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Mittwoch, 26.02.2020

Mitteilung

Techniker Krankenkasse|17.12.2019

PRESSEMITTEILUNG

Weihnachtsstress: Postzusteller überdurchschnittlich lange krank

Hamburg·Der Onlinehandel in Deutschland brummt - besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit. Für die Post- und Paketzusteller ist das die stressigste Zeit des Jahres. Bei Wind und Wetter beliefern sie ihre Kunden - und das bleibt offenbar nicht ohne Folgen. Das zeigt eine Zusatzauswertung zum Gesundheitsreport 2019 der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach sind Paket- und Postlieferanten deutlich länger krank als der Durchschnitt der Beschäftigten. Statistisch gesehen waren sie mit 25,2 Fehltagen pro Kopf rund zehn Tage länger krankgeschrieben als Berufstätige insgesamt mit 15,5 Tagen.

Rückenprobleme und die Psyche

Albrecht Wehner, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung: "Besonders die körperliche Belastung und das Verletzungsrisiko sind in den Zustellberufen hoch. Hinzu kommt eine hohe psychische Belastung. Zeitdruck, hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen und teilweise auch unzufriedene Kunden sind alles Faktoren, die für ein hohes Stresslevel sorgen und die Psyche angreifen können."

Das bestätigen auch die Zahlen: Post- und Paketzusteller mussten aufgrund von Muskel-Skeletterkrankungen mit rund 7 Tagen mehr als doppelt so lange zu Hause bleiben wie der Durchschnitt mit dieser Diagnose (2,7 Tage). 3,8 Tage entfielen auf Verletzungen und Vergiftungen (Durchschnitt 1,6) und 3,5 Tage auf psychische Erkrankungen wie Depressionen und Belastungsstörungen (Durchschnitt 2,8).

Mit Prävention und Wertschätzung gegen den Stress

Hier sind auch die Arbeitgeber gefragt, mehr in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Gemeinsam mit den Berufsgenossenschaften ist es deren Aufgabe, präventiv bedarfsgerechte Arbeitsschutzmaßnahmen zu entwickeln, um zum Beispiel Unfälle zu vermeiden. Aber auch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist langfristig sinnvoll. Dabei können die Krankenkassen unterstützen. Das reicht von Angeboten zur Analyse der Arbeitssituation bis zur Ableitung von konkreten Maßnahmen. Albrecht Wehner: "Das können strukturelle Veränderungen zur Stressreduktion sein, wie zum Beispiel ausreichend Zeit für Lieferungen einzuplanen oder durch Tracking Transparenz für Kunden zu schaffen. Aber auch gezielte Angebote wie zum Beispiel Rückentrainings für den körperlichen Ausgleich oder Maßnahmen zur Stressprävention." Ebenso wichtig seien aber auch, so Wehner, Wertschätzung und Anerkennung: "Manchmal reicht schon ein einfaches Dankeschön an der Haustür für das pünktlich gelieferte Paket, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, weiterhin ihr Bestes zu geben."

Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 10,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Pressekontakt:

Nicole Ramcke
Pressereferentin
nicole.ramcke@tk.de
040 - 69 09-34 31


 

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