Sozialverband VdK Deutschland e. V.|16.01.2026
PRESSEMITTEILUNG
Bentele: "Mit dieser Gesundheitspolitik zahlen Patienten nur drauf"
Berlin (kkdp)·16.01.2026
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 15. Januar äußerte sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zum Primärarztsystem und zu möglichen Änderungen bei Medikamentenzuzahlungen. VdK Präsidentin Verena Bentele übt scharfe Kritik am geplanten Ende des freien Zugangs zu Fachärztinnen und Fachärzten und an den möglichen sozialen Folgen der Reform:
"Ich warne davor, in der Gesundheitspolitik die Patienten aus dem Blick zu verlieren. Ein patientenzentriertes Primärversorgungssystem kann durchaus sinnvoll sein, um mehr Orientierung im komplexen Gesundheitswesen zu schaffen und Fehl- sowie Überversorgung zu vermeiden. Doch ein verpflichtendes Primärarztmodell, verbunden mit möglichen Zusatzgebühren beim direkten Gang zum Facharzt, würde bestehende Ungleichheiten in der Versorgung weiter verschärfen. Menschen mit höherem Einkommen können sich solche Zusatzkosten problemlos leisten, während Haushalte mit niedrigen oder mittleren Einkommen zusätzlich belastet und damit weiter benachteiligt wären. Hinzu kommt, dass nicht alle Menschen einen Hausarzt haben und ein verpflichtendes Primärarztmodell etwa auf dem Land kaum funktionieren wird."
"Die geplanten Erhöhungen der Zuzahlungen für Arzneimittel und andere Leistungen stehen im klaren Widerspruch zum sozialen Grundgedanken der Gesetzlichen Krankenversicherung. Besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sind oft auf mehrere Medikamente angewiesen. Steigende Zuzahlungen belasten sie schon heute finanziell und erhöhen das Risiko, dass notwendige Medikamente aus Kostengründen nicht mehr eingenommen werden. Eine gute Gesundheitsversorgung darf nicht vom Geldbeutel abhängen."
"Reformen im Gesundheitssystem müssen sozial gerecht gestaltet sein und dürfen nicht allein durch Mehrbelastungen für Versicherte finanziert werden. Vielmehr sollte der Blick auf diejenigen gerichtet sein, die jahrelang am Gesundheitssystem sehr gut verdient haben wie die Pharmaindustrie und investorengeführte Medizinische Versorgungszentren. Sie müssen jetzt einen fairen Beitrag zur Konsolidierung des Systems leisten."
Versicherte dürfen nicht stärker zur Kasse gebeten werden
VdK fordert soziale Gerechtigkeit statt weiterer Belastungen im Gesundheitssystem
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 15. Januar äußerte sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zum Primärarztsystem und zu möglichen Änderungen bei Medikamentenzuzahlungen. VdK Präsidentin Verena Bentele übt scharfe Kritik am geplanten Ende des freien Zugangs zu Fachärztinnen und Fachärzten und an den möglichen sozialen Folgen der Reform:
"Ich warne davor, in der Gesundheitspolitik die Patienten aus dem Blick zu verlieren. Ein patientenzentriertes Primärversorgungssystem kann durchaus sinnvoll sein, um mehr Orientierung im komplexen Gesundheitswesen zu schaffen und Fehl- sowie Überversorgung zu vermeiden. Doch ein verpflichtendes Primärarztmodell, verbunden mit möglichen Zusatzgebühren beim direkten Gang zum Facharzt, würde bestehende Ungleichheiten in der Versorgung weiter verschärfen. Menschen mit höherem Einkommen können sich solche Zusatzkosten problemlos leisten, während Haushalte mit niedrigen oder mittleren Einkommen zusätzlich belastet und damit weiter benachteiligt wären. Hinzu kommt, dass nicht alle Menschen einen Hausarzt haben und ein verpflichtendes Primärarztmodell etwa auf dem Land kaum funktionieren wird."
"Die geplanten Erhöhungen der Zuzahlungen für Arzneimittel und andere Leistungen stehen im klaren Widerspruch zum sozialen Grundgedanken der Gesetzlichen Krankenversicherung. Besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sind oft auf mehrere Medikamente angewiesen. Steigende Zuzahlungen belasten sie schon heute finanziell und erhöhen das Risiko, dass notwendige Medikamente aus Kostengründen nicht mehr eingenommen werden. Eine gute Gesundheitsversorgung darf nicht vom Geldbeutel abhängen."
"Reformen im Gesundheitssystem müssen sozial gerecht gestaltet sein und dürfen nicht allein durch Mehrbelastungen für Versicherte finanziert werden. Vielmehr sollte der Blick auf diejenigen gerichtet sein, die jahrelang am Gesundheitssystem sehr gut verdient haben wie die Pharmaindustrie und investorengeführte Medizinische Versorgungszentren. Sie müssen jetzt einen fairen Beitrag zur Konsolidierung des Systems leisten."
Pressekontakt:
Julia Frediani
Telefon: 030 9210580-409
Mobil: 0175 6604730
E-Mail: j.frediani@vdk.de