilder und die Arbeit in IT-Abteilungen. 74 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die strategische Steuerung und Kontrolle von KI für IT-Fachkräfte an Bedeutung gewinnen werden. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten. 63 Prozent gehen davon aus, dass KI-Kenntnisse und -Tools künftig in allen IT-Berufen benötigt werden. 61 Prozent rechnen zudem damit, dass IT-Fachkräfte stärker unter Druck stehen werden, sich fortlaufend weiterzubilden.
Auch die Aufgabenprofile dürften sich verändern. 61 Prozent erwarten, dass Routineaufgaben und 55 Prozent, dass klassische Einstiegsaufgaben zunehmend wegfallen werden. 38 Prozent rechnen damit, dass KI einzelne IT-Berufe und Berufsbilder weitestgehend ersetzt. Gleichzeitig verbinden Unternehmen mit dem KI-Einsatz auch Chancen. 31 Prozent erwarten eine steigende Produktivität, 30 Prozent eine höhere Qualität der Arbeitsergebnisse. Neben technischen Kenntnissen könnten zudem andere Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen. 29 Prozent gehen davon aus, dass Soft Skills für IT-Fachkräfte künftig wichtiger sein werden als fachliche Kompetenzen.
Wintergerst: "KI kann Aufgaben übernehmen, die bislang etwa von Entwicklerinnen und Entwicklern erledigt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass IT-Fachkräfte überflüssig werden. KI verändert ihre Aufgaben und die gefragten Kompetenzen - und schafft zugleich neue Tätigkeitsfelder."
Bei diesen Aufgaben ist KI in der IT relevant
Wenn es um die konkreten Aufgaben geht, bei denen KI in der IT eingesetzt wird oder ihr Einsatz geprüft wird, stehen das Wissensmanagement und die interne Informationssuche an erster Stelle. 21 Prozent setzen hier bereits KI ein. Von den Unternehmen, die KI noch nicht in der IT einsetzen, überlegen dies 37 Prozent. Auch bei der IT-Sicherheit sind KI-Anwendungen für Unternehmen relevant. Aktuell nutzen zwar nur 3 Prozent der Unternehmen die Technologie, 36 Prozent erwägen jedoch den Einsatz. Für die Automatisierung von Routineaufgaben in der Datenanalyse und Auswertung nutzen 9 Prozent KI, 27 Prozent überlegen einen Einsatz. Bei Softwaretests und Fehleranalysen setzen ebenfalls 9 Prozent KI ein und bei 16 Prozent gibt es Überlegungen für einen KI-Einsatz in diesem Bereich.
Unter den Unternehmen mit vakanten IT-Stellen suchen 12 Prozent Fachkräfte für den Bereich KI. Am häufigsten werden jedoch ganz klassisch Fachkräfte für IT-Administration und Systembetrieb gesucht (26 Prozent), gefolgt von Softwareentwicklung und -architektur (17 Prozent) sowie Cloud und Infrastruktur (14 Prozent). Dahinter folgen IT-Sicherheit mit 11 Prozent, IT-Beratung mit 9 Prozent, Data Science mit 7 Prozent, Qualitätssicherung und Testing mit 6 Prozent sowie IT-Projektmanagement und -koordination mit 4 Prozent.
97 Prozent haben Probleme, IT-Stellen zu besetzen
Doch die gesuchten IT-Fachkräfte zu finden, bleibt für viele Unternehmen schwierig. 97 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen haben Schwierigkeiten, diese zu besetzen. Bei 33 Prozent erfüllen Bewerberinnen und Bewerber die Anforderungen an Kenntnisse neuester Technologien nicht. "Gerade in der IT verändern sich die gefragten Kompetenzen besonders schnell", sagt Wintergerst. "Deshalb ist entscheidend, dass Beschäftigte ihr Wissen kontinuierlich weiterentwickeln und Unternehmen die nötige Weiterbildung ermöglichen." Gleichzeitig fehlt es vielen Unternehmen an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten: 31 Prozent erhalten praktisch keine Bewerbungen auf ihre offenen IT-Stellen. Weitere Hürden sind unter anderem fehlende Deutschkenntnisse (47 Prozent), eine zu geringe fachliche Qualifikation (43 Prozent) und fehlende Soft Skills (32 Prozent).
Ein Fünftel deckt Fachkräftebedarf auch mit KI
Um ihren IT-Fachkräftebedarf zu decken, setzen die Unternehmen auf ein breites Portfolio an Maßnahmen - darunter auch KI. 19 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen verstärkt KI ein, um ihren Fachkräftebedarf zu decken. Häufiger genannt werden bislang klassische Instrumente: Jeweils 34 Prozent setzen auf Weiterbildungsprogramme und die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, 31 Prozent kooperieren mit Universitäten, 28 Prozent betreiben Nachwuchsförderung im IT-Bereich und 22 Prozent arbeiten mit Schulen zusammen.
Daneben setzen 20 Prozent auf Programme, um ältere Beschäftigte länger im Job zu halten, 18 Prozent bemühen sich um externe IT-Fachkräfte und 17 Prozent unterhalten Programme für den Quereinstieg. 15 Prozent nutzen Rekrutierungs- und Fördermaßnahmen für Frauen, 10 Prozent Diversitäts- und Inklusionsprogramme und 6 Prozent rekrutieren verstärkt aus dem Ausland. Nur 4 Prozent tun derzeit nichts, um ihren IT-Fachkräftebedarf zu decken. Im Durchschnitt setzen die Unternehmen drei dieser Maßnahmen ein.
So kann die Politik Unternehmen unterstützen
Die Unternehmen fordern aber auch Unterstützung durch die Politik. 64 Prozent der Unternehmen sind der Auffassung, eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit würde ihnen helfen, ihren Bedarf an IT-Fachkräften zu decken. 58 Prozent nennen eine stärkere Förderung der Fachkräfteeinwanderung, 52 Prozent den Erhalt der Vertrauensarbeitszeit und 49 Prozent eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige. Im Bildungssektor wünschen sich 47 Prozent eine Stärkung der Hochschulen als Ort der beruflichen Weiterbildung. 46 Prozent fordern ein bundesweites Pflichtfach Informatik, 45 Prozent eine stärkere Berufsorientierung an Schulen und 40 Prozent den Ausbau früher MINT-Bildung als hilfreiche Maßnahmen.
"Fachkräftesicherung ist eine gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft und Politik", sagt Wintergerst. "Deutschland muss für Unternehmen und qualifizierte Fachkräfte attraktiver werden. Dazu gehören flexible Arbeitsbedingungen und mehr Handlungsfreiheit für das Management ebenso wie gute Weiterbildungsmöglichkeiten und Nachwuchsförderung."
Pressekontakt:
Marie Kreß
Pressereferentin
Telefon: +49 30 27576-432
E-Mail: m.kress@bitkom.org
Andreas Streim
Pressesprecher
Telefon: +49 30 27576-112
E-Mail: a.streim@bitkom.org
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