Sozialverband VdK Deutschland e. V.|26.08.2026
PRESSEMITTEILUNG
VdK-Umfrage: Attestpflicht ab dem ersten Tag könnte Fehlzeiten verlängern
Berlin (kkdp)·26.08.2026
Nach dem Beschluss des Koalitionsausschusses, eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einzuführen, widersprechen neue Daten den Annahmen hinter der geplanten Reform. Eine repräsentative YouGov-Umfrage des Sozialverbands VdK zeigt: Missbrauch von Krankmeldungen ist die absolute Ausnahme.
Besonders brisant: Ein verpflichtendes Attest ab dem ersten Krankheitstag könnte genau das Gegenteil des gewünschten Effekts erzielen. 60 Prozent der Beschäftigten gaben an, ihr Verhalten würde sich durch die Neuregelung nicht ändern. 14 Prozent würden dagegen eher krank zur Arbeit gehen, um sich den Arztbesuch zu sparen - ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Kolleginnen und Kollegen inklusive. 21 Prozent würden sich vorsorglich für einen längeren Zeitraum krankschreiben lassen, um nicht erneut zum Arzt zu müssen.
"Wer Beschäftigte zwingt, schon am ersten Tag zum Arzt zu gehen, riskiert, dass sich Menschen krank zur Arbeit schleppen oder sich vorsorglich länger krankschreiben lassen", fasst Bentele die Ergebnisse zusammen. "Das wäre das genaue Gegenteil dessen, was die Reform angeblich erreichen soll, und schadet am Ende allen: den Beschäftigten, den Betrieben und den ohnehin überlasteten Arztpraxen."
Die Umfrage widerlegt zudem die Unterstellung, Beschäftigte würden sich krankmelden, obwohl sie gesund sind: 73 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, sich bislang ausschließlich dann krankgemeldet zu haben, wenn sie eindeutig krank und arbeitsunfähig waren. Lediglich drei Prozent räumen ein, sich schon einmal krankgemeldet zu haben, obwohl sie komplett gesund waren.
VdK-Präsidentin Verena Bentele: "Wer Beschäftigten massenhaften Missbrauch von Krankmeldungen unterstellt, täuscht bewusst. Diese Annahme ist Ausdruck eines tiefsitzenden Misstrauens gegenüber Millionen ehrlicher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."
Auch die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung stößt in der Bevölkerung mehrheitlich auf Ablehnung: 61 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, nur 29 Prozent befürworten sie. Die telefonische Krankschreibung macht nach aktuellen Zahlen des Zentralinstitut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 0,8 bis 1,2 Prozent aller Krankschreibungen aus.
Aktuelle Zahlen der DAKkurz fürDAK-Gesundheit-Gesundheit zeigen währenddessen einen Wandel im Krankheitsgeschehen: Zwar sank der Gesamtkrankenstand im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,3 Prozent, die durchschnittliche Dauer eines Krankheitsfalls stieg jedoch auf 9,7 Tage. Psychische Erkrankungen waren hierbei erstmals die häufigste Ursache für Fehlzeiten von Arbeitnehmenden. Da diese Diagnosen mit durchschnittlich rund 28 Tagen deutlich längere Ausfallzeiten verursachen, steigt auch die durchschnittliche Dauer eines Krankheitsfalls.
Hinweise zur Methodik
Die Daten der Befragung zur Krankschreibung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben.
Für diese Befragung wurden im Zeitraum 24. bis 27.07.2026 insgesamt 2.341 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Bentele: "Wer Beschäftigten massenhaften Missbrauch von Krankmeldungen unterstellt, täuscht bewusst"
Mehrheit lehnt auch Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ab
Nach dem Beschluss des Koalitionsausschusses, eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag einzuführen, widersprechen neue Daten den Annahmen hinter der geplanten Reform. Eine repräsentative YouGov-Umfrage des Sozialverbands VdK zeigt: Missbrauch von Krankmeldungen ist die absolute Ausnahme.
Besonders brisant: Ein verpflichtendes Attest ab dem ersten Krankheitstag könnte genau das Gegenteil des gewünschten Effekts erzielen. 60 Prozent der Beschäftigten gaben an, ihr Verhalten würde sich durch die Neuregelung nicht ändern. 14 Prozent würden dagegen eher krank zur Arbeit gehen, um sich den Arztbesuch zu sparen - ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Kolleginnen und Kollegen inklusive. 21 Prozent würden sich vorsorglich für einen längeren Zeitraum krankschreiben lassen, um nicht erneut zum Arzt zu müssen.
"Wer Beschäftigte zwingt, schon am ersten Tag zum Arzt zu gehen, riskiert, dass sich Menschen krank zur Arbeit schleppen oder sich vorsorglich länger krankschreiben lassen", fasst Bentele die Ergebnisse zusammen. "Das wäre das genaue Gegenteil dessen, was die Reform angeblich erreichen soll, und schadet am Ende allen: den Beschäftigten, den Betrieben und den ohnehin überlasteten Arztpraxen."
Die Umfrage widerlegt zudem die Unterstellung, Beschäftigte würden sich krankmelden, obwohl sie gesund sind: 73 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, sich bislang ausschließlich dann krankgemeldet zu haben, wenn sie eindeutig krank und arbeitsunfähig waren. Lediglich drei Prozent räumen ein, sich schon einmal krankgemeldet zu haben, obwohl sie komplett gesund waren.
VdK-Präsidentin Verena Bentele: "Wer Beschäftigten massenhaften Missbrauch von Krankmeldungen unterstellt, täuscht bewusst. Diese Annahme ist Ausdruck eines tiefsitzenden Misstrauens gegenüber Millionen ehrlicher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."
Auch die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung stößt in der Bevölkerung mehrheitlich auf Ablehnung: 61 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, nur 29 Prozent befürworten sie. Die telefonische Krankschreibung macht nach aktuellen Zahlen des Zentralinstitut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 0,8 bis 1,2 Prozent aller Krankschreibungen aus.
Aktuelle Zahlen der DAKkurz fürDAK-Gesundheit-Gesundheit zeigen währenddessen einen Wandel im Krankheitsgeschehen: Zwar sank der Gesamtkrankenstand im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,3 Prozent, die durchschnittliche Dauer eines Krankheitsfalls stieg jedoch auf 9,7 Tage. Psychische Erkrankungen waren hierbei erstmals die häufigste Ursache für Fehlzeiten von Arbeitnehmenden. Da diese Diagnosen mit durchschnittlich rund 28 Tagen deutlich längere Ausfallzeiten verursachen, steigt auch die durchschnittliche Dauer eines Krankheitsfalls.
Hinweise zur Methodik
Die Daten der Befragung zur Krankschreibung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben.
Für diese Befragung wurden im Zeitraum 24. bis 27.07.2026 insgesamt 2.341 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politisches Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Pressekontakt:
Julia Frediani
Telefon: 030 9210580-409
Mobil: 0175 6604730
E-Mail: j.frediani@vdk.de
Dies ist ein Ausdruck aus www.krankenkassen-direkt.de
Es gelten die Allgemeinen Nutzungsbedingungen.
© 2000-2026 Redaktion kkdirekt; alle Rechte vorbehalten, alle Angaben ohne Gewähr.
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