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01.10.2014

Private Vorsorge

Absicherung im Krankheitsfall

Private (Ergänzungs-) Vorsorge

Für gesetzlich Krankenversicherte gehört die private Vorsorge nicht zwingend auf die Agenda. Es kommt vielmehr auf die individuelle Situation an, ob und inwieweit eine Ergänzung des gesetzlichen Schutzes empfehlenswert ist. Typische Produkte hierbei sind die

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU),
die Kranken(-Zusatz)versicherung sowie
die Pflegetagegeldversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU-Versicherung gilt heute als eine der wichtigsten Bereiche in der privaten Vorsorge. Versicherer gehen davon aus, dass knapp 25 Prozent der Arbeitnehmer aufgrund Berufsunfähigkeit vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Für Selbstständige ist die private Vorsorge nahezu zwingend. Mit der Feststellung einer Berufsunfähigkeit endet zumeist der Anspruch auf Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung. Auch die gesetzlichen Kassen zahlen Krankengeld für dieselbe Krankheit maximal 18 Monate am Stück.
Keine gesetzliche BU-Rente mehr
Die gesetzliche Rentenversicherung sieht Leistungen zur Berufsunfähigkeit nicht mehr vor. 2001 wurde die BU-Rente durch ein mehrstufiges System der Erwerbsminderungsrente ersetzt. Hierbei kann der Rentenversicherungsträger auch auf andere/geringerwertige Berufe und Tätigkeiten verweisen.
Die Leistungen der BU-Versicherung werden in der Regel als monatliche Geldleistung vom Eintritt der BU bis zur Altersrente gezahlt. Die Höhe sollte sich - zusammen mit ggf. anderen Leistungen - am bisherigen Netto-Entgelt orientieren. Zudem sollte der Vertrag einen Verzicht des Versicherers auf die abstakte Verweisung (Berufswechsel) und die Arztanordnungsklausel (Einschränkung der Therapie- und Entscheidungsfreiheit) beinhalten.

Kranken-Zusatzversicherung

Mit der Kranken-Zusatzversicherung können die gesetzlich Leistungen individuell ergänzt werden. Die gängigen Tarife bieten Vorteile im Krankenhaus (Klinikwahl, Chefarzt, 1-/2-Bett-Zimmer), schliessen Lücken beim Krankengeld und optimieren die ambulante Versorgung (z. B. Zahnersatz, alternative Heilmethoden, Heilpraktiker).

Auch gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern Zusatztarife in Kooperation mit Privatversicherern oder in eigener Risikoträgerschaft an. Möglichen Rabatten stehen dabei jedoch auch Nachteile gegenüber. So führt eine Kassenwechsel in der Regel zum Verlust des Exklusivtarifs. Beim Neuabschluss sind dann ein höheres Eintrittsalter, ggf. eingetretene Vorerkrankungen und Wartezeiten zu berücksichtigen.

Pflegeversicherung

Bei Pflegebedürftigkeit können für die notwendige Versorgung hohe Zuzahlungen der Betroffenen und Angehörigen anfallen. Insbesondere bei der Unterbringung in Pflegeheimen reichen die gesetzlichen Leistungen meist nicht aus. In vielen Fällen führt dies langfristig zur finanziellen Überforderung.

Seit Januar 2013 zahlt der Staat fünf Euro Zulage im Monat ("Pflege-Bahr") für alle, die eine private Pflegetagegeldversicherung abschließen. Voraussetzung für die nach dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) benannte Förderung ist, dass der Tarif die staatlichen Vorgaben erfüllt. So müssen die Versicherer jeden noch nicht pflegebedürftigen Versicherten aufnehmen und dabei auf die Erhebung von Risikozuschlägen verzichten.

Verbraucherschützer raten jedoch von Zulagentarifen in der Pflege ab: Sie reichten nicht aus, um die finanzielle Lücke im Pflegefall zu schließen. Die nicht geförderten Tarife seien geeigneter, so das Ergebnis einer Untersuchung im Jahr 2013.

Private Kranken-Vollversicherung

Vor allem Selbstständige, Gewerbetreibende, Freiberufler, Beamte und Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (2014: 4.462,50 pro Monat) können sich privat krankenversichern. Dabei ist weder die gesetzliche noch die private Krankenversicherung pauschal besser. Wichtige Faktoren bei der Abwägung sind neben dem gewünschten Leistungspaket der Versicherung die risikorelevanten Faktoren wie Lebensalter, Geschlecht, Familienstand/-planung, berufliche Pläne und der Gesundheitszustand und Gesundheitsrisiken.

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Einen ersten Überblick über die Tarife und Preise erhalten Sie auf entsprechenden Finanzportalen. Für viele Produkte sind entsprechende Rechner hinterlegt. Angebotsanforderungen sind meist kostenfrei und unverbindlich, werden aber von Maklern und nicht von Versicherungsberatern erstellt.

Beispiel finanzen.de:

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