ALM - Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.|04.01.2022

PRESSEMITTEILUNG

Zum Jahreswechsel weniger SARS-CoV-2-PCR-Testungen mit vielen positiven Befunden und mehr Omikron-Fällen

Berlin (kkdp)·Datenauswertung der Akkreditierten Labore in der Medizin zur SARS-CoV-2-PCR-Testung in KW 52.

Die Omikron-Variante breitet sich in Deutschland erwartungsgemäß sehr schnell aus und wird schon bald Delta als dominierende Variante ablösen. Bei den fachärztlichen Laboren wurden in der Silvesterwoche 24 Prozent weniger SARS-CoV-2-PCR-Tests angefordert. "Das ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass Arztpraxen wie sonst zum Jahreswechsel geschlossen waren. Die Labore haben ihre SARS-CoV-2-PCR-Kapazitäten wie im vergangenen Jahr in dieser Zeit auf hohem Niveau aufrechterhalten", sagt Dr. Michael Müller. Laut Datenerhebung der Akkreditierten Labore in der Medizin - ALM e.V. für die KW 52 (27.12.2021-02.01.2022) wurden bei den 181 teilnehmenden Laboren insgesamt 897.803 Tests angefordert (Vorwoche: 1.175.426). Davon wurden mit 196.528 jedoch zwei Prozent mehr SARS-CoV-2-PCR Tests als in der Vorwoche positiv berichtet (KW 51: 192.784). Die Positivrate schnellte somit von 16,4 Prozent in der Vorwoche auf nun 21,9 Prozent.

"Hierbei spielt sicher die verstärkte Inanspruchnahme von Testungen in nichtärztlichen Testzentren eine Rolle, sodass die Labore vermehrt zur Bestätigung positiver Schnellteste beauftragt wurden. Zudem werden in den Ferien die präventiven Testungen mit der Lolli-PCR-Methode in Kita und Grundschule in manchen Bundesländern wie Bayern und NRW nicht durchgeführt, was sich ebenfalls auf die Zahl der Testungen auswirkt", so der Hinweis des 1. Vorsitzenden des ALM e.V. "Im Jahresvergleich wurden 2021 zum Jahreswechsel deutlich mehr SARS-CoV-2-PCR-Tests beauftragt als 2020."

Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur ist jetzt wichtig

"Weil die Omikron-Variante bekanntermaßen deutlich ansteckender als die bisherigen Varianten ist und sich noch schneller im ganzen Land ausbreitet, ist gerade im jetzigen Verlauf der Pandemie ganz besonders darauf zu achten, dass wir alle weiterhin die Corona-Regeln einhalten", sagt Prof. Dr. Jan Kramer. Dies gelte für alle Bürgerinnen und Bürger, ob ungeimpft oder vollständig geimpft inklusive der Auffrischungs- oder Booster-Impfung gegen SARS-CoV-2.

Zwar scheine Omikron bei Geimpften eher zu milderen Verläufen zu führen, jedoch erkrankten auch in den Einrichtungen der Kritischen Infrastrukturen - beispielsweise im Rettungsdienst, in den Kliniken und auch in den Laboren - immer mehr Mitarbeitende und fielen dann für mehrere Tage aus. "Das kann für die Aufrechterhaltung der Arbeit in den fachärztlichen Laboren, die die Versorgung nicht nur mit SARS-CoV-2-Diagnostik sichern, in der Personalbesetzung problematisch werden", so der Facharzt für Laboratoriumsmedizin.

Bereits vor Weihnachten hatte der Expertenrat der Bundesregierung vor einer extremen Belastung des Gesundheitswesens und der kritischen Infrastruktur gewarnt. "Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu hoch wird, wird es bei der Bund-Länder-Runde auf jeden Fall neue Beschlüsse geben", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Sonntag. Unter anderem soll es eine schnelle Entscheidung darüber geben, die Quarantänefristen bei Corona-Infektionen zu verkürzen.

Das Credo des ALM e.V. lautet in diesem Sinne schon während der gesamten Dauer der Pandemie: "Wir müssen uns alle konsequent an die wichtigen Grundregeln zur Infektionsvermeidung halten: Kontakte reduzieren, Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen, Lüften in Innenräumen und die Corona-Warn-App nutzen. Und impfen und boostern", betont der 1. Vorsitzende Dr. Michael Müller. "Damit schützen wir nicht nur uns und andere, sondern tragen auch zum Schutz der wichtigen Infrastrukturen wie Feuerwehr, Polizei, Grundversorgung der Bevölkerung mit Wasser und Energie bei und entlasten darüber hinaus das seit fast zwei Jahren unter Dauerbelastung arbeitende Gesundheitssystem."

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Pressekontakt:

Cornelia Wanke
Geschäftsführerin ALM e.V.
Telefon: 0171 215 8954
E-Mail: c.wanke@alm-ev.de


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