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Montag, 06.04.2020

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Neu ab 01.02.2020

Brexit: Was sich für Reisende im Krankheitsfall ändert

29.01.2020·Während des Übergangszeitraums sollten sich gesetzlich Versicherte nicht auf die europäische Gesundheitskarte verlassen. Dies empfiehlt die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).

Nicht nur auf Wirtschaft und Politik hat der Brexit große Auswirkungen. Auch Reisende sollten sich zukünftig umfangreicher auf ihren Aufenthalt im Vereinigten Königreich vorbereiten. Ab dem 01.02.2020 kann es in vielen Fällen sein, dass die europäische Gesundheitskarte (EHIC), die gesetzlich Krankenversicherte auf der Rückseite ihrer Versicherungskarte finden, dort nicht mehr akzeptiert wird. Michael Zaubzer von der Auslandsberatung der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse erklärt, welche Möglichkeiten Reisende nun haben.

SBK: Ärzte werden vermehrt Vorkasse verlangen

Wurden gesetzlich Versicherte aus Deutschland während eines Aufenthalts auf der Insel krank, konnten sie sich bisher unter Vorlage ihrer Gesundheitskarte bei britischen Ärzten ohne Mehrkosten behandeln lassen. Mit dem Brexit werden viele Ärzte die Karte aber vermutlich nicht mehr akzeptieren, so der SBK-Experte: Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union am 31.01.2020 müssen Reisende bei einer Behandlung durch den britischen National Health Service (NHS) voraussichtlich vermehrt in Vorkasse gehen. Bis Ende des Übergangszeitraums am 31.12.2020 erstatten Krankenkassen Versicherten aber noch maximal die Kosten, die für die gleiche Behandlung in Deutschland angefallen wären, abzüglich der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteile. Dies gilt ausschließlich für Ärztinnen und Ärzte des NHS, nicht für Privatpraxen.

SBK rät zur privaten Auslandskrankenversicherung

Ab 2021, nach Ablauf des Übergangszeitraums, könnte auch eine Kostenerstattung für NHS-Behandlungen nicht mehr möglich sein. Zaubzer: "Ich empfehle daher jedem, der nach Großbritannien reist, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen - auch bereits während des Übergangszeitraums." Wie es nach Ende des Übergangszeitraums ab 2021 aussieht, steht aktuell noch nicht fest. Die Regelungen im Gesundheitsbereich sind Bestandteil der Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien, die nun beginnen. Eine Auslandskrankenversicherung könnte ab kommendem Jahr die einzige Möglichkeit sein, um nicht selbst für die Behandlungskosten aufkommen zu müssen.

Für längere Aufenthalte gelten andere Regeln

"Für Studierende, Praktikanten oder Arbeitnehmer, die länger als acht Wochen in England, Schottland, Wales oder Nordirland sein werden, reicht eine reguläre Auslandskrankenversicherung jedoch nicht, da diese in der Regel keine längeren Aufenthalte abdeckt", erklärt Zaubzer. Diese Personen benötigen eine Langzeit-Reisekrankenversicherung. "Das war aber auch bisher bereits der Fall. Bei einem Aufenthalt über die Länge eines Urlaubs hinaus war schon vor dem Brexit eine zusätzliche Versicherung notwendig." Einen Auslandskrankenschein, wie er für einige Länder existiert, gebe es für Großbritannien nicht.

SBK korrigiert Aussage
Am 29.01.2020 hatte die SBK erklärt, dass gesetzlich Krankenversicherte bei einer Reise nach Großbritannien ab 01.02.2020 nicht mehr über die europäische Gesundheitskarte abgesichert sind. Im Zuge einer aktuellen Klarstellung des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) hat die SBK diese Aussage korrigiert - wir haben den Beitrag entsprechend angepasst. Dass Ärzte des NHS trotz der bis Jahresende weiterhin gültigen europäischen Gesundheitskarte oftmals Vorkasse von gesetzlich Krankenversicherten verlangen werden, ist die auf bisherigen Abrechnungen basierende Einschätzung der SBK.


Der Beitrag wurde am 31.01.2020, 13:50 Uhr aktualisiert (vgl. Box)

 

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