ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft|18.02.2022

STATEMENT

Weitere Warnstreiks bei der AOK am 22. Februar

Berlin (kkdp)·ver.di fordert deutlich verbessertes Angebot

In den laufenden Tarifverhandlungen zur Erhöhung der Gehälter für die Beschäftigten bei der gesetzlichen Krankenkasse AOK ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu weiteren bundesweiten Warnstreiks auf. Der Schwerpunkt der bundesweiten Warnstreiks ist am 22. Februar 2022. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen.

Aufgrund der pandemischen Situation finden die Warnstreiks überwiegend "virtuell" statt. Geplant sind außerdem regionale Streikaktionen und Streikversammlungen, unter anderem in Berlin. Von den Verhandlungen sind rund 60.000 Beschäftigte bei der AOK sowie der, der Tarifgemeinschaft der AOK zugehörigen, ITSCare (IT-Dienstleister für AOK) betroffen.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) fordert ver.di eine Erhöhung von 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für die Auszubildenden 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber haben bisher lediglich eine einmalige Zahlung im März 2022 von 1.000 Euro für Tarifbeschäftigte und 400 Euro für Auszubildende angeboten. Erst ab Dezember 2022 soll es eine prozentuale Erhöhung der Vergütung um 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten geben.

"Mit diesem Angebot ist die Arbeitgeberseite noch weit entfernt von den jüngst bei anderen gesetzlichen Krankenkassen erzielten Tarifsteigerungen", betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. "Die Beschäftigten der AOK haben in der Vergangenheit trotz aller Herausforderungen den Auftrag der Krankenkassen vollumfänglich gewährleistet und sind permanent Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Versicherten. Jetzt sollen sie in dieser Tarifrunde trotz steigender Inflationsraten vom Einkommensniveau anderer Kassen abgehängt werden. Statt Respekt und Anerkennung für ihre Leistung werden die Beschäftigten auf einen Kostenfaktor reduziert."

Gleichzeitig soll nach Ansicht der Arbeitgeber das Ergebnis der Tarifrunde nach wie vor nicht für die Beschäftigten der AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) angewendet werden, obwohl die AOK Nordost Mitglied der bundesweiten Tarifgemeinschaft der AOK ist. "Eine einseitige Demontage der Tarifbindung ist nicht akzeptabel", betont Behle. "Die Beschäftigten der AOK Nordost haben wie alle anderen eine angemessene Vergütung für ihre Arbeit verdient."

Die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der AOK werden am 23. und 24. Februar 2022 in vierter Runde fortgesetzt.

Die AOKen begründen ihre Haltung mit den erheblichen Belastungen der AOK-Gemeinschaft, die durch die kostenträchtige Gesetzgebung in den vergangenen Jahren und Eingriffe in den Kassenwettbewerb entstanden seien.

"Es ist nicht akzeptabel, dass die Krankenkassenfinanzierung auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden soll. Die Beschäftigten werden ihren Unmut daher in Warnstreiks zum Ausdruck bringen", so die Gewerkschafterin.

Pressekontakt:

Martina Sönnichsen
ver.di-Bundesvorstand
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de


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