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Montag, 06.04.2020

Mitteilung

Spitzenverband Bund der Krankenkassen|24.01.2020

STATEMENT

Systematische Versorgung statt Medikamentenverlosung notwendig!

Berlin·Das Pharmaunternehmen Novartis hat für dieses Jahr ein internationales Programm für das Produkt Zolgensma angekündigt: In allen Ländern, in denen Zolgensma noch nicht zugelassen ist, sollen 100 Dosen kostenlos verlost werden. Dazu gehören alle europäischen Länder - so auch Deutschland. Bis Ende Juni 2020 will Novartis für Kinder unter zwei Jahren 50 Dosen Zolgensma kostenlos bereitstellen. In der zweiten Jahreshälfte sollen dann noch einmal 50 Dosen folgen.

Die Gentherapie mit Zolgensma wird zur Behandlung der meist tödlich verlaufenden Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) eingesetzt, die etwa eines von 10.000 Neugeborenen betrifft. Zolgensma ist in Europa nicht zugelassen. Das Zulassungsverfahren läuft noch. Bereits seit 2017 steht mit dem Medikament Spinraza ein auch in Deutschland zugelassenes Medikament zur Verfügung.

Mit Blick auf die Gesundheitslotterie des Pharmaunternehmens Novartis sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband zum Handelsblatt "Diese Form der Arzneimittelvergabe ist zynisch, denn damit wird die systematische und qualitätsvolle Versorgung durch eine Lotterie ersetzt, was für die Betroffenen dramatisch ist."

Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche wies Stoff-Ahnis darauf hin, dass diese "Gesundheitslotterie" wie eine "Form der Rationierung" wirke. "Gesellschaftliche Verantwortung", so Stoff-Ahnis zur Wirtschaftswoche, "die die Pharmaindustrie so gerne für sich reklamiert, sieht anders aus."

Zugelassene Arzneimittel sind und bleiben das Ziel

Wir brauchen zugelassene Arzneimittel statt faktische Produkteinführungen pharmazeutischer Unternehmen über Direktimport noch nicht zugelassener Produkte. "Wenn das Schule macht", so Stoff-Ahnis gegenüber dem Handelsblatt, "wird die Sicherheit der Arzneimittelversorgung in Deutschland schlechter."

Nach Überzeugung des GKV-Spitzenverbandes kann selbst ein Härtefallprogramm stets nur eine möglichst kurzzeitige Übergangslösung sein. Der Contergan-Skandal mahnt uns alle, welche Gefahren von Arzneimitteln ausgehen können, die nicht eingehend auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft wurden.

Artikel im Handelsblatt

Pressekontakt:

Florian Lanz
Pressesprecher
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
presse@gkv-spitzenverband.de


 

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