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Mittwoch, 21.11.2018

Mitteilung

Techniker Krankenkasse|11.09.2018

PRESSEMITTEILUNG

Acht von zehn Rücken-Operationen sind überflüssig

Hamburg·Acht von zehn Rücken-Operationen sind unnötig. Das zeigt eine Auswertung eines speziellen Zweitmeinungsangebots der Techniker Krankenkasse (TK). Bei dem Angebot können Patienten die Notwendigkeit einer Wirbelsäulen-Operation in speziellen Schmerzzentren überprüfen lassen. 79 Prozent der Teilnehmer bekamen dabei die Empfehlung, sich konservativ - beispielsweise mit Krankengymnastik - behandeln zu lassen und kamen dauerhaft ohne Operation aus. Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements: "Die Zahlen zeigen, dass die Ärzte in Deutschland oftmals zu schnell zum Skalpell greifen. Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Operation das Mittel der Wahl ist, aber die Entscheidung für solch einen Schritt sollte gut abgewogen und kritisch hinterfragt werden."

Interdisziplinäre Teams geben Zweitmeinung zu OP-Empfehlung ab

Bei dem TK-Projekt "Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen" können Versicherte vor einem geplanten Eingriff kostenlos eine professionelle zweite Meinung bei einem interdisziplinären Spezialistenteam einholen. Die Patienten bekommen bei Bedarf innerhalb von zwei Tagen einen Termin und können in einem der bundesweit rund 30 Schmerzzentren ihre OP-Empfehlung überprüfen lassen. Das Behandlungsteam besteht aus einem Schmerztherapeuten, einem Physiotherapeuten und einem Psychotherapeuten. Sie untersuchen den Patienten und beraten ihn gemeinsam, wie er am besten zu behandeln ist.

Großer Leidensdruck

Nur bei zehn Prozent der 2400 Teilnehmer in den Jahren 2010 bis 2016 bestätigte das Schmerzteam die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs. In 90 Prozent der Fälle rieten die Spezialisten der Schmerzzentren von der Operation ab und empfahlen eine konservative Behandlung. "In einigen Fällen ist der Leidensdruck jedoch so groß, dass die Patienten sich irgendwann doch zu einem Eingriff entscheiden", erklärt Rupp. "79 Prozent der Patienten konnten aber dauerhaft auf eine OP verzichten. Das ist ein beeindruckender Erfolg. Wir wollen unseren Versicherten mit dem Zweitmeinungsprogramm mehr Sicherheit bei einer Entscheidung für oder gegen eine Operation geben."

Seit 2016 bietet die TK das Zweitmeinungsprogramm auch für Hüft-, Knie- und Schulter-Operationen an. Um das Angebot zu nutzen, muss der Arzt den Versicherten ins Krankenhaus einweisen oder aber zur Überprüfung der Notwendigkeit einer OP überweisen. Zusätzlich bietet die TK ihren Versicherten auch die Möglichkeit einer ärztlichen Online-Zweitmeinung an. Versicherte mit einer anstehenden Operation können sich bei dem Ärztenetzwerk Medexo online oder per Post innerhalb von zehn Werktagen eine solche Expertenmeinung einholen.

Mehr Fehltage aufgrund von Rückenproblemen

Rückenschmerzen sind in Deutschland weit verbreitet. Das spiegelt sich in den Fehlzeiten der Beschäftigten wider. Der TK-https://www.tk.de/tk/praevention-und-fehlzeiten/gesundheitsreport/gesundheitsreport-2018/984880;Gesundheitsreport 2018 zeigt: Gut jeder elfte Krankschreibungstag ist auf Rückenschmerzen zurückzuführen (8,8 Prozent). Jeder Beschäftigte fehlte im Jahr 2017 durchschnittlich 1,3 Tage aufgrund der Diagnose "Rücken".

Fast jeder dritte Erwachsene gab im Rahmen einer repräsentativen Meinungsumfrage für die TK-Bewegungsstudie 2016 an, ständig oder oft Rückenbeschwerden zu haben. Etwa ein Drittel hat ab und zu Probleme mit dem Kreuz. Auch jüngere Menschen sind betroffen. 40 Prozent der 19- bis 39-Jährigen gaben an, häufige oder dauerhaft unter Beschwerden des Bewegungsapparats zu leiden. Um schmerzhaften Problemen mit dem Rücken vorzubeugen, hilft insbesondere Bewegung. Die TK-Bewegungsstudie hat gezeigt, dass jeder vierte Antisportler ständig an Rückenschmerzen leidet. Bei den Gelegenheitssportlern mit wenigstens einer Stunde Sport pro Woche sind es nur noch 15 Prozent.

Pressekontakt:

Michael Ihly
Telefon 040 - 69 09-25 77
michael.ihly@tk.de


 

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