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Dienstag, 01.12.2020

News & Meldungen

Finanzsituation der Kassen bis 2021

GKV-Schätzerkreis ohne Einvernehmen - Zusatzbeitragssatz steigt um 0,2 bis 0,3 Punkte

13.10.2020·Der GKV-Schätzerkreis hat am Dienstag (13.10.2020) die finanziellen Rahmenbedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die Jahre 2020 und 2021 geschätzt. Kein Einvernehmen konnten die Experten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS) und des GKV-Spitzenverbandes zu den erwarteten Ausgaben der Kassen erzielen. Auf Basis der Prognose des GKV-Schätzerkreises wird das BMG bis November 2020 den "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz" 2021 festlegen.

"Das kommende Jahr wird für die gesetzliche Krankenversicherung nicht nur, aber insbesondere auch durch die weiterhin zu erwartenden pandemiebedingten Finanzwirkungen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite sehr herausfordernd werden - darüber sind wir uns mit den Experten aus dem Bundesamt für Soziale Sicherung und dem Bundesgesundheitsministerium einig, erklärte Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, am Dienstag zum Schätzerkreisergebnis. "Wir erwarten allerdings für das Jahr 2021 um rund 1,7 Milliarden Euro höhere Ausgaben als die Experten aus dem Bundesgesundheitsministerium, was etwa einem weiteren Zehntelpunkt Zusatzbeitragssatz entspricht."

Bei der Schätzung der Einnahmen des Gesundheitsfonds sowie der Zahl der Versicherten und Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die Jahre 2020 und 2021 wurde Einvernehmen erzielt.

Schätzergebnis 2020

Die Einnahmen des Gesundheitsfonds werden auf 239,6 Milliarden Euro geschätzt. Dabei wurden der reguläre Bundeszuschuss in Höhe von 14,5 Milliarden Euro abzüglich des Anteils für die landwirtschaftliche Krankenkasse und der ergänzende Bundeszuschuss in Höhe von 3,5 Mrd. Euro berücksichtigt. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds betragen entsprechend der rechtlichen Vorgaben unverändert 240,2 Milliarden Euro.

Hinsichtlich der erwarteten Ausgaben im Jahr 2020 konnte kein Einvernehmen erzielt werden. Das BMG und das BAS gehen von Ausgaben in Höhe von 257,8 Milliarden Euro aus. Sie heben ihre Prognose aus Herbst 2019 damit aktuell um 1 Milliarde Euro an. Der GKV-Spitzenverband bleibt weiterhin bei seiner Prognose aus Herbst 2019 und erwartet Ausgaben in Höhe von 258,6 Milliarden Euro.

Schätzergebnis 2021

Für das Jahr 2021 erwartet der Schätzerkreis Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 255,0 Milliarden Euro. Diese beinhalten den regulären Bundeszuschuss in Höhe von 14,5 Milliarden Euro sowie einen ergänzenden Bundeszuschuss in Höhe von 5 Milliarden Euro abzüglich des Anteils für die landwirtschaftliche Krankenkasse und eine Zuführung aus Finanzreserven der Krankenkassen in Höhe von 8 Milliarden Euro (vgl. "Links zum Thema"). Zudem wird bei der Schätzung der Einnahmen des Gesundheitsfonds eine Zuführung aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 900 Millionen Euro zum Ausgleich der Mindereinnahmen durch die Einführung eines Freibetrags auf betriebliche Versorgungsbezüge berücksichtigt.

Hinsichtlich der erwarteten Ausgaben im Jahr 2021 konnte - wie auch für 2020 - kein Einvernehmen erzielt werden. Die voraussichtlichen Ausgaben betragen nach Schätzung des BMG und des BAS 274,9 Milliarden Euro. Der GKV-Spitzenverband erwartet Ausgaben in Höhe von 276,6 Milliarden Euro.

Zusatzbeitragssatz 2021

Rechnerisch ergibt sich aus den Schätzergebnissen des BMG und des BAS für das Jahr 2021 eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent. Dagegen resultiert aus der Prognose des GKV-Spitzenverbandes rechnerisch eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,3 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent. Letztlich wird das BMG den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2021 nach Auswertung der Ergebnisse des GKV-Schätzerkreises festlegen und bis zum 01.11.2020 im Bundesanzeiger bekanntgeben.

Höhe der kassenindividuellen Zusatzbeiträge ungewiss

Mit der Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes würde der für 2021 vom GKV-Schätzerkreis prognostizierte Fehlbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben rein rechnerisch ausgeglichen (vgl. "Links zum Thema"). Die Festlegung der tatsächlichen Zusatzbeitragssätze durch die Krankenkassen bleibt jedoch bis zu deren Haushaltberatungen Ende November bis Dezember 2020 ungewiss. Hintergrund sind neue Finanzierungsregelungen für die Kassen, wonach die Zusatzbeitragssätze nur noch dann angehoben werden dürfen, wenn überschüssige Rücklagen abgebaut sind (vgl. "Links zum Thema").

Transparenz erhalten - Beitragssatzvergleich

Wie eine Krankenkasse mit ihrem Beitragssatz im wettbewerblichen Umfeld dasteht, kann jeweils dem Beitragsvergleich von krankenkassen-direkt.de (vgl. Box) entnommen werden. Auch eine mögliche Beitragsersparnis bei Kassenwechsel wird optional anhand des Entgelts errechnet. Wer zeitnah über die bis zum Jahreswechsel anstehenden Beitragsanpassungen der Kassen informiert werden möchte, kann zudem den kostenfreien GKV-Newsletter bestellen, der einmal pro Woche per E-Mail erscheint.

 

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