DFSI Deutsches Finanz-Service Institut GmbH|26.10.2021

PRESSEMITTEILUNG

DFSI Qualitätsrating: Die besten Privaten Krankenversicherer 2021/2022

Köln (kkdp)·DFSI Ratings hat 30 Private Krankenversicherer auf Herz und Nieren untersucht. Im Fokus des "Gesundheits-Checks": finanzielle Substanzkraft, Produkt- und Servicequalität. Die Ergebnisse des diesjährigen DFSI-Qualitätsratings: Allianz, Barmenia und HanseMerkur kamen mit der Gesamtnote "Sehr Gut (1,1)" gemeinsam auf Platz 1. Zudem erhielten neun weitere Versicherer die Gesamtnote "Sehr Gut".

Eine Branche kann aufatmen: Schon bei den ersten Sondierungen für eine Ampelkoalition haben sich SPD, Grüne und FDP festgelegt: "Die gesetzliche und private Kranken- und Pflegeversicherung bleiben erhalten." So steht es ohne Wenn und Aber im Ergebnispapier der Sondierungen. Damit scheint das von einigen gefürchtete "Aushungern" der Privaten Krankenversicherer (PKV) zumindest für die nächsten vier Jahre kein Thema mehr. Das beruhigt neben den rund 8,72 Millionen PKV-Vollversicherten, die sich für eine möglichst gute medizinische Versorgung entschieden haben, auch alle, die sich mit privaten Zusatzversicherungen zumindest in bestimmten Bereichen eine bessere medizinische Versorgung gesichert haben - etwa im Krankenhaus oder beim Zahnarzt. Sie alle haben jetzt Planungssicherheit. Ebenso alle diejenigen, die überlegen, eine private Kranken(zusatz)-Versicherung abzuschließen.

Doch mit der Ruhe an der Polit-Front sind die Probleme der Privaten Krankenversicherer noch lange nicht gelöst. Auch die immer länger währende Nullzins-Ära stellt die Branche vor große Herausforderungen. Legen die Privaten Krankenversicherer doch Kundengelder in beträchtlichem Umfang am Kapitalmarkt an - insgesamt mehr als 300 Milliarden Euro. Werfen diese Anlagen dann die prognostizierten Renditen nicht ab, müssen die Versicherer ihre PKV- Tarife neu kalkulieren, so will es der Gesetzgeber. Die Folge: Die Beiträge steigen.

Im Gesundheitsbereich gibt es zudem zwei weitere große Kostentreiber: steigende Lebenserwartung und teure medizinische Innovationen. "Das führt dazu, dass die Kosten im Medizinsektor schneller steigen als die allgemeine Inflation", sagt Sebastian Ewy, Senior Analyst der DFSI Ratings GmbH. "Und all das muss die PKV auffangen." Das geht jedoch nur über die Beiträge. Denn anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es in der PKV nicht möglich, Leistungen zu streichen. Denn die Leistungen sind in jedem Tarif dauerhaft festgelegt.

"Alle, die sich erstmals privat krankenversichern wollen oder die planen, ihren privaten Krankenversicherer zu wechseln, sollten sich daher ausführlich über die finanzielle Substanzkraft und die Qualität ihres favorisierten Krankenversicherers informieren", rät Versicherungsexperte Ewy. "Denn die Höhe der zu zahlenden Beiträge hängt auch von der Substanzkraft des Anbieters ab." Diese Kennzahl gibt wichtige Hinweise darauf, wie wahrscheinlich es ist, ob ein Versicherer auch in Zukunft stabile oder moderat steigende Beitragssätze bieten kann.

Um Verbrauchern und Versicherungsvermittlern beim Abschluss Privater Krankenversicherungen oder beim Wechsel ihrer Versicherung Hilfestellung zu geben, hat die DFSI Ratings GmbH, eine Ausgründung des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln, wie schon in den Vorjahren auch 2021 Qualitätsratings zu den 30 wichtigsten in Deutschland aktiven Privaten Krankenversicherern erstellt, die rund 96 Prozent aller PKV-Vollversicherten zu ihren Kunden zählen. Für die Studie wurden die Versicherer in den drei Bereichen finanzielle Substanzkraft, Produktqualität sowie Service genauestens durchgecheckt.

"Für Versicherungsvermittler, Neukunden und wechselwillige Bestandskunden bietet unserer Qualitätsrating, das in dieser Form deutschlandweit einzigartig ist, eine einfache Möglichkeit, die Privaten Krankenversicherer zu ermitteln, bei denen Produktqualität, Service und Substanzkraft auch nach vielen Nullzins-Jahren immer noch überdurchschnittlich gut sind", erklärt DFSI-Senior Analyst Ewy.

Dabei gab es noch vor nicht all zu langer Zeit kaum Unterschiede in der Substanzkraft. In der Niedrigzinsphase haben sich diese einst kleinen Differenzen deutlich ausgeweitet. Die Folgen für die Kunden können gravierend sein, läuft eine Krankenversicherung doch meist über Jahrzehnte. "Daher sollte bei Abschluss unbedingt überprüft werden, ob der Versicherer auch in 20, 30 oder gar 40 Jahren - also dann, wenn der gealterte Versicherte höhere Gesundheitskosten hat - die eingegangenen Verpflichtungen höchstwahrscheinlich noch erfüllen kann", rät Ewy. "Und das, ohne den Beitrag überdurchschnittlich erhöhen zu müssen."

Einen Hinweis darauf, ob das überhaupt möglich ist, liefert im DFSI-Qualitätsrating die Substanzkraftquote. Diese wird aus Eigenkapital, Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB), Stillen Reserven/Lasten sowie den Alterungsrückstellungen errechnet. Zudem wird untersucht, wie rentabel die Versicherer ihre Kundengelder anlegen. "Dafür betrachten wir die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen", erläutert DFSI-Experte Ewy, "da ein schlechtes Kapitalanlageergebnis schnell zu höheren Beiträgen führen kann." Auch das versicherungstechnische Ergebnis - vereinfacht gesagt der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben -, der Marktanteil und sogar die Entwicklung der Versichertenanzahl werden im DFSI-Qualitätsrating berücksichtigt. Denn über die Jahre macht es einen deutlichen Unterschied, ob ein Versicherer Kunden hinzugewinnt oder verliert.

Zu guter Letzt fließt in die Bewertung der Substanzkraft auch die von Aufsichtsbehörden geforderte Solvency-II-Quote (kurz SCR-Quote) ein. Liegt die um Übergangsmaßnahmen bereinigte SCR-Quote unter 100 Prozent, werden von der ermittelten Substanzkraft 50 Punkte subtrahiert. "Wir finden, dass dies durchaus gerechtfertigt ist, da diese Anbieter die gesetzlichen Vorgaben derzeit nicht ohne Übergangsmaßnahmen erfüllen können", erläutert Ewy. "Doch trotz des herausfordernden Zinsumfelds ist die Substanzkraft der von uns untersuchten Privaten Krankenversicherern meist solide."

Was wiederum den Produkten zugute kommt. Denn Substanzkraft und Produktqualität bedingen sich wechselseitig. So senkt eine schlechte Produktgestaltung mittel- und langfristig die Finanzkraft des Versicherers. Andererseits kann fehlende Finanzkraft zu suboptimalen Produkten führen.

Zur Ermittlung der Produktqualität greift das aktuelle Qualitätsrating auf Produkttests Privater Vollkostentarife, Privater Kranken-Zusatzpolicen sowie Privater Pflegeversicherungen zurück, die vom DFSI in den vergangenen zwölf Monaten durchgeführt worden sind. Zudem wird die Vielfalt des Produktangebots bewertet.

Der Kundenservice ist der dritte Bereich der umfassenden Qualitätsbeurteilung durch das DFSI. Denn ein guter Service - für Vermittler und für Versicherte - ist wichtig, um sich positiv von der Konkurrenz abzuheben. Als Datenbasis nutzte die DFSI Ratings GmbH hier die Bafin-Beschwerdestatistik sowie DFSI-Tests zu Gesundheitsservices.

In die Gesamtnote der aktuellen DFSI-Studie zur Qualität Privater Krankenversicherer fließen Substanzkraft und Produktqualität mit je 40 Prozent ein; der Bereich Service mit 20 Prozent.

Die Ergebnisse: Den ersten Platz im DFSI-Qualitätsrating Privater Krankenversicherer teilen sich in diesem Jahr Vorjahres-Sieger Allianz, Barmenia und HanseMerkur. Sie erzielten jeweils die Gesamtnote "Sehr Gut (1,1)". Weitere neun Versicherer erreichten zwar ebenfalls die Note "Sehr Gut" - allerdings in den Abstufungen 1,2 bis 1,5. Zwölf PKV-Anbieter erhielten ein "Gut" und die restlichen sechs Versicherer kamen über "Befriedigend" nicht hinaus.

Pressekontakt:

Sebastian Ewy
Senior Analyst
mailto: s.ewy@dfsi-institut.de
Tel.: +49 (0)221 6777 4569-1


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