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Sonntag, 07.03.2021

News & Meldungen

Analyse von Virus-Mutationen

Labore werden zur Weiterleitung von Genomsequenzdaten verpflichtet

19.01.2021·Um einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Varianten des Coronavirus zu erhalten, werden Labore ab sofort zur Weiterleitung der Daten vorgenommener Genomsequenzierungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) verpflichtet. Eine entsprechende Coronavirus-Surveillanceverordnung hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am 18.01.2021 erlassen. Sie tritt bereits am 19.01.2021 in Kraft. Grundlage der Verordnung ist das vom Bundestag im November 2020 beschlossene Dritte Bevölkerungsschutzgesetz.

Die Verordnung verfolgt das Ziel einer bundesweit flächendeckenden molekularen Surveillance (Überwachung) der Coronaviren. Mit Hilfe der Sequenzdaten kann die Evolution der Viren und das Auftreten neuer Varianten frühzeitig entdeckt und deren Eintrag aus dem Ausland zeitnah festgestellt werden.

Kritik an spätem Einstieg in Genomsequenzierung

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie forderten Fachleute von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Überwachung von Virus-Mutationen zu verbessern. Getan habe sich seither wenig, berichten NDR, WDR und SZ. So werde in Großbritannien etwa jeder 15. positive Corona-Test der Genomsequenzierung unterzogen. In Deutschland sei im Vergleich nur knapp jeder 900. positive Corona-Test entsprechend analysiert worden. Die Folge: Deutschland wisse bis heute nicht, in welchem Ausmaß sich die neue Corona-Mutation hierzulande bereits verbreitet hat. Der flächendeckende Aufbau einer molekularen Surveillance von SARS-CoV-2 in Deutschland soll jetzt mit der Verordnung des BMG forciert werden.

Die wesentlichen Regelungen der Verordnung sind:

Laboratorien und Einrichtungen, die Sequenzierungen von SARS-CoV-2 vornehmen, sind verpflichtet, die erhobenen Genomsequenzdaten an das Robert Koch-Institut (RKI) zu übermitteln.

Einrichtungen und Laboratorien, die eine SARS-CoV-2 Diagnostik durchführen, jedoch selbst keine Genomsequenzierung vornehmen, können einen bestimmten Anteil der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Proben in andere Laboratorien und Einrichtungen zur Durchführung der Sequenzierung einschicken. In diesem Fall werden Versandkosten erstattet.

Der Anteil der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Proben, die an sequenzierende Laboratorien und Einrichtungen eingesendet werden können, hängt ab von der bundesweiten Anzahl der Neuinfektionen in der jeweils vergangenen Kalenderwoche. Übersteigt diese Zahl 70.000, so können fünf Prozent der positiv getesteten Proben zur Sequenzierung eingesendet werden. Bei einer niedrigeren Zahl an Neuinfektionen erhöht sich dieser Anteil auf zehn Prozent.

Für die Übermittlung der Genomsequenzen haben die sequenzierenden Laboratorien und Einrichtungen einen Anspruch auf eine Vergütung in Höhe von 220 Euro pro Datenübermittlung.

Für die Übermittlung von SARS-CoV-2 Sequenzen der Proben, bei denen die sequenzierenden Laboratorien und Einrichtungen selbst die Diagnostik auf SARS-CoV-2 durchgeführt haben, ist dieser Anspruch (je nach der Zahl der bundesweiten Neuinfektionen in der jeweils vergangenen Kalenderwoche) auf fünf bzw. zehn Prozent der in der Einrichtung positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Proben beschränkt.

Im Rahmen von durch Landesgesundheitsbehörden oder dem RKI angeordneten oder durchgeführten Ausbruchsuntersuchungen kann eine Erstattung auch über den Anteil von fünf bzw. zehn Prozent der positiv getesteten Proben sowohl für die Übermittlung der Daten als auch für die Einsendung der Proben stattfinden.

 

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