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Donnerstag, 26.05.2016

Mitteilung

BKK Landesverband Bayern|10.09.2014

PRESSEMITTEILUNG

Amtliche Statistik bestätigt Verzerrungen im Krankenkassenfinanzausgleich

München·Die Betriebskrankenkassen (BKK) in Bayern sehen ihre Warnungen um die Wettbewerbsverzerrungen im Krankenkassenfinanzausgleich (Morbi-RSA) bestätigt: Nach der amtlichen Statistik der Gesetzlichen Krankenkassen des ersten Halbjahres 2014 können ausschließlich AOK und Knappschaft ihr Vermögen um zusammen rund 200 Millionen Euro ausbauen. Zu 70 Prozent resultiert dieser Zuwachs aus der neuen Regelung zur Annualisierung der Kassenausgaben für die letzte Behandlungsphase Verstorbener, stellt der BKK Landesverband Bayern fest.

Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern: "Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich verzerrt nachweislich den Wettbewerb unter den Krankenkassen. Regelungen wie die Annualisierung der Ausgaben für Verstorbene wirken überkompensierend. Der Morbi-RSA nimmt in Kauf, dass die Krankenkassen mit unterschiedlichen Startpositionen in den Beitragswettbewerb geschickt werden."

Statt bestehende Wettbewerbsverzerrungen im Krankenkassenfinanzausgleich abzubauen hat der Gesetzgeber mit dem erweiterten Finanzausgleich für Verstorbene erneut die Ungleichgewichte erhöht. Je Versicherten sind die Rücklagen der AOK auf hohem Niveau um 3 Prozent gestiegen, bei der Knappschaft gar um 51 Prozent. Allein bei den Betriebskrankenkassen gingen die Rücklagen um 6 Prozent zurück. Zu einem Drittel trägt die Verstorbenenregelung dafür Rechnung. (Siehe Grafiken zum Herunterladen unterhalb des Textes.)

Der BKK Landesverband Bayern tritt seit Jahren dafür ein, den Krankenkassenfinanzausgleich auf harte, messbare und nicht manipulierbare Faktoren zu stellen. Ein Risikostrukturausgleich mit den Ausgleichsfaktoren Alter, Geschlecht und Erwerbsminderungsstatus ergänzt um einen Risikopool für teure Versorgungsfälle würde den tatsächlichen Leistungsbedarf jeder Krankenkasse nahezu exakt und transparent abbilden.

Grafiken zur Meldung

Pressekontakt:

BKK Landesverband Bayern
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Züricher Straße 25, 81476 München

Pressesprecherin: Manuela Osterloh
Telefon 0 89 / 7 45 79 - 4 21
osterloh@bkk-lv-bayern.de


 

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