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Freitag, 28.02.2020

News & Meldungen

Kassenfusionen und Beiträge ab 01.01.2020

Zusatzbeiträge der Kassen: Beitragsdifferenzen von über 1.100 Euro pro Jahr

17.12.2019·Nach den Verwaltungsratssitzungen zum Jahresende haben alle gesetzlichen Krankenkassen ihren Zusatzbeitragssatz für 2020 veröffentlicht. In einigen Fällen kommt es zu erheblichen Abweichungen zum Vorjahr. Die Zahl der Krankenkassen hat sich derweil verringert: Insgesamt sieben Kassen haben sich zum Jahresbeginn zusammengeschlossen. Die Gesamtzahl der gesetzlichen Krankenkassen einschließlich Landwirtschaftlicher Krankenkasse (LKK) sinkt damit zunächst auf 105.

Zusammen mit ihren Haushaltsplänen für das neue Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen ihre individuellen Zusatzbeitragssätze für 2020 festgelegt. Als Anhaltswert hierfür gilt der Durchschnittliche Zusatzbeitragssatz, der vom BMG als Ergebnis der Prognose des GKV-Schätzerkreises jeweils zum 01.11. eines Jahres veröffentlicht wird. Für 2020 beträgt er 1,1 Prozent. Je nach wirtschaftlicher Situation und vorhandenen Rücklagen können Krankenkassen hiervon abweichen und einen geringeren oder höheren individuellen Zusatzbeitragssatz festlegen. Zusammen mit dem gesetzlichen Beitragssatz (allgemein 2020: 14,6 Prozent) ergibt sich hieraus der Gesamtbeitragssatz einer Krankenkasse.

Aktualsierte Übersicht: Zusatzbeitragssätze von 0,0 bis 2,7 Prozent

Seit Ende Dezember 2019 stehen die Zusatzbeitragssätze aller Kassen für 2020 fest. Die Veränderungen zum Vorjahr reichen von -0,2 Prozentpunkte (Abschaffung des Zusatzbeitrags) bis zu Erhöhungen um +1,2 Prozentpunkte. Der höchste Zusatzbeitragssatz beträgt seit Januar 2020 2,7 Prozent (allgemeiner Beitragssatz gesamt: 17,1 Prozent). In unserem Beitragsrechner und -vergleich (vgl. auch Infokasten) veröffentlichen wir den aktuellen Stand der Beitragssätze 2020 inklusive eines Ersparnisrechners in Abhängigkeit zum individuellen Entgelt. Die Sortierung ist sowohl nach Kassennahmen als auch nach Beitragssatzhöhe möglich. Beitragsänderungen werden jeweils im GKV-Newsletter veröffentlicht (vgl. Infokasten).

Kündigungsrecht bei Beitragsanhebungen

Die Differenzierung der Krankenkassen nach Beitragssatz ist besonders eingängig und vom Gesetzgeber gewollt. Bei Beitragsdifferenzen von jährlich über 1.100,00 Euro zwischen Kassen mit aktuell 14,6 und 17,1 Prozent Beitrag ist ein Wechsel verlockend. Ein tragfähiges Konzept zur Verzahnung dieses Beitragswettbewerbs mit dem ebenfalls gewollten Qualitätswettbewerb in der Versorgung bleibt die Bundesregierung auch unter Federführung von Minister Jens Spahn (CDU) weiter schuldig. Der Versicherten selbst muss sich damit ein ausgewogenes Gesamtbild aus Beitrag, Leistung und Service der Krankenkassen verschaffen. Hilfe hierzu bietet unser Kassenvergleich (vgl. Infokasten).

Wechselwilligen steht neben dem "ordentlichen" Kündigungsrecht ein "Sonderkündigungsrecht" zu, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitragssatz anhebt. Bei dieser muss die Kündigung der Mitgliedschaft bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der neue Zusatzbeitrag erhoben wird. Spätestens einen Monat vorher muss die Kasse ihre Mitglieder in einem gesonderten Schreiben auf dieses Kündigungsrecht sowie auf eine Beitragsübersicht aller Krankenkassen hinweisen (vgl. "Links zum Thema").

Kassen halten Beitragssatzgarantien ein

Krankenkassen können gegenüber krankenkassen-direkt.de eine zeitliche Garantie ihres Zusatzbeitragssatzes öffentlich aussprechen. Einmal veröffentlicht, kann diese im Anschluss nur noch verlängert, grundsätzlich aber nicht mehr zurückgenommen werden. Insgesamt 3 Kassen haben im Jahr 2019 hiervon Gebrauch gemacht. In keinem Fall wurde dabei der Zusatzbeitragssatz vor Ablauf der Garantie angehoben:

BKK firmus: 0,44 %
EY BKK: 0,94 %
BKK EUREGIO: 0,35 %

Bereits für 2020 vorliegende Beitragsgarantien:

Heimat Krankenkasse
Zusatzbeitragssatz: 1,1 %, garantiert bis 31.12.2020
BKK EUREGIO
Zusatzbeitragssatz: 0,35 %, garantiert bis 31.12.2020
BKK exklusiv
Zusatzbeitragssatz: 0,99 %, garantiert bis 31.12.2020

Vier Fusionen beschlossen, eine weitere geplant

Zum Jahreswechsel hat sich die Zahl der Krankenkassen weiter verringert. Die BKK VBU hat sich mit gleich zwei Krankenkassen zusammengeschlossen: der Brandenburgischen BKK und der Thüringer Betriebskrankenkasse (TBK). Ebenfalls fusioniert haben die Continentale BKK mit der BKK HENSCHEL Plus und die BKK B. Braun Melsungen mit der BKK Aesculap. Die Zahl der Krankenkassen sinkt damit zunächst auf 104 (zzgl. der Landwirtschaftlichen Krankenkasse LKK mit einem anderen Beitragssystem). Eine weitere Fusion geplant hat die Viactiv Krankenkasse. Sie kooperiert bereits mit der BKK Achenbach Buschhütten. Der Zeitpunkt des beabsichtigten Zusammenschlusses ist noch nicht bekannt. Weitere Infos zu den Fusionen finden Sie unter "Links zu den Kassenfusionen".

Über aktuelle Fusionen und Änderungen bei den Beitragssätzen informiert Sie jeweils zeitnah per E-Mail unser kostenfreier GKV-Newsletter.


zuletzt aktualisiert: 02.01.2020

 

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