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Sonntag, 21.07.2019

News & Meldungen

Sensible Patientendaten

Berichte über Sicherheitsmängel in Arztpraxen erreichen Bundestag

22.06.2019·Die Sicherheit der Telematikinfrastruktur ist Thema einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Mit insgesamt 14 Fragen fordern die Liberalen Auskunft zum Anschluss der TI-Konnektoren in Arztpraxen.

Beim Anschluss der Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur (TI) ist es offenbar zu schweren Sicherheitsmängeln gekommen. Nach mehreren Medienberichten hierzu (vgl. auch "Links zum Thema") hat nun die FDP-Bundestagsfraktion eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung wissen, welche Sicherheitsmängel in Arztpraxen wie entstanden sind, wie die Bundesregierung sie einschätzt und welche Maßnahmen sie ergreift, um bestehende Sicherheitsmängel abzustellen.

Ärzte bis Ende Juni zum Anschluss verpflichtet

Arztpraxen sind beim Anschluss der TI-Konnektoren gleich mehrfach in der Zwickmühle. Einerseits haben sie im Zuge des "Roll-outs" nur bis 30.06.2019 Zeit, um den Anschluss vornehmen zu lassen. Danach drohen Abzüge bei den Honoraren. Andererseits sind sie bei der Installation der Konnektoren auf sogenannte "Dienstleister vor Ort (DVO)" angewiesen. Den DVOs stehen hierbei mehrere von der TI-Betreibergesellschaft gematik zertifizierte Anschlussvarianten zur Verfügung (vgl. "Links zum Thema").

Arzt für sachgemäßen Anschluss verantwortlich

Das Problem tritt ein, wenn ein DVO von den zertifizierten Verfahren abweicht und damit Sicherheitslücken im Praxisnetz aufreißt. Patientendaten können hierdurch über das Internet angreifbar werden - teils ohne das Wissen des Arztes. Techniker der DVO-Unternehmen, so die Freie Ärzteschaft (FÄ), schalteten Berichten zufolge immer wieder Firewalls und Virenschutzprogramme der Praxisnetzwerke ab. "Beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat man dieses Vorgehen als ´grob fahrlässig´ eingestuft", unterstreicht Dietrich. Der FÄ-Chef weiter: "Die IT-Firmen haben bei der Installation der Geräte dafür zu sorgen, dass die Netzwerke hochsicher und deshalb auch verschlüsselt sind - das tun sie aber offenbar teilweise nicht."

Die FÄ empfiehlt den Praxisärzten daher, sich unbedingt abzusichern: Die IT-Firma, die die benötigten Geräte wie den Konnektor in der Praxis installiert hat, müsse ihnen schriftlich bestätigen, dass dabei höchste Sicherheitsstandards erfüllt und alle Datenschutzmaßnahmen genau umgesetzt wurden.

Freie Ärzteschaft rät: Notfalls Stecker ziehen

"Andernfalls ist es ratsam, das Praxisverwaltungssystem vom sogenannten Konnektor wieder zu trennen", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich. Nur dann könne der Arzt sicher sein, keine unkalkulierbaren Haftungsrisiken bei Datenschutzverletzungen nach der Berufsordnung, dem Straftatbestand des § 203 StGB oder der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einzugehen.

 

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