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Donnerstag, 18.07.2019

News & Meldungen

Finanzergebnisse der GKV im 1. Quartal 2019

Rücklagen der Kassen trotz Defizit weiter bei 21 Milliarden Euro

22.06.2019·Die gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. Quartal 2019 ein Defizit von rund 102 Millionen Euro eingefahren. Dies hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin mitgeteilt. Die gleichzeitig vorgelegten endgültigen Jahresergebnisse für 2018 fallen jedoch mit einem Überschuss von 2,09 Milliarden Euro rund 100 Millionen Euro höher als die vorläufigen Werte aus.

Damit lägen die Finanzreserven der Krankenkassen nach den Überschüssen der letzten drei Jahre Ende März 2019 weiterhin bei rund 21 Milliarden Euro. Im Durchschnitt, so das BMG, entspreche dies mehr als einer Monatsausgabe und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve.

Insgesamt standen den Einnahmen im 1. Quartal 2019 in Höhe von rund 62,3 Milliarden Euro (+3,7 Prozent) Ausgaben von rund 62,4 Milliarden Euro gegenüber. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von rund 0,6 Prozent einen Zuwachs von 4,5 Prozent. Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz lag bei 1,01 Prozent und damit um 0,07 Prozentpunkte unterhalb des Vorjahresquartals.

Finanzentwicklung nach Kassenarten

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) verzeichneten im 1. Quartal einen Überschuss von rund 89 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See von 26 Millionen Euro und die Landwirtschaftliche Krankenversicherung von 9 Millionen Euro. Die Ersatzkassen verbuchten dagegen ein Defizit von 151 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von 59 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKKen) von 16 Millionen Euro.

Das Defizit der Ersatzkassen (EKen) ist ausschließlich auf ein entsprechendes Minus der größten Ersatzkasse zurückzuführen, die damit einen Teil ihrer Finanzreserven abgebaut hat.

Ergebnis des Gesundheitsfonds

Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15.01.2019 über eine Liquiditätsreserve in einer Größenordnung von rund 9,7 Milliarden Euro verfügte, verzeichnete ähnlich wie im Vorjahresquartal im 1. Quartal 2019 einen saisonüblichen Ausgabenüberhang von rund 2,57 Milliarden Euro. Daraus, so das BMG, könnten keine Rückschlüsse auf eine ähnliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gezogen werden.

Während die Ausgaben des Gesundheitsfonds als monatlich gleiche Zuweisungen an die Krankenkassen fließen, unterliegen die Einnahmen unterjährig erheblichen Schwankungen. Denn die Einnahmen aus der Verbeitragung von Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeldzahlungen fließen dem Gesundheitsfonds weitestgehend in der zweiten Jahreshälfte zu. Hinzu kommen weitere Zusatzeinnahmen, aus den Rentenanpassungen zur Jahresmitte.

Durch die weiterhin günstige Entwicklung der Beitragseinnahmen des Gesundheitsfonds bei einem Anstieg der beitragspflichtigen Einnahmen im 1. Quartal von 4,1 Prozent profitiert die gesetzliche Krankenversicherung wie die anderen Sozialversicherungszweige auch weiterhin von der positiven Lohn- und Beschäftigungsentwicklung.

Veränderungsraten bei den Ausgaben

Bei den Krankenkassen gab es im 1. Quartal 2019 einen absoluten Ausgabenzuwachs von 4,5 Prozent bei steigenden Versichertenzahlen von knapp 0,6 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen um 4,5 Prozent, die Verwaltungskosten der Krankenkassen um 3,6 Prozent. Bei der Interpretation der Daten des 1. Quartals ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Ausgaben in vielen Leistungsbereichen von Schätzungen geprägt sind, da Abrechnungsdaten häufig noch nicht vorliegen.

Entwicklungen in den größeren Leistungsbereichen

Stationäre Behandlung
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sind im 1. Quartal 2019 um 2,9 Prozent gestiegen. Die Erhöhungen der Landesbasisfallwerte von durchschnittlich rund 2,5 Prozent sprächen laut BMG dafür, dass es in den Krankenhäusern auch in den Monaten Januar bis März nur eine moderate Mengenentwicklung gegeben hat.

Arzneimittel
Die Arzneimittelausgaben stiegen um 4 Prozent. Hierbei spielten weiterhin die Entwicklungen im Bereich innovativer Arzneimittel eine zentrale Rolle. Die Krankenkassen würden durch Zuwächse (+7,5 Prozent) bei Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmern entlastet.

Ambulante Behandlung
Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben um rund 3,5 Prozent. Hohe Zuwachsraten gab es dabei insbesondere durch höhere Vergütungen bei extrabudgetären psychotherapeutischen Leistungen, Hochschulambulanzen (+21,6 Prozent) und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (+23,1 Prozent).

Bei den Ausgaben für zahnärztliche Behandlung betrug der Anstieg 1,6 Prozent, beim Zahnersatz 4,5 Prozent.

Heil- und Hilfsmittel
Deutlich überproportional sind vor allem die Ausgaben für Heilmittel (13 Prozent). Hier gab es in allen Leistungsbereichen (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen) zweistellige Zuwachsraten. Bei Heilmitteln machen sich vor allem vom Gesetzgeber schrittweise vorgegebene Honorarsteigerungen bemerkbar, die zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Heilmittelerbringer beitragen sollen. Bei Hilfsmitteln betrug der Zuwachs 5,9 Prozent.

 

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