Für Veröffentlichungspflicht

GKV-Versicherte wünschen sich mehr Transparenz im Umgang mit ihren Beiträgen

20.07.2021·Fast 90 Prozent der GKV-Versicherten haben keine Vorstellung davon, wie ihre Krankenkassenbeiträge verwaltet werden. Doch der Wunsch nach mehr Nachvollziehbarkeit und Transparenz ist groß, so die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse: Etwa drei Viertel der 1.815 Teilnehmer wünschen sich mehr Informationen zur finanziellen Situation der eigenen Krankenkasse. Knapp 70 Prozent wünschen sich zudem nachvollziehbarere Verteilungsmechanismen für ihre Krankenkassenbeiträge.

Auch in einer früheren Umfrage der SBK aus dem Jahr 2014 wurde deutlich, dass zur Finanzierung der Krankenkassen Informationsdefizite bestehen. So ging knapp ein Drittel der Befragten davon aus, dass die eigene Krankenkasse auch die eigenen Beiträge verwaltet. Knapp 43 Prozent gaben an, dass sie nicht wissen, wie ihre Beiträge verwaltet werden. Auch sieben Jahre später zeige die aktuelle Umfrage laut SBK noch ähnliche Ergebnisse: 41 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie Kassenbeiträge verwaltet werden. 34 Prozent gehen davon aus, dass die Kassen die Beiträge ihrer Versicherten selbst verwalten. Nur 23 Prozent wissen um die zentrale Verwaltung der Einnahmen über den Gesundheitsfonds beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS).

Versicherte wünschen sich mehr Informationen

Um besser über die Verwendung ihrer Beitragsgelder informiert zu sein, wünschen sich die GKV-Versicherten laut SBK mehr Transparenz: Fast 86 Prozent der Befragten sprachen sich schon 2014 für regelmäßige Finanzberichte der gesetzlichen Kassen aus. 2021 wird eine solche Veröffentlichung sogar von 91 Prozent der Befragten als wünschenswert eingestuft. 86 Prozent sprechen sich darüber hinaus für eine gesetzliche Verpflichtung aus, die Kassenfinanzen offenzulegen.

Wunsch nach Information
"Wir können den Wunsch nach mehr Information nur unterstützen", betont Christian Keutel, Finanzexperte der SBK. "Denn die Versicherten vertrauen uns ihr Geld an. Wir fungieren als Treuhänder für die Versichertengelder und garantieren dafür, dass diese nachhaltig eingesetzt werden. Da ist es ihr gutes Recht, Bescheid zu wissen. Hinzu kommt: Eine verlässliche und zukunftsfähige Finanzplanung lässt sich nur realisieren, wenn wir wissen, wie viel Geld zur Verfügung steht. Und das ist im Moment leider nicht immer der Fall." Die Kasse veröffentlicht selbst seit Jahren regelmäßig ihre Geschäfts- und Quartalsberichte.

Die Umfrage-Ergebnisse im Überblick und Vergleich

2014: 49 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass es seit 2009 einen einheitlichen Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen gibt. 28 Prozent stimmen dem nicht zu, 23 Prozent wissen es nicht. 2021: 29 Prozent der Befragten denken, dass es einen einheitlichen Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen gibt. Ein Drittel der Befragten weiß nicht, dass sich der Krankenkassenbeitrag aus einem einheitlichen Satz und einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammensetzt.

2014: 26 Prozent der Teilnehmer stimmen der Aussage zu, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Beiträge an den Gesundheitsfonds abführen. 30 Prozent stimmen dem nicht zu, 43 Prozent wissen es nicht. 2021: 23 Prozent der Befragten geben an, dass die Krankenkassenbeiträge zentral verwaltet werden, 34 Prozent denken, dass ihre Kassen die Einnahmen selbst verwalten. 41 Prozent geben an, es nicht zu wissen.

2014: 44 Prozent bevorzugen, dass jede Krankenkasse für sich entscheidet, wie sie mit den Beitragseinnahmen umgeht. 2021: 45 Prozent denken, dass Krankenkassen ihr Beitragseinnahmen selbst verwalten sollten.

2014: 22 Prozent der Befragten finden, dass der Prozess der Geldverteilung zumindest für die Krankenkassen nachvollziehbar und kontrollierbar sein müsste. 62 Prozent sind der Überzeugung, dies sollte auch über die Krankenkassen hinaus gelten. 10 Prozent vertrauen den Experten, die für eine gerechte und fehlerfreie Verteilung der Beiträge an die Krankenkassen sorgen. 2021: 51 Prozent wünschen sich, dass der Prozess der Geldverteilung für die Krankenkassen nachvollziehbar und kontrollierbar ist. Über die Hälfte der Befragten (58 Prozent) wünscht sich, dass der Prozess für die interessierte Öffentlichkeit transparenter ist. Auch Verbraucherzentralen (47 Prozent) und der Bund der Steuerzahler (45 Prozent) sollten laut der Befragten einen transparenteren Einblick in den Prozess bekommen. Nur 8 Prozent haben vollstes Vertrauen in die Experten, die für eine gerechte und fehlerfreie Verteilung der Beiträge an die Krankenkassen sorgen.

2014: 86 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Krankenkassen gesetzlich verpflichtet werden sollten, einen uneingeschränkten Einblick in ihre Geschäftsbücher zu gewähren und einen Finanzbericht vorzulegen. 10 Prozent halten das nicht für notwendig. 2021: 87 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Krankenkassen gesetzlich verpflichtet werden sollten, einen uneingeschränkten Einblick in ihre Geschäftsbücher zu gewähren und einen Finanzbericht vorzulegen.
Datenbasis
Die verwendeten Daten beruhen auf Online-Umfragen der YouGov Deutschland GmbH. 2014 wurden für die Umfrage 1.000 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt, die gesetzlich krankenversichert sind. 2021 haben zwischen dem 30.06. und 02.07.2021 insgesamt 2.093 Teilnehmer (davon 1.815 gesetzlich krankenversicherte Personen) an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.


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