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Samstag, 23.03.2019

News & Meldungen

GKV-Finanzergebnisse

Krankenkassen erzielen in 2018 erneut Milliardenüberschuss

11.03.2019·Mit einem Einnahmeüberschuss von 2 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen 2018 das dritte Jahr in Folge mit einem positiven Finanzergebnis abgeschlossen. Die Betriebsmittel und Rücklagen der Krankenkassen haben hierbei Ende Dezember einen Wert von rund 21 Milliarden Euro erreicht.

Den rund 241,4 Milliarden Euro Einnahmen der Kassen standen Ausgaben von rund 239,4 Milliarden Euro gegenüber. Die Einnahmen stiegen dabei um 3,3 Prozent. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten wuchsen bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von rund 0,8 Prozent um 3,9 Prozent. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am Donnerstag in Berlin mit. Die endgültigen Finanzergebnisse des Jahres 2018 erwartet das BMG für Mitte Juni.

Rücklagen der Krankenkassen

Die Gesamtrücklagen der Kassen von rund 21 Milliarden Euro entsprechen durchschnittlich etwa 1,1 Monatsausgaben und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. 69 von 110 Krankenkassen hatten dabei zum Jahreswechsel 2018/2019 Betriebsmittel und Rücklagen oberhalb der Grenze von 1 Monatsausgabe, 42 davon sogar oberhalb von 1,5 Monatsausgaben.

Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten

Im vergangenen Jahr lagen alle Krankenkassenarten im Plus. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) verzeichneten ein Überschuss von 1,1 Milliarden Euro, die Ersatzkassen von 561 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von 198 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKKen) von 77 Millionen Euro und die Knappschaft-Bahn-See von 90 Millionen Euro. Lediglich die Landwirtschaftliche Krankenversicherung, die nicht am Risikostrukturausgleich (RSA) teilnimmt, erzielte ein geringes Defizit von 8 Millionen Euro.

Ergebnis des Gesundheitsfonds

Auch der Gesundheitsfonds erzielte 2018 einen Überschuss von 562 Millionen Euro. Damit verfügte der Fonds zum Stichtag 15.01.2018 über eine Liquiditätsreserve in einer Größenordnung von rund 9,7 Milliarden Euro. Durch die laut BMG weiterhin sehr günstige Entwicklung der Beitragseinnahmen des Gesundheitsfonds bei einem Anstieg der beitragspflichtigen Einnahmen von 4,3 Prozent profitiere die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wie die anderen Sozialversicherungszweige von der positiven Lohn- und Beschäftigungsentwicklung.

Entwicklung der Ausgaben

Die Ausgaben der Krankenkassen stiegen im vergangenen Jahr bei 0,8 Prozent mehr Versicherten um 3,9 Prozent. Die Entwicklung bewegte sich damit weitestgehend im Rahmen der Erwartungen des Schätzerkreises, der im Oktober für das Gesamtjahr 2018 von einem ähnlichen Anstieg ausgegangen war.

Die Entwicklung in den größeren Ausgabenbereichen verlief dabei wie folgt:

Stationäre Behandlung
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sind 2018 um 3,1 Prozent gestiegen. Bei Preisabschlüssen zwischen 2,5 und 3 Prozent deutet alles darauf hin, dass die Mengenentwicklung in den Krankenhäusern wie im Jahr 2017 moderat verlaufen ist.

Arzneimittel
Die Arzneimittelausgaben stiegen um 3,1 Prozent. Hierbei spielen laut BMG weiterhin innovative Arzneimittel eine zentrale Rolle. Bei den Rabattvereinbarungen zwischen Krankenkassen und pharmazeutischen Unternehmern gab es eine deutliche Erhöhung des Erstattungsvolumens um rund 9 Prozent.

Ambulante Behandlung
Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben um rund 3,1 Prozent. Erhebliche Zuwächse verbuchten dabei insbesondere die Hochschulambulanzen, deren Vergütungen um rund 24 Prozent gestiegen sind sowie die psychotherapeutischen Leistungen, deren Ausgaben (inkl. Nachzahlungen für Vorjahre) um rund 18 Prozent stiegen. Bei den Ausgaben für zahnärztliche Behandlung betrug der Anstieg 2,7 Prozent, beim Zahnersatz 1,5 Prozent.

Heil- und Hilfsmittel
Die Ausgaben für Heilmittel seien mit 11,5 Prozent deutlich überproportional gestiegen. Bei Heilmitteln machten sich vor allem die schrittweise erfolgten Honorarerhöhungen auf Grund des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes bemerkbar, die zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Heilmittelerbringer beitragen sollen. Der Zuwachs bei Hilfsmitteln betrug 4,7 Prozent.

Verwaltungskosten der Krankenkassen

Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen sind nach einer rückläufigen Entwicklung im Vorjahr (-0,4 Prozent) 2018 um 5 Prozent gestiegen. Der Zuwachs sei zum Teil auf erhöhte Altersrückstellungen und geringere Erstattungen von Verwaltungskosten durch die Renten- und Pflegeversicherung zurückzuführen. Rechne man die erhöhten Zuführungen zu den Altersrückstellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum heraus, läge der Anstieg der Netto-Verwaltungskosten bei rund 3,9 Prozent und damit ähnlich hoch wie bei den Leistungsausgaben.

 

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