ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft|29.09.2022

PRESSEMITTEILUNG

ver.di legt "Handbuch Homeoffice" vor

Berlin (kkdp)·Positive Potenziale der Digitalisierung müssen bei den Beschäftigten ankommen

Mit dem heute (29.09.22) veröffentlichten "Handbuch Homeoffice - Perspektiven, Daten, Ansätze für die Gestaltung des Neuen Normal" leistet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) einen wichtigen Beitrag in der Debatte um die Gestaltung von Homeoffice im Sinne Guter Arbeit. "Es wird nicht die eine Variante Homeoffice geben, die für alle Beschäftigten mit ihren unterschiedlichen Bedarfen und Rahmenbedingungen passend ist", sagte Christoph Schmitz, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. "Wichtig ist, die zentralen Herausforderungen, Anforderungen und Perspektiven zu kennen, die bei Aushandlungsprozessen berücksichtigt werden müssen." Das 132 Seiten umfassende "Handbuch Homeoffice" bereite wichtige Gestaltungsfelder aus Gewerkschaftssicht auf, stelle wissenschaftliche Daten zur Verfügung und beleuchte die Thematik aus Sicht des Arbeitsrechts, des Datenschutzes und des Gesundheitsschutzes.

"Die positiven Potenziale der Digitalisierung, die durch die Corona-Pandemie einen Schub bekommen hat, müssen auch bei den Beschäftigten ankommen - dazu gehören mehr Gestaltungsspielräume und mehr Souveränität bezogen auf Arbeitsort und Arbeitszeiten", so Schmitz weiter. "Diese Ressourcen brauchen gute Leitplanken, um die Beschäftigten vor den Risiken zu schützen. Eine unserer gewerkschaftlichen Kernaufgaben ist und bleibt der nachhaltige Schutz der physischen und psychischen Gesundheit der Beschäftigten." Zudem gelte es, den betrieblichen Arbeitsplatz auch als Raum für Kommunikation, Austausch und Mitbestimmung zu erhalten und zugleich mehr Ortssouveränität zu ermöglichen.

Die im "Handbuch Homeoffice" aufbereiteten Daten einer Repräsentativbefragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit 2020 und 2021 für den Dienstleistungssektor zeigen unter anderem, dass kollektive Vereinbarungen ein wirksames Mittel sind, um den beim Homeoffice auftretenden Gefahren wie zum Beispiel ständigen Erreichbarkeitserwartungen entgegen zu wirken. So gaben 42,7 Prozent der Beschäftigten in Betrieben ohne Betriebsvereinbarungen an, sehr häufig oder oft auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein, während es bei Beschäftigten in Betrieben mit Betriebsvereinbarungen 26,3 Prozent waren. Bereits die Erfassung der Arbeitszeit kann sich positiv auf die Belastungen im Homeoffice auswirken. So gaben 89,1 Prozent der Beschäftigten mit Arbeitszeiterfassung an, selten oder nie außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlte Arbeit für ihren Betrieb zu leisten; bei den Beschäftigten ohne Arbeitszeiterfassung waren es hingegen 74,0 Prozent.


Pressekontakt:

Jan Jurczyk
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de


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