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Mittwoch, 23.05.2018

News & Meldungen

Telemedizin

Deutscher Ärztetag ebnet Weg für Fernbehandlung

11.05.2018·Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hat sich für die Möglichkeit ausgesprochen, Patienten künftig ausschließlich aus der Ferne behandeln zu können. Die Delegierten beschlossen die Änderung des Berufsrechts mit deutlicher Mehrheit. Betont wurde jedoch, dass der persönliche Kontakt zum Patienten der "Goldstandard" bleibe.

Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hat am 10.05.2018 mit großer Mehrheit eine Neufassung des § 7 Absatz 4 der (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärzte beschlossen und damit den berufsrechtlichen Weg für die ausschließliche Fernbehandlung von Patienten geebnet. Die Neuregelung entspricht den Forderungen des letztjährigen Deutschen Ärztetages, einerseits die Behandlung und Beratung aus der Ferne unter bestimmten Anforderungen zu ermöglichen und andererseits den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt weiterhin in den Vordergrund zu stellen. "Wir wollen und müssen diesen Prozess gestalten und dieses Feld mit unserer ärztlichen Kompetenz besetzen", sagte Dr. Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK) und Vorsitzender der Berufsordnungsgremien der BÄK, vor den 250 Abgeordneten des Deutschen Ärztetages. Mischo stellte klar, dass digitale Techniken die ärztliche Tätigkeit unterstützen sollen. Sie dürften aber nicht die notwendige persönliche Zuwendung von Ärzten ersetzen. "Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt stellt weiterhin den ´Goldstandard´ ärztlichen Handelns dar", betonte Mischo.
Ausschließliche Fernbehandlung
Eine ausschließliche Fernbehandlung liegt dann vor, wenn eine ärztliche Beratung oder Behandlung stattfindet, ohne dass zumindest ein persönlicher physischer Kontakt zwischen Arzt und Patient stattgefunden hat.

Der geänderte § 7 Absatz 4 der (Muster-)Berufsordnung lautet:

"Ärztinnen und Ärzte beraten und behandeln Patientinnen und Patienten im persönlichen Kontakt. Sie können dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird."
Nach der beschlossenen Änderung der (Muster-)Berufsordnung ist der nächste Schritt die Übernahme dieser Regelung in die rechtsverbindlichen Berufsordnungen der Landesärztekammern. Insbesondere für ländliche Regionen kann die Telemedizin ein geeignetes Mittel sein, um einen drohenden Ärztemangel abzumildern.

Ärzte: Telemedizin darf nicht kommerzialisiert werden

In weiteren Entschließungen betonte der Ärztetag unter anderem die Notwendigkeit, Beratungen und Behandlungen aus der Ferne in die bestehenden Versorgungsstrukturen einzubinden. Die Abgeordneten des Ärztetages sprachen sich gegen den Aufbau eines neuen eigenständigen Versorgungsbereichs einer telemedizinischen Primärversorgung aus, insbesondere in Form kommerziell betriebener Callcenter. Ferner forderte der Ärztetag, dass die Fernbehandlung im vertragsärztlichen Sektor nur durch Vertragsärzte im Rahmen des Sicherstellungsauftrags erfolgt. "Kapitalorientierte Gesellschaften dürfen im vertragsärztlichen Sektor nicht in Konkurrenz zu Vertragsärzten treten oder gar Betreibereigenschaften für medizinische Versorgungszentren erhalten", heißt es in einer Entschließung des Ärzteparlaments.

 

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