Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V.|14.02.2022

PRESSEMITTEILUNG

Viaktiv Krankenversicherung lässt Allergie-Patienten im Stich

Wiesbaden (kkdp)·In einer beispiellosen Aktion hat die gesetzliche Krankenkasse Viaktiv aus Essen hunderte Ärzte in ganz Deutschland bei den Prüfungsstellen angezeigt und verlangt von ihnen nachträglich die Kosten für die bereits durchgeführte Allergiebehandlung ihrer Versicherten. Einige hundert Euro je Patient werden hierbei allein für das erste Quartal 2020 gefordert - bei Behandlung mehrerer Viaktiv-versicherter Patienten also leicht etliche tausend Euro.

Was überhaupt sollen die Ärzte falsch gemacht haben ?

Die Allergen-Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die beste und nachhaltigste Behandlung von Heuschnupfen und anderen Allergien. Die Viaktiv verlangt nun, dass die belangten Ärzte die Allergen-Medikamente aus eigener Tasche bezahlen müssen, weil diese nicht zugelassen seien.

Hierzu erläutert N. Mülleneisen vom Allergie- und Asthmazentrum in Leverkusen und Vorsitzender des Berufsverbandes der Pneumologen in Nordrhein: "Die Forderung der Viaktiv ist absurd. Alle in Deutschland erhältlichen Allergenlösungen sind vom Paul-Ehrlich-Institut zur Behandlung freigegeben (verkehrsfähig) und dürfen auch gesetzlich versicherten Patienten rezeptiert werden". Professor W. Schlenter aus Frankfurt, Vorstandsmitglied des Allergologenverbandes AeDA ergänzt: "Die Viaktiv lässt ihre Versicherten mit Allergien im Stich. Ob es zukünftig als Viaktiv-Versicherter noch möglich sein wird, eine Allergiebehandlung zu erhalten, darf bezweifelt werden. Kein Arzt kann riskieren, mehrere hundert Euro Medikamentenkosten für eine Behandlung zu bezahlen, für die er 11,21 Euro erhält".

Der Präsident des AeDA Professor L. Klimek aus Wiesbaden empfiehlt den angeschriebenen Ärzten, sich aufs Schärfste gegen diese ungerechtfertigte Forderung zu wehren und sagt den betroffenen Patienten und Ärzten Unterstützung zu. "Das Verhalten der Viaktiv verhindert die wirksamste und nachhaltigste Behandlungsform allergischer Erkrankungen. Die Patienten haben ein Recht auf diese Therapie und ihre Ärzte müssen darauf vertrauen dürfen, dass die Krankenkassen ihrer Verpflichtung der Kostenübernahme nachkommen".

Linkhinweis der Redaktion:
Stellungnahme der VIACTIV

Pressekontakt:

Julia Khan-Rieck & Jutta Nungesser
Telefon: +49 611 950080 -286 / -287
Email: presse@aeda.de


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