ALM - Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.|19.01.2021

PRESSEMITTEILUNG

Fachärztliche Labore schaffen kurzfristig Kapazitäten für SARS-CoV-2-Surveillance und fordern, die Antigentests vollständig zu erfassen

Berlin (kkdp)·Datenauswertung der Akkreditierten Labore in der Medizin zur SARS-CoV-2-PCR-Testung in der KW 02 zeigt Stabilisierung der Zahl der SARS-CoV-2-PCR-Tests auf hohem Niveau.

Bei fast gleichbleibender Zahl an SARS-CoV-2-PCR-Testungen (1.056.969 in der KW 02 im Vergleich zu 1.062.585 in der KW 01) ist die Positivrate um gut 20 Prozent auf 10,8 Prozent (Vorwoche: 13,7 Prozent) gesunken. Insgesamt fielen bei den nun schon 170 an der Datenanalyse teilnehmenden Laboren aus dem ambulanten und stationären Bereich 113.893 SARS-CoV-2-PCR-Tests positiv aus. "Das ist ein erstes gutes Zeichen für ein möglicherweise rückläufiges Infektionsgeschehen, doch wir kennen die Zahl der außerhalb der fachärztlichen Labore durchgeführten Antigentests und deren Positivrate nicht genau. Das Bild ist somit nicht ganz vollständig. Auch die Point-of-Care-(PoC)-Antigentests, die sogenannten Schnelltests, sollten dringend in die Teststatistik einfließen, damit daraus Rückschlüsse auf das gesamte Testgeschehen gezogen werden können", erklärt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. Darauf sei insbesondere nach der am Freitag in Kraft getretenen Änderung der Testverordnung, nach der auch nichtärztliche Leistungserbringer wie Apotheken PoC-Antigentests durchführen dürfen, hinzuweisen.

Apotheken sollten sich bei der Durchführung der Tests auf asymptomatische Personen beschränken und darauf hinwirken, dass symptomatische Personen unbedingt zum Arzt gehen, so der ALM e.V. "Darüber hinaus ist unbedingt zu beachten, dass positive PoC-Antigentests gemäß den Empfehlungen des RKI durch eine PCR bestätigt werden. Positive Antigentestbefunde müssen auch an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden", betont Prof. Jan Kramer. Diese Meldepflicht laut Infektionsschutzgesetz sollte auch für Apotheker gelten. Der Stellvertretende Vorsitzende weist noch einmal auf das Risiko bei einem unsachgemäßen Gebrauch von Antigen-Schnelltests oder einer unkritischen Nutzung der Tests hin: "Abstriche für Antigen-Schnelltests sind mit der gleichen Sorgfalt und Vorsicht vorzunehmen wie die für PCR-Tests. Darüber hinaus bleiben die negativen Ergebnisse stets nur eine Momentaufnahme und sind kein Freibrief", so Prof. Kramer.

Wegen der in Deutschland vermehrt auftretenden Mutationen sei es gerade jetzt weiterhin enorm wichtig, die "Coronaregeln" (Kontakte reduzieren, Abstand halten, Hygieneregeln anwenden, Masken tragen, regelmäßiges Stoßlüften in Innenräumen und die Corona-Warn-App nutzen) streng und immer einzuhalten. Ein Thema, das Bundesregierung und Ministerpräsidenten an diesem Dienstag beschäftigen wird.

Gut aufgestellt sind die Mitglieder des ALM e.V., was die "Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance" des Bundesgesundheitsministeriums angeht. "Wir begrüßen die Surveillance-Verordnung ausdrücklich", sagt Dr. Michael Müller und Vorstand Evangelos Kotsopoulos ergänzt: "Mit der Verordnung können qualifizierte fachärztlich geleitete diagnostische Labore nun diese Untersuchungen durchführen und erhalten eine dafür vorgesehene Kostenerstattung. Ich bin sicher, dass in den bereits mit der Virusgenomsequenzierung vertrauten Laboratorien kurzfristig die Ressourcen verfügbar sein werden, um den vorgesehenen Anteil an SARS-CoV-2-PCR-positiven Proben weitergehend zu untersuchen." Dies helfe, mehr Daten über die Verbreitung bereits bekannter Varianten zu sammeln und die Verbreitung der z. B. in Großbritannien und Südafrika entdeckten Varianten besser einschätzen zu können. "Darüber hinaus kann die wissenschaftliche Arbeit und Suche nach bisher noch nicht entdeckten Varianten intensiviert werden", erklärt Prof. Jan Kramer.

Doch auch eine verstärkte Surveillance und die stetige Weiterentwicklung der Impfstrategie änderten nichts an der Wichtigkeit der Einhaltung der Grundregeln (AHA+L+A-Formel). "Jeder und jede kann einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten", so die Vorstände des ALM e.V.

Die Nationale Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

Pressekontakt:

Cornelia Wanke
Geschäftsführerin ALM e.V.
Telefon: 0171 215 8954
E-Mail: c.wanke@alm-ev.de


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