UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH|31.08.2021

PRESSEMITTEILUNG

Möglichkeit zur Befreiung von Zuzahlungen nicht vergessen - Unabhängige Patientenberatung rät gesetzlich Versicherten zur Antragsstellung

Berlin (kkdp)·Zuzahlungen für Arzneimittel oder stationäre Behandlungen können für gesetzlich Versicherte mitunter eine große finanzielle Belastung sein. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) weist daher ausdrücklich darauf hin, dass Versicherte nicht alle Zuzahlungen selbst tragen müssen. Wenn die Kosten für Zuzahlungen zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens übersteigen, können sich Versicherte auf Antrag bei Ihrer Krankenkasse von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Für nachweislich chronisch Kranke liegt die Grenze sogar bei nur einem Prozent. "Versicherte sollten Zahlungsbelege für Zuzahlungen immer gut aufbewahren. Denn die Befreiung von Zuzahlungen lässt sich sogar noch für vier Jahre rückwirkend beantragen", rät Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD.

Zuzahlungen sind für viele gesetzlich Versicherte ein wiederkehrendes Thema. Denn in der Apotheke werden für Medikamente oftmals fünf oder zehn Euro fällig; für einen Krankenhausaufenthalt oder in der Reha die Zuzahlung sogar bei zehn Euro täglich. Insbesondere bei der Einnahme von mehreren Medikamenten oder längeren Behandlungsintervallen können die regelmäßig anfallenden Zuzahlungskosten früher oder später zu einer finanziellen Belastung werden.

Zuzahlungsbefreiung auf Antrag möglich

Um die Folgen abzufedern, hat der Gesetzgeber sogenannte Belastungsgrenzen festgesetzt, die sich nach dem jeweiligen Bruttoeinkommen richten. Die Beantragung auf Befreiung erfolgt über die jeweils zuständige Krankenkasse. Neben den Belegen für geleistete Zuzahlungen gehören auch Einkommensnachweise in den Antrag und gegebenenfalls ein vom Arzt ausgestellter Nachweis über eine chronische Erkrankung in den Antrag. Sobald der Antrag geprüft und bewilligt ist, sind Versicherte von weiteren Zuzahlungen befreit - und Zahlungen, die sie über ihre Belastungsgrenzen geleistet haben, werden zurückerstattet.

Nicht befreien lassen können sich gesetzlich Versicherte allerdings von Kosten, die sie grundsätzlich selbst tragen müssen: Kosten für die meisten Sehhilfen oder für freiverkäufliche Arzneimittel müssen sie in der Regel selbst übernehmen. Zumindest über die Steuererklärung können Versicherte Ausgaben dieser Art jedoch nach Jahresablauf mindernd geltend machen, wenn sie vom Finanzamt als "außergewöhnliche Belastung" anerkannt werden.

Pressekontakt:

Jann G. Ohlendorf
Pressesprecher
Telefon: 0049-(0)30-868721-140
Email: presse@patientenberatung.de


GKV-Newsletter
GKV-Newsletter - "einfach" informiert bleiben

Der kostenfreie Infoservice zur GKV und Gesundheitspolitik