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Montag, 19.02.2018

News & Meldungen

Änderungen bei den Krankenkassen

Übersicht: Fusionen und Zusatzbeiträge für 2018

20.12.2017·Die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschlossene Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes findet in der Praxis kaum Berücksichtigung. Die große Mehrheit der Krankenkassen hat ihren Beitragssatz zum Jahreswechsel nicht geändert. Lediglich 17 Kassen haben ihren Zusatzbeitrag gesenkt, acht Kassen haben ihn dagegen angehoben. Die Spanne der Beitragssätze reicht damit seit Januar von 14,6 bis 16,3 Prozent. Die Zahl der Krankenkassen hat sich zum 01.01.2018 fusionsbedingt auf 109* reduziert.

Zusammen mit ihren Haushaltsplänen für das neue Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre individuellen Zusatzbeitragssätze für 2018 festgelegt. Über 80 Prozent der Kassen sind dabei nicht der vom BMG beschlossenen Absenkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte (vgl. "Links zum Thema") gefolgt. Die Ursache hierfür liegt in unterschiedlichen Einschätzungen der in 2018 entstehenden Ausgaben. Innerhalb des GKV-Schätzerkreises, auf dessen Prognosen die BMG-Vorgabe beruht, wurden die Vertreter der Krankenkassen im Oktober 2017 mit ihrer Einschätzung für 2018 von den Vertretern des BMG und des Bundesversicherungsamtes (BVA) überstimmt (wir berichteten, vgl. "Links zum Thema"). Wäre es nach den Krankenkassen gegangen, hätte der bisherige durchschnittliche Zusatzbeitragssatz (1,1 Prozent) nicht auf 1,0 Prozent gesenkt werden dürfen. Dies spiegelt sich nun in den individuellen Haushaltsplänen der Kassen wider.

Nur 12 Kassen erheben "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz"

Die Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitrags hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beeinflusst wird er hauptsächlich von der Risikostruktur der Versicherten, der Berücksichtigung dieser innerhalb des Finanzausgleichs (Morbi-RSA), der Wirtschaftlichkeit und den vorhandenen Rücklagen einer Kasse. Die von den Krankenkassen für 2018 beschlossenen Änderungen teilen sich wie folgt auf:

84 Kassen verändern ihren Zusatzbeitrag nicht
17 Kassen senken den Zusatzbeitrag (davon 1 Kasse auf 0,0 Prozent)
8 Kassen heben den Zusatzbeitrag an

Abgrenzung zur BMG-Vorgabe (1,0 Prozent)

54 Kassen erheben mehr als 1,0 Prozent
12 Kassen erheben 1,0 Prozent (durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz)
43 Kassen erheben weniger als 1,0 Prozent
28 Kassen liegen mind. 0,3 Prozentpunkte über dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz
Die Spanne der Zusatzbeitragssätze reicht von 0,0 bis 1,7 Prozent

Eine detaillierte Liste der Zusatzbeiträge finden Sie in der Box "Beitragssätze 2018" und unter "Links zum Thema".

Kassen halten Beitragssatzgarantien ein

Krankenkassen können auf krankenkassen-direkt.de eine zeitliche Garantie ihres Zusatzbeitragssatzes öffentlich aussprechen. Einmal veröffentlicht, kann diese im Anschluss nur noch verlängert, grundsätzlich aber nicht mehr zurückgenommen werden. Insgesamt 6 Kassen haben im Jahr 2017 hiervon Gebrauch gemacht (BKK DürkoppAdler, BKK EUREGIO, BKK exklusiv, Brandenburgische BKK, Heimat Krankenkasse, hkk Krankenkasse). In keinem Fall wurde dabei der Zusatzbeitragssatz vor Ablauf der Garantie verändert. Auch für 2018 wurden bereits Beitragsgarantien ausgesprochen (BIG direkt gesund, hkk Krankenkasse, BKK Euregio, BKK Diakonie, Heimat Krankenkasse).

Beitragsunterschiede von über 900 Euro pro Jahr

Die Differenzierung der Krankenkassen nach Beitragssatz ist besonders eingängig und vom Gesetzgeber gewollt. Bei Beitragsdifferenzen von jährlich gut 900 Euro zwischen Kassen mit 14,6 und 16,3 Prozent Beitrag ist ein Wechsel verlockend. Ein tragfähiges Konzept zur Verzahnung dieses Beitragswettbewerbs mit dem ebenfalls gewollten Qualitätswettbewerb in der Versorgung blieb die Bundesregierung auch unter Federführung von Minister Hermann Gröhe (CDU) weiter schuldig. Der Versicherten selbst muss sich damit ein ausgewogenes Gesamtbild aus Beitrag, Leistung und Service der Krankenkassen verschaffen. Hilfe hierzu bietet unser Kassenvergleich (vgl. Infokasten).

Insgesamt drei Fusionen seit Oktober 2017

Zum Jahreswechsel hat sich die Gesamtzahl der Krankenkassen um zwei auf 109* verringert. So schloss sich die BKK Vital mit der bisherigen BKK Pfalz zur neuen "BKK Pfalz" mit knapp 200.000 Versicherten zusammen und die BKK MEM ist in der Metzinger BKK (zusammen rund 30.000 Versicherte) aufgegangen. Bereits im Oktober 2017 haben die BKK advita und die BKK24 zur neuen "BKK24" (rund 131.000 Versicherte) fusioniert.
Über aktuelle Fusionen und Änderungen bei den Beitragssätzen informiert Sie jeweils zeitnah per E-Mail unser kostenfreier GKV-Newsletter.


*) zzgl. Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK, erhebt keinen Zusatzbeitrag)


Letzte Aktualisierung: 01.01.2018, 18:20 Uhr

 

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