IKK Südwest|29.07.2021

PRESSEMITTEILUNG

Corona schlägt weiter auf die Psyche
Mehr Patienten mit psychischen Leiden in Kliniken

Saarbrücken (kkdp)·Aktuell befinden sich überdurchschnittlich viele Versicherte der IKK Südwest mit psychischen Erkrankungen im Krankenhaus. Das geht aus einer Analyse der regionalen Krankenkasse unter ihren Versicherten im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen hervor.

Im Vergleich zum Frühjahr hat sich die Situation zwar etwas entspannt, dennoch waren auch in den vergangenen Wochen in der Region rund 13 % mehr Menschen mit psychischen Diagnosen in stationärer Behandlung als im gleichen Zeitraum des Vorjahres 2020.

Die IKK Südwest erkennt in den hohen Fallzahlen einen Trend, der die Patientenversorgung in der Region auch längerfristig begleiten wird. "Die Belegungssituation der Kliniken zeigt, dass die außergewöhnlichen Belastungen durch Corona jetzt schon zum Teil zu Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Burnout geführt haben. Die Psyche bleibt in den kommenden Jahren ein Dauerthema, auch für die Patientenversorgung", sagt Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest.

Höchste Anstiege zwischen April und Juni

Im Saarland waren im Juni 2021 im Vergleich zum Vorjahr bis zu 60 % mehr Versicherte der IKK Südwest mit einer oder mehreren psychischen Diagnosen in einer Klinik. In Rheinland-Pfalz war dieser Anstieg im April und Mai dieses Jahres mit durchschnittlich rund 49 % mehr Klinik-Patient*innen besonders hoch. In Hessen waren Ende Mai rund 45 % mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen im Krankenhaus als noch im Jahr zuvor.

"Neben einer sorgfältigen Analyse der Belastungssituation der Betroffenen müssen auch Präventionsangebote künftig stärker ausgebaut werden", sagt Präventionsexperte Loth und führt weiter aus: "Wir erkennen an den konstanten Anstiegen im stationären Bereich, dass die psychischen Folgen der Pandemie für die Menschen in der Region sehr relevant sind.

Betroffene brauchen eine auf diese besondere Situation abgestimmte, optimale Versorgung. Hierzu muss im ambulanten und stationären Bereich sorgfältig analysiert werden, ob es zusätzliche Bedarfe gibt."

Handlungsbedarf bei Prävention

Darüber hinaus spricht sich die IKK Südwest für zusätzliche Maßnahmen der Prävention aus, mit denen noch gezielter und noch früher psychische Erkrankungen erkannt und sogar vermieden werden können.

Im Rahmen der nationalen Präventionsstrategie bedarf es daher eines stärkeren Schulterschlusses aller verantwortlichen Akteure auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, so Loth. So müsse man auch im Bereich der psychischen Gesundheitsförderung konkrete Ziele als auch Finanzierungsfragen für alle Lebensbereiche, nicht nur für Krankenkassen, verbindlicher vorgeben und klarer abgrenzen.

"Immer mehr Menschen sind aufgrund psychischer Ursachen krankgeschrieben. Speziell in kleinen und mittleren Unternehmen braucht es daher künftig einen noch stärkeren Fokus auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement und den Wert, den es für die Unternehmen und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter hat."

Pressekontakt:

Mathias Gessner
Pressesprecher
Tel.: 06 81/9 36 96-3038
E-Mail: mathias.gessner@ikk-sw.de


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