Spitzenverband Bund der Krankenkassen|10.07.2026

PRESSEMITTEILUNG

GKV-BStabG beschlossen
Gemeinsam für mehr Gesundheit

Berlin (kkdp)·Mit seiner heutigen Entscheidung hat der Bundestag den Weg für insgesamt stabile Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung geebnet. Das ist ein gutes Signal für 75 Millionen gesetzlich Versicherte und deren Arbeitgebende. Jetzt kommt es darauf an, dass die Beschlüsse von allen Akteuren im Gesundheitswesen zügig und konstruktiv umgesetzt werden.

Dazu erklärt Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes:

"Dieses Gesetz enthält viele Härten, aber trotzdem war es richtig, dass es beschlossen wurde. Jetzt sind die Grundlagen gelegt, dass die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr stabil bleiben können. Das ist eine gute Nachricht für unsere 75 Millionen Versicherten und deren Arbeitgebende.

Die letzten Monate waren geprägt von sehr intensiven und engagierten Diskussionen über die besten Lösungen. Leider sind einige dabei auch manchmal mit haltlosen Schreckensszenarien und Angstmacherei übers Ziel hinausgeschossen. Gut, dass die Koalition hier Handlungsfähigkeit bewiesen hat. Ich appelliere nun an alle, die in unserem Gesundheitswesen Verantwortung tragen, jetzt die Entscheidung des Deutschen Bundestags konstruktiv und verantwortungsvoll gemeinsam mit uns umzusetzen.

Nach der Reform ist vor der Reform: Wir müssen nun schnell nach vorne schauen: Nach den Einsparmaßnahmen in diesem Jahr brauchen wir im kommenden Jahr grundlegende strukturelle Reformen. Einfach nur stabile Beiträge, das reicht uns natürlich nicht. Unser Ziel ist ein Gesundheitswesen, das für die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, auch richtig gut ist.

Wir brauchen jetzt grundlegende Strukturreformen, um unser Gesundheitswesen für die Zukunft gut aufzustellen:

Wir brauchen eine Primärversorgung, also dass in Zukunft besser darauf geachtet wird, was die bzw. der einzelne tatsächlich braucht, statt einfach direkt zum Arzt zu gehen. So wollen wir, dass jeder von uns schneller genau die Versorgung bekommt, die notwendig ist. Andere Länder machen es uns hier erfolgreich vor.
Eine Notfallreform, die dafür sorgt, dass Notfallversorgung und Rettungsdienst besser Hand in Hand arbeiten und akute Fälle schneller in die passende Versorgung kommen, ist richtigerweise bereits in Arbeit.
Die Krankenhausreform muss durch die Länder konsequent umgesetzt werden. Zu oft werden Menschen mit schweren Erkrankungen immer noch in Kliniken operiert, die dafür überhaupt nicht spezialisiert sind. Beispielsweise gehört eine Frau mit Brustkrebs in eine Spezialklinik und nicht in ein Wald- und Wiesenkrankenhaus.
Besser als gut behandelt zu werden, ist es, gar nicht erst krank zu werden. Deshalb muss die Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ausgebaut werden. Hier haben wir in Deutschland erheblichen Nachholbedarf.
Die Chancen der Digitalisierung und der KI müssen wir aktiv und besser nutzen. Hier liegt ein riesiges Potenzial, das dringend gehoben werden muss und nicht durch überbordenden Datenschutz ständig ausgebremst werden darf.

Zu all diesen und weiteren Themen liegen die Positionspapiere und Konzepte des GKV-Spitzenverbandes auf dem Tisch.

Unser Gesundheitswesen wird getragen von sehr vielen engagierten und hochkompetenten Menschen und es hilft täglich vielen Menschen beim Gesundwerden oder lindert deren Leid. Auf Basis stabilisierter Finanzen müssen wir uns jetzt gemeinsam daran machen, es auch strukturell fit für die Zukunft zu machen. 75 Millionen gesetzlich Versicherte in diesem Land sind darauf angewiesen."

Anm. der Redaktion: Der Titel wurde ergänzt um "GKV-BStabG beschlossen"

Pressekontakt:

Florian Lanz
GKV-Spitzenverband, Pressesprecher
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
presse@gkv-spitzenverband.de


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