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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung|13.10.2026

PRESSEMITTEILUNG

KI bisher kein Jobkiller, aber Berufseinsteiger zunehmend betroffen - IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Nürnberg (kkdp)·Ein allgemeiner Beschäftigungseinbruch in Berufen mit hohem KI-Einfluss bleibt bisher aus. Bei jungen Beschäftigten zeigt sich indes ein - im Verhältnis zur Bedeutung der schwachen Konjunktur - zwar geringer, jedoch zunehmend negativer Zusammenhang. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Insgesamt entwickelte sich die Vollzeitbeschäftigung in Berufen mit hoher KI-Betroffenheit seit 2022 günstiger als in Berufen mit weniger KI-Betroffenheit. Das Beschäftigungswachstum fiel in KI-betroffenen Berufen bei den 30- bis 39-Jährigen um fast 6 Prozentpunkte und bei den 40- bis 64-Jährigen um rund 5 Prozentpunkte höher aus als in weniger KI-betroffenen Berufen. Bei den 20- bis 29-Jährigen hingegen zeigt sich zuletzt ein zunehmend negativer Zusammenhang: Die Vollzeitbeschäftigung in dieser Altersgruppe ging in stark KI-betroffenen Berufen um 1,2 Prozentpunkte stärker zurück als in weniger betroffenen Berufen.

Bei den 20- bis 29-Jährigen geht eine höhere KI-Betroffenheit mit einer leicht negativen Beschäftigungsentwicklung einher. Der Zusammenhang ist jedoch statistisch nicht signifikant, verstärkt sich aber über die Zeit. Demgegenüber geht die wirtschaftliche Schwächephase mit einem deutlichen und sich über die Jahre verstärkenden Beschäftigungsrückgang einher. "Vor allem die Wirtschaftsschwäche der letzten Jahre hat zu einer sinkenden Beschäftigung von jungen Beschäftigten beigetragen, während der Einfluss von KI unterm Strich eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben dürfte," berichtet IAB-Forscher Oliver Schlenker. Die Konjunkturanfälligkeit ist bei jungen Beschäftigten besonders ausgeprägt: Ihre Beschäftigung ging in Berufen in wirtschaftlich schwächelnden Sektoren zwischen 2022 und 2025 um 4,2 Prozent zurück.

Ein mögliches KI-Warnsignal zeigt sich allerdings im Verarbeitenden Gewerbe sowie in nicht akademisch geprägten Berufen, obwohl Letztere im Durchschnitt weniger KI-betroffen sind als akademische Berufe. In beiden Bereichen geht bei den 20- bis 29-Jährigen eine höhere KI-Betroffenheit mit einer negativen Beschäftigungsentwicklung einher. "Entgegen der öffentlichen Diskussion um die Einstiegsprobleme junger Akademikerinnen und Akademiker lenken die Analysen den Blick eher auf nichtakademisch geprägte Berufe und das Verarbeitende Gewerbe," erklärt IAB-Forscher Michele Dinelli.

"Eine höhere KI-Betroffenheit bedeutet nicht zwingend eine schwächere Beschäftigungsentwicklung. Angesichts der äußerst dynamischen Entwicklung sollte KI aber als ein weiterer möglicher Einflussfaktor über 2025 hinaus weiter beobachtet werden," konstatiert IAB-Vizedirektorin Melanie Arntz.

Die Studie ist abrufbar im IAB-Forum unter iab-forum.de

Pressekontakt:

Christine Vigeant
E-Mail: presse@iab.de
Telefon: 0911 179-1946

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