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Dienstag, 26.03.2019

News & Meldungen

Änderungen bei den Krankenkassen

Übersicht: Fusionen und Zusatzbeiträge für 2019

02.01.2019·Rund ein Drittel der Krankenkassen hat den Beitragssatz zum Jahreswechsel abgesenkt. Lediglich fünf Kassen haben den Zusatzbeitragssatz angehoben. Die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgegebene Absenkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,1 Punkte auf 0,9 Prozent findet damit auch in der Praxis Gehör. Die Spanne der Beitragssätze reicht im Januar von 14,8 bis 16,3 Prozent.

Zusammen mit ihren Haushaltsplänen für das neue Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre individuellen Zusatzbeitragssätze für 2019 festgelegt. Als Anhaltswert hierfür gilt der Durchschnittliche Zusatzbeitragssatz, der vom BMG als Ergebnis der Prognose des GKV-Schätzerkreises jeweils zum 01.11. eines Jahres veröffentlicht wird. Für 2019 beträgt er 0,9 Prozent. Je nach wirtschaftlicher Situation und vorhandenen Rücklagen können Krankenkassen hiervon abweichen und einen geringeren oder höheren individuellen Zusatzbeitragssatz festlegen. Zusammen mit dem gesetzlichen Beitragssatz (allgemein 2019: 14,6 Prozent) ergibt sich hieraus der Gesamtbeitragssatz einer Krankenkasse.

Neue Aufteilung der Beitragslast ab 2019

Während der Zusatzbeitragssatz bis Ende 2018 ausschließlich von der Arbeitnehmerseite zu tragen ist, gilt seit 01.01.2019 die sogenannte "Beitragsparität". Hierbei tragen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite jeweils die Hälfte des Gesamtbeitragssatzes. Arbeitnehmer werden also ab Januar 2019 um die Hälfte des Zusatzbeitragssatzes entlastet. Eine Ausnahme bei der Berechnung der Beitragsanteile gilt in der Gleitzone von 450,01 Euro bis 850 Euro (ab Juli 2019: "Übergangsbereich" bis 1.300,00 Euro). Die genauen Beitragsanteile für diesen Bereich können mit dem Gleitzonenrechner (vgl. "Links zum Thema") kostenfrei errechnet werden.

Über 40 Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitragssatz geändert

Seit 21.12.2018 haben alle 108* verbleibenden Krankenkassen ihren Zusatzbeitragssatz für 2019 veröffentlicht. 42 Kassen erheben demnach ab Januar einen veränderten Beitragssatz:

Veränderungen
37 Kassen haben den Zusatzbeitrag gesenkt
- geringste Senkung: -0,01 Punkte (BKK PwC, Novitas BKK)
- stärkste Senkung: -0,6 Punkte (Securvita BKK)
5 Kassen haben den Zusatzbeitrag angehoben
- stärkste Anhebung: +0,4 Punkte (BKK Stadt Augsburg)
- geringste Anhebung: +0,1 Punkte (BKK Public, TBK)
- weitere: BKK Achenbach (+0,3 Punkte), BKK WF (+0,29 Punkte)
66 Kassen haben ihren Zusatzbeitrag nicht verändert

Abgrenzung zum BMG-Richtwert
63 Kassen erheben mehr als 0,9 Prozent
17 Kassen erheben 0,9 Prozent (durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz)
28 Kassen erheben weniger als 0,9 Prozent
51 Kassen liegen mit mindestens 0,2 Prozentpunkten über dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz
Die Spanne der Zusatzbeitragssätze reicht von 0,2 bis 1,7 Prozent

Die Gesamtübersicht der einzelnen Beitragssätze finden Sie unter "Links zum Thema".

Kassen halten Beitragssatzgarantien ein

Krankenkassen können gegenüber krankenkassen-direkt.de eine zeitliche Garantie ihres Zusatzbeitragssatzes öffentlich aussprechen. Einmal veröffentlicht, kann diese im Anschluss nur noch verlängert, grundsätzlich aber nicht mehr zurückgenommen werden. Insgesamt 5 Kassen haben im Jahr 2018 hiervon Gebrauch gemacht. In keinem Fall wurde dabei der Zusatzbeitragssatz vor Ablauf der Garantie angehoben:
BKK Diakonie
BKK EUREGIO
BKK exklusiv
BKK Ernst & Young
hkk Krankenkasse

Bereits für 2019 vorliegende Beitragsgarantien:
BKK EUREGIO
Zusatzbeitrag: 0,35 Prozent, garantiert bis 31.12.2019
BKK firmus
Zusatzbeitrag: 0,44 Prozent, garantiert bis 31.12.2019

Beiträge differieren bis gut 900 Euro pro Jahr

Die Differenzierung der Krankenkassen nach Beitragssatz ist besonders eingängig und vom Gesetzgeber gewollt. Bei Beitragsdifferenzen von jährlich über 800,00 Euro zwischen Kassen mit 14,8 und 16,3 Prozent Beitrag ist ein Wechsel verlockend. Ein tragfähiges Konzept zur Verzahnung dieses Beitragswettbewerbs mit dem ebenfalls gewollten Qualitätswettbewerb in der Versorgung bleibt die Bundesregierung auch unter Federführung von Minister Jens Spahn (CDU) und vormals Hermann Gröhe (CDU) weiter schuldig. Der Versicherten selbst muss sich damit ein ausgewogenes Gesamtbild aus Beitrag, Leistung und Service der Krankenkassen verschaffen. Hilfe hierzu bietet unser Kassenvergleich (vgl. Infokasten).

Zwei Fusionen mit vier Kassen beschlossen

Zum Jahreswechsel hat sich die Zahl der Krankenkassen weiter verringert. Die Metzinger BKK hat sich mit der bisherigen mhplus BKK am 01.01.2019 zur neuen "mhplus BKK" mit rund 567.000 Versicherten zusammen geschlossen. Zum 01.01.2020 haben zudem die BKK Aesculap und die BKK B. Braun Melsungen AG (zusammen rund 20.000 Versicherte) ihre Fusion beschlossen. Die Zahl der Krankenkassen sinkt damit 2019 zunächst auf 108*.

Über aktuelle Fusionen und Änderungen bei den Beitragssätzen informiert Sie jeweils zeitnah per E-Mail unser kostenfreier GKV-Newsletter.

*) zzgl. Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK, anderes Beitragssystem)

Berücksichtigung der Kassendaten bis: 02.01.2019

 

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