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Donnerstag, 18.04.2019

News & Meldungen

5-Jahres-Plan

Konzertierte Aktion beschließt 10 Prozent mehr Auszubildende in der Pflege

29.01.2019·Die im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbarte "Konzertierte Aktion Pflege" hat mit der "Ausbildungsoffensive Pflege" am 28.01.2019 verbindliche Ziele für die Pflege-Ausbildung festgelegt. Binnen fünf Jahren sollen demnach 10 Prozent mehr Ausbildungsplätze in der Pflege geschaffen werden.

Um den drohenden Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen, sollen deutlich mehr Pflegefachkräfte ausgebildet werden als bisher. Die Auszubildendenzahlen sollen bis 2023 um zehn Prozent steigen. Auch die Zahl der Ausbildungsstätten für die Pflege soll bis 2023 um zehn Prozent erhöht werden. Die entsprechende Vereinbarung wurde von der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) vorbereitet und heute von den Partnern der KAP beschlossen.

Inhalte der "Ausbildungsoffensive Pflege"

Auf insgesamt 111 Initiativen haben sich die Beteiligten der Konzertierten Aktion geeinigt. Dazu zählen unter anderem:

eine ausreichende Anzahl an Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Schul- und Studienplätzen zur Verfügung zu stellen; die Zahlen der ausbildenden Einrichtungen und der Auszubildenden sollen bis zum Ende der Ausbildungsoffensive 2023 im Bundesdurchschnitt um 10 % (gegenüber 2019) gesteigert werden

eine bundesweite durch das BMFSFJ gemeinsam mit den Partnern umzusetzende Informations- und Öffentlichkeitskampagne für den Pflegeberuf

die Pflegeschulen sollen befähigt werden, die digitalen Weiterentwicklungen im Arbeitsfeld Pflege im Unterricht adäquat abzubilden

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nutzen die künftigen Fördermöglichkeiten des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf, zur betrieblichen Gesundheitsförderung sowie für Investitionen in Digitalisierung und Ausbildung

Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird die Weiterbildung von Pflegehelferinnen und -helfern zu Pflegefachpersonen noch besser gefördert

Die Verbände der Pflegeeinrichtungen stellen mindestens 5.000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und -helfern zur Verfügung
Konzertierte Aktion Pflege
Die Konzertierte Aktion Pflege (KAP) wurde innerhalb des Koalitionsvertrags der Union und SPD vereinbart. Sie hat das Ziel, den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften spürbar zu verbessern, die Pflegekräfte zu entlasten und die Ausbildung in der Pflege zu stärken. Zusammen mit den Ländern, Pflegeberufs- und Pflegeberufsausbildungsverbänden, Verbänden der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, den Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbänden, der Berufsgenossenschaft, der Bundesagentur für Arbeit sowie den Sozialpartnern sollen dazu bis zum Sommer 2019 konkrete Maßnahmen erarbeitet werden.
Krankenhäuser unterstützen Ausbildungsoffensive

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt, dass die KAP jetzt mit einer Ausbildungsoffensive im Pflegebereich startet. "Denn das Wichtigste ist es, das Interesse am Pflegeberuf zu wecken und mehr junge Menschen in und durch die Ausbildung zu bekommen", so DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Es sei positiv, dass sich die Ausbildungsoffensive auf alle Bereiche des Pflegeberufes ausdehne und die Ausbildung in differenzierter Form möglich sein soll. Neben der geplanten Hochschulausbildung bleibe der Zugang für qualifizierte Hauptschüler bestehen. "Auch die Möglichkeit der Aufwärtsqualifikation für Helferinnen und Helfer ist ein positives Zeichen", so Gaß.

Gewerkschaft: Ausbildungsoffensive erfordert "attraktive Bedingungen"

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sieht in der Ausbildungsoffensive ein wichtiges Signal, um mehr Menschen für die Pflegeberufe zu begeistern. "Entscheidend ist, dass Auszubildende nicht nur gewonnen, sondern durch attraktive Bedingungen und eine faire Bezahlung nach der Ausbildung auch im Beruf gehalten werden", sagte Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Überstunden, Zeitdruck, kurzfristiges Einspringen, Zeitmangel der Praxisanleiter seien in vielen Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen schon in der Ausbildung tägliche Realität.

Giffey: Pflege ist "digitalisierungssicherer Zukunftsberuf"

"Die Pflege ist ein digitalisierungssicherer Zukunftsberuf, allerdings mit Rahmenbedingungen, die wir unbedingt verbessern müssen", sagte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey bei der Vorstellung der Offensive. Hierzu starte nun die Ausbildungsoffensive (2019-2023), die unter Vorsitz ihres Hauses erarbeitet wurde: "111 konkrete Maßnahmen, um mehr Menschen für diesen Beruf zu begeistern und die Ausbildungsbedingungen zu verbessern. Neben einer großangelegten Informationskampagne geht es auch darum, die Ausbildungsbetriebe und Pflegeschulen fit zu machen und Menschen aller Altersgruppen mit einer gezielten Berufsberatung für die Pflege zu gewinnen", so die Ministerin.

 

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