Referentenentwurf vorgelegt

Sozialversicherungs-Rechengrößen für 2023

09.09.2022·Nachdem im Vorjahr erstmals seit Jahren wichtige Rechenwerte in der Sozialversicherung unverändert geblieben sind, steigen diese zum Jahreswechsel 2022/23 teils deutlich an. Dies sieht der Referentenentwurf zur "Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2023" vor, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 08.09.2022 vorgelegt hat.

Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (hier: 2021) turnusgemäß angepasst. Die Werte werden auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen per Verordnung durch das BMAS festgelegt.

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2023 zugrunde liegende Lohnentwicklung im Jahr 2021 betrug im Bundesgebiet 3,30 Prozent und in den alten Bundesländern 3,31 Prozent. Bei der Ermittlung der jeweiligen Einkommensentwicklung wird auf die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen ("Ein-Euro-Jobs") abgestellt.

Die wichtigsten Rechengrößen für das Jahr 2023 im Überblick:

Bezugsgröße
Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung Bedeutung hat (unter anderem für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und für die Beitragsberechnung von versicherungspflichtigen Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung), steigt auf 3.395 Euro/Monat (2022: 3.290 Euro/Monat). Die Bezugsgröße (Ost) steigt auf 3.290 Euro/Monat (2022: 3.150 Euro/Monat).

BBG Rentenversicherung
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung steigt auf 7.300 Euro/Monat (2022: 7.050 Euro/Monat). Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt auf 7.100 Euro/Monat (2022: 6.750 Euro/Monat).

BBG Krankenversicherung
Die bundesweit einheitliche BBG für das Jahr 2022 in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 59.850 Euro jährlich (2022: 58.050 Euro) bzw. 4.987,50 Euro monatlich (2022: 4.837,50 Euro).

Versicherungspflichtgrenze / JAEG
Die bundesweit einheitliche Versicherungspflichtgrenze in der GKV (Jahresarbeitsentgeltgrenze/JAEG) steigt auf 66.600 Euro (2022: 64.350 Euro).

Mehrbeiträge bis knapp 1.000 Euro im Jahr
Arbeitnehmer mit einem Entgelt oberhalb der aktuellen BBGn zahlen durch die Anhebung der Grenzen ab 2023 deutlich mehr Beiträge zur Sozialversicherung. Bei einem monatlichen Entgelt von 7.300 Euro werden alleine in der GKV bei einem zu erwartenden Zusatzbeitragssatz von 1,6 Prozent insgesamt 24,30 pro Monat bzw. 291,60 Euro Jahr Mehrbeitrag fällig. Noch größer ist die Differenz in der Rentenversicherung. Der Mehrbeitrag für Arbeitnehmer und Arbeitgeber beträgt hier 46,50 Euro im Monat bzw. 558,00 Euro im Jahr. In Summe fallen Mehrbeiträge von insgesamt 81,91 pro Monat bzw. 982,92 Euro pro Jahr an, wovon der Arbeitnehmer 41,22 Euro pro Monat bzw. 494,64 Euro im Jahr trägt.
Bevor die Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet wird, muss sie von der Bundesregierung beschlossen werden und der Bundesrat muss anschließend zugestimmt haben.

© BMAS
Tabelle der SV-Rechengrößen für 2023

Übersicht: Wichtige SV-Rechengrößen

Die Übersicht des BMAS zeigt die vom BMAS vorgelgten Sozialversicherungs-Rechengrößen für das Jahr 2023. Eine jeweils aktuelle Übersicht inklusive der Vorjahre finden Sie unter "Links zum Thema".


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