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Freitag, 22.11.2019

News & Meldungen

Digitale Krankschreibung

Bundestag beschließt Abschaffung des "gelben Scheins"

25.10.2019·Die als "gelber Schein" bekannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird zum 01.01.2021 in Papierform abgeschafft und digitalisiert. Dies hat der Bundestag am Donnerstag als Bestandteil des "Dritten Bürokratieentlastungsgesetzes" (BEG III) beschlossen.

Mit der Einführung der digitalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) können sich Arbeitgeber elektronisch bei den Krankenkassen über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit eines Mitarbeiters sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informieren. Durch die Neuregelung wird eine Lücke im "Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung" (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG) geschlossen. In diesem wurde bereits zum 01.01.2021 ein einheitliches und verbindliches elektronisches Verfahren zur Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsdaten durch die Ärzte an die Krankenkassen eingeführt. Die elektronische Übermittlung einer Arbeitsunfähigkeitsmeldung an den Arbeitgeber war jedoch nicht Bestandteil des TSVG.

Digitale AU-Bescheinigung seit 2017 als Modellprojekt

In einem Pilotprojekt verschickt die Techniker Krankenkasse (TK) bereits seit 2017 elektronische AU-Bescheinigungen. Die Neuregelung im BEG III begrüßt die Kasse: "Wir freuen uns, dass der Prozess nun standardisiert wird und unser Modellprojekt zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Gesetzgeber von der Machbarkeit überzeugen konnte." Das BEG II zeige, wie die Digitalisierung bürokratische Prozesse vereinfachen könne. Aktuell sei der Prozess der Krankschreibung für alle Beteiligten umständlich: "Der Arbeitnehmer bekommt vom Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in dreifacher Ausführung - eine Fassung für die Krankenkasse, eine für den Arbeitgeber und eine für die eigenen Unterlagen. Versicherte mussten sich selbst darum kümmern, dass der sogenannte ´gelbe Schein´ bei ihrem Arbeitgeber und der Krankenkasse vorliegt. Das ändert sich mit dem neuen Gesetz: sie müssen ihrem Arbeitgeber nur noch Bescheid geben, dass sie krankgeschrieben sind. Die Übertragung der Daten zu Krankenkasse und Arbeitgeber läuft in Zukunft automatisch. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Mit dem Gesetz wird ein wichtiger Beitrag für ein modernes Gesundheitssystem geleistet. Der Versicherte muss sich nicht mehr selbst um den Versand seiner Krankmeldung kümmern und für uns als Krankenkasse lässt sich die Krankschreibung digital deutlich schneller verarbeiten."

Kritik: Digitalisierung nicht durchgängig

Sowohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als auch die TK kritisieren jedoch, dass die AU-Bescheinigung nicht durchgängig digitalisiert wird. So müsse die Arbeitgeber-Fassung der AU-Bescheinigung für den Patienten weiterhin ausgedruckt werden. Hier werde eine Chance vertan, so Thomas Ballast, Vize-Chef der TK. "Bei 75 Millionen Krankmeldungen, die bundesweit jedes Jahr anfallen, könnten mit der vollständigen Digitalisierung der Krankschreibung künftig weitere Millionen bedruckte Blätter eingespart werden." Die KBV hatte wiederholt gefordert, auf diesen Ausdruck zu verzichten, um die Einführung der "eAU" nicht mit Mehrarbeit in den Praxen einhergehen zu lassen.

Das BEG III ist zustimmungspflichtig und muss daher noch im Bundesrat beschlossen werden.

 

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