BARMER|23.03.2026

PRESSEMITTEILUNG

Apothekenschließungen: BARMER-Studie widerspricht Alarmismus

Berlin (kkdp)·23.03.2026

78 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erreichen innerhalb von maximal zwei Kilometern eine Apotheke.
Innerhalb von maximal sechs Kilometern erreichen derzeit 96 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke.
Bei gut 73 Prozent der Apotheken wäre im Fall einer Schließung die Erreichbarkeit einer anderen Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von bis sechs Kilometer gegeben.
BARMER-Chef Straub: "Pauschale politische Fördermaßnahmen für Apotheken auf Kosten der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sind vor dem Hintergrund unserer Analysen nicht zu rechtfertigen."

Deutschland ist so gut mit Apotheken versorgt, dass 78 Prozent der Bevölkerung innerhalb einer Wegstrecke von maximal zwei Kilometern eine Apotheke erreichen. Im Radius von maximal sechs Kilometern sind es sogar 96 Prozent der Bundesbürger. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) auf Grundlage geografischer Daten hervor. Die Studie legt außerdem nahe, dass die Angst vor Apothekenschließungen unbegründet sei. Bei gut 73 Prozent der Apotheken wäre im Fall einer Schließung die Erreichbarkeit einer anderen Apotheke innerhalb einer Wegstrecke von bis sechs Kilometer gegeben. "Unsere Studie belegt eindrücklich, wie gut die Erreichbarkeit von Apotheken ist. Pauschale politische Fördermaßnahmen für Apotheken auf Kosten der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sind definitiv nicht zu rechtfertigen", sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, anlässlich der aktuellen Diskussion über den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG).

Apothekenschließungen vor allem in Städten

Der Entwurf zum ApoVWG-Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung sieht im Kern die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen für inhabergeführte Apotheken vor. "Mögliche politische Unterstützungsmaßnahmen für Apotheken sollten zielgenau an der lokalen Versorgungssituation ausgerichtet werden", so Barmer-Chef Straub mit Blick auf die Analyse der Krankenkasse. Diese zeige, dass Städte mehr von Apothekenschließungen betroffen seien als ländliche Regionen. In den Jahren 2017 bis 2024 sei die Anzahl der Apotheken in städtischen Regionen um 26,4 Prozent zurückgegangen und in ländlichen Regionen um 18,8 Prozent. Die Erreichbarkeit von Apotheken bleibe trotz Schließungen ausgesprochen gut. In städtischen Regionen müssten nur ein Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner mehr als sechs Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen, in ländlichen Regionen elf Prozent.


Q&A

Auf welchen Daten basiert die Analyse?

Das bifg-Barmer-Institut für Gesundheitssystemforschung hat anhand der Abrechnungsdaten der BARMER die Standorte der Apotheken abgeleitet und für seine Analyse die Einwohnerzahlen gemäß Zensus sowie das deutsche Fußwegenetz von OpenStreetMap einbezogen. Für jede bewohnte Rasterzelle wurde der kürzeste Weg zu einer Apotheke ermittelt.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Erreichbarkeit von Apotheken?

Ja. In einem Radius von sechs Kilometern gibt es in Berlin im Durchschnitt 103,6 Apotheken. Hier ist die Dichte an Apotheken bundesweit am höchsten. Am niedrigsten ist sie in Mecklenburg-Vorpommern. Hier finden Einwohnerinnen und Einwohner in einem Radius von sechs Kilometern im Durchschnitt 7,6 Apotheken.

Wie gut sind Apotheken für Seniorinnen und Senioren erreichbar?

Anhand von Bevölkerungsdaten hat das bifg-Barmer-Institut für Gesundheitssystemforschung analysiert, wie gut Apotheken für Einwohnerinnen und Einwohner ab 65 Jahren erreichbar sind. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. In Berlin finden ab 65-Jährige im Umkreis von sechs Kilometern im Durchschnitt zirka 93 Apotheken, im Nachbarland Brandenburg knapp acht.

Pressekontakt:

Athanasios Drougias
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: 0800 333004991421
E-Mail: athanasios.drougias@barmer.de


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