Unabhängiges Informations- und Karriereportal für die gesetzliche Krankenversicherung
Mittwoch, 07.12.2016

Mitteilung

gematik GmbH|20.01.2015

PRESSEMITTEILUNG

Aktueller Stand der Einführung der Telematikinfrastruktur und erster Anwendungen

Berlin·Das komplexe Entwicklungsprojekt zur Einführung der Telematikinfrastruktur und erster Anwendungen schreitet weiter voran. Die beauftragten Industrieunternehmen befinden sich derzeit in der Entwicklung, dem Aufbau und der Integration der Infrastrukturkomponenten. Ein wesentlicher Bestandteil der Integration ist der Aufbau des zentralen Netzwerkes der Telematikinfrastruktur. In einem ersten Schritt wurden die Fachdienste der Krankenkassen zur Unterstützung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) Mitte des Jahres angebunden. Das zentrale Netz ist aufgebaut, und die Zulassungstests (z.B. Public Key Infrastruktur) für den zukünftigen Betrieb mit Echtdaten von rund 70 Millionen Karten haben begonnen.

In einem ersten Test ("Durchstichtest"), der von den Industriepartnern zusammen mit der Kaufmännischen Krankenkasse im Dezember durchgeführt wurde, konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Telematikinfrastruktur im Zusammenspiel mit allen Komponenten für den Versichertenstammdatenabgleich funktionsfähig ist. In dem Test wurde der Versichertenstammdatensatz über die Telematikinfrastruktur online überprüft und erfolgreich aktualisiert. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die Telematikinfrastruktur im kommenden Herbst im Echtbetrieb erproben zu können. Ebenfalls im Dezember ist die erste Produktivzulassung (CVC-Root) erfolgt. Somit ist die Grundlage für eine spätere Personalisierung der Karten (eGK, Heilberufsausweise, Instituts- und Gerätekarten) gelegt.

Erprobungsstart
Voraussichtlich im Herbst 2015 kann mit der Erprobung bei allen Teilnehmern begonnen werden. Bereits vorher werden die Inbetriebnahme und die Zulassung abgeschlossen. An der Erprobung werden in den zwei Testregionen Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) und Südost (Sachsen und Bayern) insgesamt 1.000 Arzt- und Zahnarztpraxen und 10 Krankenhäuser teilnehmen. Nach aktueller Planung wird sich die Erprobung der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) und der sicheren Kommunikation der Leistungserbringer - KOM-LE (*) - der Erprobung VSDM anschließen.

Wissenschaftliche Evaluation
Die Erprobung wird durch eine wissenschaftliche Evaluation begleitet. Ziel der wissenschaftlichen Evaluation ist, die Akzeptanz und Praxistauglichkeit der neuen technischen Prozesse mit der elektronischen Gesundheitskarte zu analysieren. Dies erfolgt aus Sicht der Anwender, also der an der Erprobung teilnehmenden Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser sowie aus Sicht der Beteiligten, also der Patienten. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der Einführung der Anwendungen und Basisdienste auf interne Prozesse und Strukturen in den Institutionen der Leistungserbringer betrachtet. Aus den Ergebnissen der wissenschaftlichen Evaluation werden Empfehlungen für den bundesweiten Rollout abgeleitet. Die gematik hat im September 2014 die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg beauftragt, die wissenschaftliche Evaluation durchzuführen.
Nach erfolgreichem Abschluss der Erprobung und parallel durchgeführter Evaluation wird das Netz der Telematikinfrastruktur für den bundesweiten Anschluss aller Praxen und Krankenhäuser bereitstehen.

Notfalldatenmanagement
Die gematik-Gesellschafter haben in der 48. Gesellschafterversammlung im November das Vorhaben "Notfalldatenmanagement-Sprint" beschlossen, in dem bereits heute Prozesse aus der späteren Projektphase des Notfalldatenmanagements (NFDM) evaluiert werden. Hierbei soll bereits ohne Anbindung an die Telematikinfrastruktur untersucht werden, ob das Einwilligungsverfahren des Versicherten in die freiwillige Anwendung und das erstmalige Anlegen eines Notfalldatensatzes alltagstauglich sind sowie durch die Patientenverwaltungssysteme ausreichend unterstützt werden. Da die Integration von NFDM in die Primärsysteme für die Akzeptanz bei Versicherten und Ärzten bedeutsam ist, können so gegebenenfalls Optimierungspotenziale frühzeitig erkannt und genutzt werden, bevor die eigentliche Erprobung beginnt.

*) Vorbehaltlich Gesellschafterbeschluss

Pressekontakt:

Pressestelle der gematik GmbH
Telefon: +49 (30) 400 41-0
Telefax: +49 (30) 400 41-111
E-Mail: presse@gematik.de


 

Immer aktuell - der kostenfreie GKV-Newsletter:

GKV-Newsletter

Info|Hilfe|Datenschutzerklärung