UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH|06.10.2022

PRESSEMITTEILUNG

Unabhängige Patientenberatung stellt "Modell UPD 2024" und Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vor

Berlin (kkdp)·Den Patienten und seine Wünsche in den Mittelpunkt stellen

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat heute ihr "Modell UPD 2024" veröffentlicht und dessen Kernpunkte im Rahmen einer digitalen Veranstaltung vorgestellt. Erstmals präsentiert wurden auf der Veranstaltung außerdem die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter potenziellen Nutzerinnen und Nutzern des Informations- und Beratungsangebots der UPD. Die Ergebnisse der Befragung sind in das "Modell 2024" eingeflossen, das neben Konzepten für Ausbau und Weiterentwicklung des Informations- und Beratungsangebots und anderer Aufgabenbereiche der UPD auch einen konkreten Vorschlag für Struktur und Finanzierung der zukünftigen UPD enthält.

"Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage unterstreichen die Bedeutung unseres umfassenden Informations- und Beratungsangebots: Fast die Hälfte der Befragten hatte schon einmal Unterstützungsbedarf zu gesundheitlichen oder gesundheitsrechtlichen Fragestellungen. Der Umfang des zukünftigen Angebots der UPD muss diesem Bedarf in der Bevölkerung gerecht und für die für 2024 geplante Neuaufstellung berücksichtigt werden", sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD.

Das "Modell UPD 2024" basiert auf dem schon im letzten Jahr veröffentlichten und vorgestellten "Modell UPD 2023". In das aktualisierte und erweiterte Modell 2024 sind auch die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage eingeflossen. "Ausgangspunkt für die UPD der Zukunft muss der Bedarf der Bevölkerung sein. Die Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass Menschen mit niedriger Bildung einen deutlich größeren Beratungsbedarf haben. Die Ansprache vulnerabler Zielgruppen wie Menschen mit niedrigem Bildungsstatus stellt daher ein wichtiges Aufgabenfeld für die zukünftige UPD dar. Ebenso sehen wir bspw. bei bestimmten Bevölkerungsgruppen einen großen Bedarf an digitalen Beratungsformaten. Noch in der laufenden Förderperiode planen wir Angebote und Projekte dazu", ergänzt Marcel Weigand, Leiter Kooperationen und digitale Transformation bei der UPD.

Begleitende Beratung und weitere Kernbereiche des UPD-Modell 2024

Das "Modell UPD 2024" enthält für jeden Aufgabenbereich der Unabhängigen Patientenberatung Konzepte zur inhaltlichen Weiterentwicklung. Dazu gehört unter anderem auch das Konzept der "Begleitenden Beratung": "Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass jeder dritte Ratsuchende mehrere Beratungsgespräche benötigt. 17% der Befragten wünschen sich aber sogar eine darüberhinausgehende, intensivere Form der Beratung und Unterstützung. Dabei kann es beispielsweise um das Ausfüllen von komplizierten Anträgen auf bestimmte Leistungen gehen. Die Etablierung einer "Begleitenden Beratung" für bestimmte beratungsintensive Fälle sehen wir als eine wichtige Aufgabe für die zukünftige UPD und wollen dazu auch schon in der aktuellen Laufzeit ein erstes Modellprojekt durchführen.", sagt Thorben Krumwiede.

Darüber hinaus sieht das Modell den Ausbau des Beratungsangebots über Video-Beratung und Live-Chats sowie den Ausbau der Beratung vor Ort vor. Im Rahmen ihrer Rückmeldefunktion soll die UPD künftig nicht nur berichten, sondern auch konkrete Vorschläge machen und damit zu einer wichtigen Stimme für mehr Patientenorientierung in der öffentlichen und politischen Diskussion werden. Um die Nutzung und Bekanntheit der UPD zu erhöhen, soll unter anderem ein direkter Kanal zur UPD in die elektronische Patientenakte (ePA) eingebunden werden und ein verpflichtender Hinweis auf die unabhängige und neutrale Beratung in Bescheiden der Krankenkassen enthalten sein.

Zukunft der UPD: Die Politik ist nun am Zug

Zur Veröffentlichung der Umfrageergebnisse und des Modells "UPD 2024" sowie den anhaltenden Gesprächen und politischen Diskussionen um die Reform und Neuaufstellung der UPD sagt Thorben Krumwiede:

"Schon letztes Jahr haben wir mit dem "UPD-Modell 2023" ein ausführliches inhaltliches Konzept zum Ausbau und der qualitativen Weiterentwicklung des Beratungsangebots und der Rückmeldefunktion der UPD vorgelegt. Mit dem auch auf den Ergebnissen der repräsentativen Befragung basierenden "Modell UPD 2024" haben wir unser Konzept weiter ausgebaut und auch um einen Vorschlag für die strukturelle Aufstellung und Finanzierung der Unabhängigen Patientenberatung ab 2024 ergänzt. Nur eine wirklich eigenständige und unabhängige UPD, die nicht unter das Dach von Organisationen oder Verbänden mit entsprechenden Eigeninteressen gestellt wird, kann dem Anspruch der Bevölkerung entsprechen. Denn auch das haben die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen: Den Menschen sind eine möglichst unabhängige und neutrale Information und Beratung sehr wichtig.

Mit unserem Modell 2024 sind wir als UPD weiterhin die einzigen, die die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellen und ein inhaltliches Weiterentwicklungskonzept vorgelegt haben. Nur mit Mut zur Innovation und der intensiven Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten wie der Video-Beratung wird es gelingen, die UPD fit für die Zukunft zu machen. Ein bloßes Zurück in die Vergangenheit, wie es einige Akteure in der aktuellen Diskussion fordern, kann es nicht geben.

Die politischen Entscheidungsträger sind jetzt gefragt, denn die Weichen für die Weiterentwicklung müssen zeitnah gestellt werden: Nur so bleibt ausreichend Zeit um den Rahmen zu schaffen und die umfassenden aufgebauten Beratungsstrukturen und vor allem die Beratungskompetenz der engagierten Beraterinnen und Berater zu erhalten. Wir brauchen einen politischen Fahrplan, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch der Bevölkerung, die auf das Beratungs- und Informationsangebot der UPD angewiesen ist, Sicherheit gibt."

Das "Modell UPD 2024" (PDF, 358 KB) und die Ergebnisse der (Nicht-)Nutzer-Befragung (PDF, 263 KB) finden Sie hier auf der UPD-Website.

Pressekontakt:

Markus Hüttmann
Pressereferent
presse@patientenberatung.de
0049 (0)30-868721-140

Jann G. Ohlendorf
Pressesprecher
Telefon: 0049-(0)30-868721-140
Email: presse@patientenberatung.de


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