KKH Kaufmännische Krankenkasse|24.02.2021

PRESSEMITTEILUNG

Stürze vermeiden: App analysiert Risiko

Hannover (kkdp)·Neues Kooperationsprojekt der KKH und der Charité Berlin

Eine kleine Stolperfalle im Teppichboden, eine übersehene Treppenstufe oder Unebenheiten im Gehweg: Gerade wenn Menschen älter werden, erhöht sich das Risiko für Stürze. Die schmerzhafte Folge können Knochenbrüche wie beispielsweise eine Oberschenkelhalsfraktur sein. Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse haben im Jahr 2019 mehr als zwei Prozent der über 75-Jährigen und fast acht Prozent der über 90-Jährigen einen solchen Bruch erlitten, der in der Regel stationär behandelt werden muss. Vor allem Frauen sind aufgrund von Osteoporose-Anfälligkeit deutlich häufiger betroffen. "Für viele Patienten beginnt damit oft ein langer Leidensweg, der Spätfolgen und den Verlust an Selbstständigkeit zur Folge haben kann", weiß Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH.

Um das Sturzrisiko zu minimieren, führt die KKH deshalb aktuell ein Projekt mit der Lindera GmbH und der Charité Berlin in 33 Pflegeeinrichtungen durch. In diesen Heimen erfolgt eine Smartphone-basierte Mobilitäts- und Risikoanalyse der Bewohner. Dafür filmen die Pflegekräfte die zu Pflegenden beim Aufstehen von einem Stuhl sowie beim Laufen. "Die App Lindera analysiert die komplexen Gangbewegungen und ermittelt mit Hilfe künstlicher Intelligenz das individuelle Sturzrisiko der Senioren", so Andrea Schneider. Anhand der Ergebnisse erhält der Pflegebedürftige individuelle Vorschläge für Präventionsmaßnahmen und wird bedarfsgerecht in vorbeugende Gruppenangebote gesteuert, um mögliche Stürze zu vermeiden und die Mobilität zu fördern.

Bei dem wissenschaftlichen Projekt soll zum einen ermittelt werden, wie hoch die Akzeptanz bei Bewohnern und Pflegekräften für die App ist und zum anderen natürlich, ob durch den Einsatz der App Stürze nachhaltig reduziert werden können. Dafür wird es von der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité begleitet und ausgewertet. "Wir hoffen, dass wir darüber wertvolle Erkenntnisse erhalten, ob diese digitale Lösung zukünftig Menschen vor Stürzen bewahren kann. Denn nicht nur Pflegeheimbewohner könnten davon profitieren, auch Senioren, die in ihrem heimischen Umfeld leben. Häufig sind sie gefährdet, durch einen Sturz zu einem Pflegefall zu werden. Wenn wir dies mit Hilfe einer App in vielen Fällen verhindern können, wäre das ein großer Erfolg", so Andrea Schneider.

Pressekontakt:

Daniela Preußner
Pressesprecherin
0511 2802-1610
presse@kkh.de


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