Siemens-Betriebskrankenkasse|23.06.2020

PRESSEMITTEILUNG

Hamburger Modell: Schritt für Schritt zurück in den Job

München (kkdp)·Betriebliche Wiedereingliederung in Corona-Zeiten im Home-Office organisieren

Bei schweren Erkrankungen können Mitarbeiter*innen wochen- oder monatelang nicht ihren beruflichen Tätigkeiten nachgehen. Kehren sie in den Job zurück, ist es oftmals nicht möglich, direkt mit voller Leistungsfähigkeit wieder einzusteigen. Das Hamburger Modell hilft Betroffenen dabei, stufenweise zu ihrem ursprünglichen Arbeitspensum zurückzufinden. Im Zuge der Corona-Krise ist jetzt noch mehr Flexibilität seitens der Arbeitgeber gefordert.

Das "Hamburger Modell", das ursprünglich 1971 in München in der Siemens-Betriebskrankenkasse entstanden ist*, richtet sich an Mitarbeiter*innen, die noch krankgeschrieben sind, ihre Tätigkeit aber zum Teil schon wieder ausführen können. Grundsätzlich kann die stufenweise Wiedereingliederung bei jeder Erkrankung erfolgen, zu den häufigsten Diagnosen zählen psychische und orthopädische sowie Krebserkrankungen.

"Wir erleben, dass Arbeitgeber in 80 bis 85 Prozent der Fälle einer schrittweisen Wiedereingliederung zustimmen - mit sehr guter Erfolgsquote: Über 90% der stufenweisen Wiedereingliederungen werden erfolgreich abgeschlossen. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist es, frühzeitig ins Gespräch zu gehen", sagt Anika Papsdorf, Fachexpertin Geldleistungen bei der SBK. Arbeitgeber, Arbeitnehmer*innen, die Krankenkasse sowie der behandelnde Arzt planen im Idealfall gemeinsam die Rückkehr in einem individuellen Stufenplan.

Krise als Chance - mehr Möglichkeiten durch mobiles Arbeiten
Aktuell ist das Thema bei vielen Unternehmen aufgrund anderer Herausforderungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht präsent. Allerdings bietet die Krise große Chancen, die Wiedereingliederung aufgrund geänderter Arbeitsbedingungen in vielen Berufen jetzt noch flexibler zu gestalten. "Die Möglichkeit, erst einmal von zu Hause aus zu arbeiten, kann den Mitarbeiter*innen den Einstieg noch mehr erleichtern. Wichtig ist hier vor allem sehr gute und offene Kommunikation mit der Führungskraft. So können Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber gemeinsam abwägen, was zu Hause erledigt werden kann und wo eine Präsenz im Unternehmen erforderlich ist", so Papsdorf.

Wiedereingliederung als Win-Win für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Das Hamburger Modell hat den Vorteil, dass Mitarbeiter*innen langsam in ihren Job zurückfinden können, ohne dass Kosten für die Unternehmen entstehen, denn die Versicherten sind während der gesamten Wiedereingliederungsphase krankgeschrieben. So können sie ihre eigene Belastbarkeit austesten, Selbstsicherheit zurückgewinnen und die Angst vor Überforderung und Krankheitsrückfall abbauen. Arbeitgeber hingegen haben die Möglichkeit, Fachkräfte zu halten und das Risiko zu minimieren, dass ihre Mitarbeiter*innen nach ihrer Rückkehr erneut ausfallen.

*) Reformen oder gesetzliche Vorhaben wurden im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts häufig in Hamburg "getestet". Attraktiv war dies vor allem, da Hamburg als Bundesland eine überschaubare Einwohnerzahl hat und somit auch u. a. der Nutzen und die Kosten, in dem konkreten Fall für Arbeitgeber und -nehmer, überschaubar waren. Der Test wurde als erfolgreich bewertet und das Wiedereingliederungsmodell auf Gesamtdeutschland ausgeweitet. Der ursprüngliche Modellbegriff hat sich in der Bevölkerung etabliert und die stufenweise Wiedereingliederung wird bis heute umgangssprachlich als "Hamburger Modell" bezeichnet.

Pressekontakt:

Kathrin Biereder
Stab Unternehmenskommunikation
Tel. +49 (89) 62700-765
E-Mail: kathrin.biereder@sbk.org


GKV-Newsletter
GKV-Newsletter - "einfach" informiert bleiben

Der kostenfreie Infoservice zur GKV und Gesundheitspolitik