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Sonntag, 26.05.2019

News & Meldungen

Ausbildungsreform

Hebammen müssen künftig duales Studium absolvieren

16.05.2019·Hebammen werden künftig in einem dualen Studium ausgebildet. Das wird mit dem "Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung und zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch" (Hebammenreformgesetz, HebRefG) geregelt, dessen Entwurf am Mittwoch (15.05.2019) vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Das vorgesehene duale Hebammenstudium verbindet ein wissenschaftliches Studium mit einer beruflichen Ausbildung. Grundlage für die Ausbildungsreform ist eine EU-Richtlinie von 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen, die bis zum 18.01.2020 in nationales Recht umgesetzt werden soll. Der Gesetzentwurf bedarf hierzu noch der Zustimmung im Parlament und Bundesrat. Anfang Januar 2020 soll das Gesetz dann in Kraft treten.

Wesentliche Inhalte des Hebammenreformgesetzes:

Das duale Hebammenstudium dauert mindestens sechs und höchstens acht Semester.
Es schließt mit einem Bachelor und einer staatlichen Prüfung ab. Der Abschluss ist Voraussetzung, um die Berufsbezeichnung "Hebamme" führen zu dürfen.
Das Studium hat einen hohen Praxisanteil. Praxiseinsätze finden im Krankenhaus und im ambulanten Bereich (z. B. bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem "Geburtshaus") statt.
Die Mindestgesamtstudienzeit beträgt 4.600 Stunden. Davon entfallen jeweils mindestens 2.100 Stunden auf den berufspraktischen Teil und auf die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen.
Die Studierenden erhalten für die gesamte Dauer des Studiums eine Vergütung.
Zugangsvoraussetzung ist grundsätzlich eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung bzw. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf.
Etwas themenfremd regelt der Gesetzentwurf zudem, dass die Kranken- und Pflegekassen künftig die Reisekosten für pflegebedürftige Menschen übernehmen, wenn sie den pflegenden Angehörigen zu einer stationären medizinischen Rehabilitation begleiten.

Besitzstandsregelung geplant

Hebammen und Entbindungspfleger, die die fachschulische Ausbildung erfolgreich absolviert und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nach § 1 Absatz 1 des aktuellen Hebammengesetzes erlangt haben, sollen einen Bestandsschutz für ihre Berufserlaubnis erhalten.

Neue Anforderungen an den Hebammenberuf

Das aktuell gültige Hebammengesetz stammt aus den 1980er Jahren und entspricht aus Sicht der Bundesregierug nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Hebammenausbildung. Die Gesundheitsversorgung sei in den letzten Jahrzehnten insgesamt, aber auch spezifisch für die Hebammen, anspruchsvoller und komplexer geworden. Evidenzbasierte Konzepte seien für die hebammengeleitete Geburtshilfe dringend erforderlich. Hebammen müssten zudem in der Lage sein, "ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren", heißt es im Gesetzentwurf. Der medizinische Fortschritt eröffnee neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege. Auch die Digitalisierung verändere die Gesundheitsversorgung.

Nach aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes befanden sich im Ausbildungsjahr 2017/2018 insgesamt 2.110 Personen in der Ausbildung zur Hebamme und zum Entbindungspfleger. Die Anzahl der bisherigen fachschulischen Ausbildungsplätze sei ein Indikator für den zukünftigen Bedarf an Studienplätzen. Nach Kenntnis der Bundesregierung böten schon jetzt 16 Hochschulen in neun Bundesländern eine akademische Hebammenausbildung an.

 

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