Spitzenverband Bund der Krankenkassen|11.06.2026

PRESSEMITTEILUNG

Die Pharmaindustrie verdient in Deutschland blendend

Berlin (kkdp)·Mit Verwunderung reagiert Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, in der Wirtschaftswoche auf die Ankündigungen einzelner Pharmaunternehmen, Investitionen in Deutschland zu streichen. Im Interview mit der Wirtschaftswoche sagt Stoff-Ahnis: "Der deutsche Markt bietet der Pharmaindustrie hervorragende Bedingungen. Patientinnen und Patienten bekommen schnell Zugang zu neuen Wirkstoffen und Arzneimitteln und die gesetzlichen Kassen sind ein großer Kunde mit 75 Millionen Versicherten."

Der deutsche Markt ist für die Pharmaindustrie ein attraktiver Markt

In keinem anderen europäischen Land gebe es für die Pharmaindustrie einen derart attraktiven Markt, führt Stoff-Ahnis aus. Das führt unter anderem dazu, dass die Ausgaben seit Jahren sehr stark steigen. "Zwischen 2012 und 2025 wuchsen unsere Medikamentenausgaben von 27 Milliarden auf 59 Milliarden Euro", sagt Stoff-Ahnis. Vor allem liege das daran, dass die patentgeschützten Arzneimittel sehr viel teurer geworden sind. "Zwischen 2012 und 2025 wurde eine Tagesbehandlung mit patentgeschützten Arzneimitteln, die nur jeweils ein Hersteller anbietet, im Schnitt um 182 Prozent teurer. Die Pharmaindustrie verdient in Deutschland blendend", so Stoff-Ahnis im Interview mit der Wirtschaftswoche.

GKV-Reform muss Pharmaindustrie angemessen am Sparen beteiligen

Im Entwurf für ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht die Politik Maßnahmen zur Begrenzung des Ausgabenanstiegs bei Arzneimitteln vor. Dazu Stoff-Ahnis: "Wir kämpfen seit Jahren mit stark wachsenden Ausgaben. Nun ist es eine Frage der Gerechtigkeit, alle am Sparen zu beteiligen. Das muss auch für die Pharmaindustrie gelten." Ihrem Eindruck nach wird die Pharmaindustrie geschont. "Schaut man auf die Pharmaindustrie, muss man sagen, dass der Gesetzentwurf weit hinter das zurückfällt, was die von Frau Warken beauftragte Finanzkommission der Ministerin vorgelegt hat. Auch der Sachverständigenrat Gesundheit und die Wirtschaftsweisen sehen viel größeres Potenzial zum Sparen", so Stoff-Ahnis in der Wirtschaftswoche.

Dynamischer Herstellerabschlag gegen steigende Beiträge

Stoff-Ahnis plädiert dafür, dass die Pharmaindustrie gerecht am Sparen beteiligt wird. "Unter anderem muss jetzt der dynamische Herstellerabschlag kommen, gegen den die Pharmahersteller sind. Der Abschlag verknüpft für uns Krankenkassen Großkundenrabatt und wirtschaftliche Vernunft", so Stoff-Ahnis. Wenn sich die Pharmaindustrie nicht am Sparen beteilige, träfe das alle anderen Wirtschaftszweige, da die Lohnnebenkosten dann für alle Betriebe stiegen.

Stoff-Ahnis weiter: "Hohe Medikamentenausgaben zur Sicherung des Standorts sind nicht Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung. Sehr hohe Ausgaben für Arzneimittel sind eine Gefahr für den Standort."

Pressekontakt:

Florian Lanz
GKV-Spitzenverband, Pressesprecher
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
presse@gkv-spitzenverband.de


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