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Samstag, 16.01.2021

News & Meldungen

Krankenkassenwahl

Aktuelle Zusatzbeitragssätze und Fusionen - Kassenwechsel wird 2021 vereinfacht

16.12.2020·Im Zuge der Haushaltsberatungen haben die Krankenkassen zum Jahresende auch ihre individuellen Zusatzbeitragssätze für 2021 festgelegt. Eine vollständige Liste ist Bestandteil unseres Beitragsvergleichs. Auch die Gesamtzahl der Kassen wird sich verändern - durch drei Fusionen sinkt sie von 104 auf 101. Mit dem neuen Jahr wird zudem das Kassenwahlrecht angepasst. Für Mitglieder gilt dann eine modifizierte und kürzere Bindungsfrist an ihre Krankenkasse.

Als Richtwert für die Festlegung der kassenindividuellen Zusatzbeitragssätze hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Ende Oktober per Verordnung den "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz" auf 1,3 Prozent festgelegt (vgl. "Links zum Thema"). Der Wert soll dem Prozentsatz entsprechen, der aus den erwarteten beitragspflichtigen Einnahmen der GKV eine gegebenenfalls bestehende Finanzierungslücke schließt. Für 2021 bestand hierbei - insbesondere angesichts der Kosten für die Pandemie - Uneinigkeit im zuständigen GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Während das BMG und das BAS für eine Anhebung auf 1,3 Prozent votierten, forderten die Kassen einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 1,4 Prozent. Schon vor diesem Hintergrund war für 2021 trotz gesetzlicher Restriktionen mit einer deutlichen Anhebung der Zusatzbeiträge zu rechnen. Für Kassen mit absehbaren Finanzierungslücken wurden die Hürden zur Beitragsanhebung jedoch teilweise ausgesetzt (vgl. "Links zum Thema").

Kassenindividuelle Zusatzbeitragssätze

Je nach wirtschaftlicher Situation und vorhandenen Rücklagen können Krankenkassen vom durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz abweichen und einen geringeren oder höheren individuellen Zusatzbeitragssatz festlegen. Zusammen mit dem gesetzlichen Beitragssatz (allgemein 2021: 14,6 Prozent) ergibt sich der Gesamtbeitragssatz einer Krankenkasse. Die Spanne bei den Zusatzbeiträgen der Kassen reicht ab Januar von 0,2 bis 2,7 Prozent. Rein rechnerisch kann sich ein solcher Beitragsunterschied mit knapp 1.500 Euro pro Jahr bemerkbar machen. Allerdings ist nicht jede Kasse überall wählbar. Auch das beitragspflichtige Einkommen entscheidet maßgeblich über die möglich Einsparung bei einem Wechsel. In unserem Beitragsrechner und -vergleich (vgl. auch Infokasten) kann die individuelle Ersparnis nach Bundesland und Brutto-Einkommen errechnet werden. Die Sortierung ist sowohl nach Kassennahmen als auch nach Beitragssatzhöhe möglich.

Über 40 Beitragsanpassungen ab 01.01.2021

Die Beitragssätze für 2021 liegen nun vollständig vor. 40 der insgesamt 44 Kassen mit Beitragsanpassungen heben ihren Satz an. Die Steigerungen reichen von 0,19 Prozentpunkte (BKK Mobil Oil) bis 0,8 Prozentpunkte (BKK Akzo Nobel Bayern). Vier Kassen senken dagegen ihren Zusatzbeitragssatz - in der Spitze bis 0,5 Punkte (BKK Herkules / von 2,2 auf 1,7 Prozent), zwei davon im Rahmen einer Fusion (Atlas BKK Ahlmann und actimonda Krankenkasse). Die komplette Liste ist über den Beitragsrechner/-vergleich einsehbar (vgl. Infokasten).

Neues Kassenwahlrecht ab 2021

Als Teil des MDK-Reformgesetzes wurden bereits im November 2019 Änderungen beim Krankenkassenwahlrecht beschlossen, die ab dem 01.01.2021 wirksam werden. Im Vordergrund stehen Vereinfachungen beim Kassenwechsel durch kürzere Bindungsfristen, wegfallende Kündigungsregelungen und weniger Bürokratie durch Digitalisierung. Wichtige Neuerungen sind dabei, dass sich die Bindungsfrist von bisher 18 Monaten auf 12 Monate verringert. Auch wer von seinem Wechselrecht keinen Gebrauch macht und sich im Zuge eines bestehenden Wahlrechts für den Verbleib in der bisherigen Kasse entscheidet, geht hierdurch ab 2021 keine neue Bindungsfrist mehr ein. Die bisherigen Kündigungsregelungen (vgl. "Links zum Thema") gelten fort.

Für einen Kassenwechsel bei Arbeitgeber- oder Statuswechsel ist künftig nur noch der Aufnahmeantrag bei der neuen Krankenkasse nötig. Um die Kündigung der alten Mitgliedschaft kümmert sich die neu gewählte Kasse. Ausführliche Infos hierzu und zu den neuen elektronischen Meldungen finden Sie unter "Links zum Thema".

Fusionen zwischen insgesamt sechs Krankenkassen

Zum Jahreswechsel wird sich die Zahl der Krankenkassen durch Fusionen weiter verringern. Zusammenschließen werden sich die "BIG direkt gesund" mit der "actimonda krankenkasse" zur neuen "BIG direkt gesund", die "Schwenninger Krankenkasse" mit der "Atlas BKK Ahlmann" zur neuen "vivida bkk" und zum 01.07.2021 die "Viactiv Krankenkasse" mit der "BKK Achenbach Buschhütten" zur neuen "Viactiv Krankenkasse". Die Zahl der Krankenkassen sinkt damit in 2021 auf 101 (zzgl. der Landwirtschaftlichen Krankenkasse LKK mit einem anderen Beitragssystem). Weitere Infos zu den Fusionen finden Sie unter "Links zu den Kassenfusionen".

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zuletzt aktualisiert: 02.01.2021

 

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