Unabhängiges Informations- und Karriereportal für die gesetzliche Krankenversicherung
Donnerstag, 26.05.2016

Mitteilung

BIG direkt gesund|04.03.2016

PRESSEMITTEILUNG

BIG-Vorstand: Höchste Zeit für Reform des Finanzausgleichs

Dortmund·Mit Unverständnis reagiert BIG direkt gesund auf die aktuelle Entscheidung des Bundesversicherungsamtes (BVA) in Sachen Krankheitsauswahl beim morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). "Eine Chance, den Morbi-RSA fairer aufzustellen, wurde vertan", sagt Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der Direktkrankenkasse. Er sieht jetzt vor allem die Politik in der Pflicht, eine Reform des Morbi-RSA noch vor der Bundestagswahl 2017 anzugehen.

80 Krankheiten Basis für Umverteilung

Jedes Jahr legt das BVA 80 Krankheiten fest, die für den Finanzausgleich unter den Kassen zu berücksichtigen sind. Allein auf Basis dieser 80 Krankheiten und knapp 4000 dahinter stehenden Diagnosen wird circa die Hälfte der Finanzmittel des Gesundheitsfonds von rund 200 Milliarden Euro im Jahr umverteilt. Im Kern geht es dabei immer darum, wie einerseits die Kosten einer Erkrankung, anderseits die Prävalenz, also die Krankheitshäufigkeit, in die hoch komplexe Berechnung des Finanzausgleichs eingehen. Peter Kaetsch hätte es sehr begrüßt, wenn das BVA dabei den Empfehlungen des jüngsten Gutachtens, das das IGES-Institut im Auftrag mehrerer Ersatz-, Betriebs- und Innungskrankenkassen erstellt hat, gefolgt wäre.

Wettbewerbsneutralität nicht gegeben

Fakt ist laut Kaetsch, dass das Verhältnis zwischen Ausgaben und Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zwischen den Kassenarten und einzelnen Krankenkassen deutlich variiert. Wirtschaftliches Handeln werde durch den Verteilmechanismus des Morbi-RSA oftmals nicht belohnt. "Einzelne Kassen sind trotz vergleichsweise niedriger Zusatzbeiträge weiterhin in der komfortablen Lage, Vermögen aufzubauen", so Kaetsch. Das gegenwärtige Ausgleichssystem konterkariere damit ausgerechnet jene Wettbewerbsneutralität, die ein solches System charakterisieren solle.

Ursprüngliches Ziel des Finanzausgleichs verfehlt

"Würde das BVA die Empfehlungen des IGES-Gutachtens bei der Veränderung der Krankheitsauswahl akzeptieren, glichen sich auf Ebene der Kassenarten zumindest ein Teil der Unter- und Überdeckungen an", so Kaetsch. Er erinnert daran, dass der Finanzausgleich ursprünglich verhindern sollte, dass Krankenkassen im Wettbewerb sich lediglich darum bemühen, für junge gesunde Menschen, sogenannte "gute Risiken", attraktiv zu sein. Diesem Ziel wird der Ausgleich jedoch nach Ansicht von Kaetsch nicht mehr gerecht.

Zielgenauerer Finanzausgleich notwendig

"Der Finanzausgleich muss dringend zielgenauer werden und das Krankheitsgeschehen einer Kasse besser abbilden, und zwar ohne den Wettbewerb unter den Kassen künstlich zu beeinflussen", so Kaetsch. Er appelliert insbesondere an die Politik, die Reform des Morbi-RSA zügig anzugehen. Kaetsch: "Das Thema sollte noch vor der Bundestagswahl 2017 angepackt werden."

Pressekontakt:

Bettina Kiwitt
Pressesprecherin
presse@big-direkt.de
Fon 0231.5557-1016
Mobil 0151 18568532
Fax 0231.5557-4016


 

Immer aktuell - der kostenfreie GKV-Newsletter:

GKV-Newsletter

Info|Hilfe|Datenschutzerklärung